Wie man sich doch täuschen kann!
Bitte nicht Geografie, da bin ich so schlecht! Kommt Ihnen dieser Stoßseufzer aus ganzem Herzen über die Lippen, na ja
Probieren sollten Sie dieses neue Spiel trotzdem.
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Jeder Spieler erhält eine Übersichtskarte: vorne sind die Symbole der Kategorien aufgezeichnet, auf der Rückseite wird der klare Mechanismus für die Wertung beschrieben. |
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Bilder: Kosmos |
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| Globalissimo aus der Vogelschau: Rund um die Weltkarte verläuft die Zählleiste aus kleinen Weltkugeln, unterbrochen durch die Barrieren. In jeder Runde werden am unteren Spielbrettrand neue Länderkarten angelegt. | |
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In diesem Beispiel war nach der Länge des Straßennetzes der Länder gefragt. Die Spieler gaben dazu zuerst ihre Tipps ab (oben), anschließend wurden die Länderkarten umgedreht und in eine absteigende Reihenfolge gebracht (unten). Wie man sieht, lagen die Spieler Rot und Grün genau richtig und kassierten jeweils drei Punkte. Ganz daneben lag Spieler Schwarz – er ging leer aus. |
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Wir kennen alle das Problem von Wissensspielen nur zu gut: Wer wenig weiß oder glaubt wenig zu wissen, der verweigert sich am liebsten bei diesem Genre. Dabei haben Autoren und Verlage in den vergangenen Jahren mehrere Spiele kreiert, bei denen das Wissen nicht im Vordergrund steht, sondern des Spielspaß.
Dazu zählt jetzt auch das neue Globalissimo von Günter Burkhardt, aktuell bei Kosmos.
Bei diesem großen – und das Wort ist doppeldeutig – Brettspiel geht es ums Vergleichen und Raten. Dass Lettland ein 73.202 Kilometer langes Straßennetz hat, braucht man ebenso wenig zu wissen, wie dass es in Peru nur 9331 Kilometer lang ist. Beide Daten spielen zwar eine Rolle wie Einwohnerzahl, Fläche, Kraftfahrzeuge pro 1000 Einwohner usw. Aber so genau muss man es bei Globalissimo nicht wissen.
Die Einschätzung
Wichtiger ist die Ahnung. Peru ist zwar viel, viel größer als Lettland, aber vermutlich – hier viel Dschungel und Berge, dort eines der neuen EU-Mitglieder und dichter besiedelt – hat Lettland mehr Autos pro 1000 Einwohner. Oder?
Ja. Aber: Wenn man jetzt die Wahl zwischen Lettland, Peru, Australien, Israel und der Ukraine hat an welcher Stelle liegt denn etwa Peru? Und hat Israel proportional mehr Autos als Lettland? nein, es hat ein paar weniger.
Fünf Länder bzw. sechs bei mehr als vier Spielern liegen am unteren Rand des großen Spielbretts in Form von Länderkarten aus. Und wer jetzt an der Reihe ist, gibt einen Tipp ab: Er legt ein Zahlenplättchen auf eines der Länder und bestimmt zum Beispiel mit seiner 1, dass Australien wohl die meisten Kraftfahrzeuge pro 1000 Einwohner hat.
Die nachfolgenden Spieler geben ebenfalls einen Tipp ab. Sie können die gleiche Zahl verwenden, aber keine Länderkarte mehr, die bereits ein anderer Spieler mit einem Tipp versehen hat. Der nächste Spieler könnte also halbwegs auf Nummer Sicher gehen und seine 5 auf – ja: auf Peru oder die Ukraine?! – legen. Besser wäre Peru, unter uns gesagt.
Die Überprüfung
War jeder Spieler an der Reihe, werden die Länderkarten umgedreht und die auf den Rückseiten enthaltenen Daten zeigen nun, wer recht hat und wer nicht. Gewertet wird nach einem einfachen Modus: Richtige Zahl an der richtigen Stelle der Reihenfolge der Länder bringt drei Punkte, um eine Stelle daneben zwei Punkte, um zwei Stellen daneben einen Punkt. Wer ganz daneben liegt, bekommt keine Punkte.
Diesen Punkten entsprechend wird die Spielfigur auf der Zählleiste vorgerückt. Eine neue Runde beginnt, und dieses Mal geht es nicht um Autos, sondern zum Beispiel die Frage: Wie viele ausländische Urlauber in Millionen besuchen das jeweilige Land pro Jahr? Insgesamt gibt es zehn dieser Fragen, sind alle durchgespielt – natürlich mit jeweils fünf oder sechs neuen Ländern –, ist eine Partie Globalissimo vorbei.
Alles kann man nicht wissen!
Das geht recht flott und beim normalen Verlauf, sprich: beim Tippen braucht man nicht wirklich bange zu sein, dass man sich allzu große Blößen geben muss. Natürlich hat der erste Spieler einer jeden Runde einen Vorteil, weil er sich sozusagen die Rosine aus den aufgelegten Ländern herauspicken kann. Je weiter hinten man in der Reihe ist, desto schwieriger wird es, weil die Unterschiede zwischen den noch freien Ländern entweder weniger offensichtlich sind oder es sich um wahre Exoten wie die Fidschi-Inseln handelt, von denen wir wirklich herzlich wenig wissen. Aus gutem Grund wechselt der Startspieler mit jeder Runde.
Ganz ohne Geografie-Kenntnisse geht es bei Globalissimo allerdings nicht ab. Beginnend mit dem Startspieler, und das ist nur fair, rücken die Spieler den Punkten entsprechend ihre Spielfiguren auf der Zählleiste vorwärts. Allerdings gibt es dort Barrieren, die nur übersprungen werden dürfen, wenn noch eine kleine Aufgabe richtig gelöst wird: Es wird entweder nach der Hauptstadt oder der Lage jenes Landes gefragt, die verdeckt als oberste Karte des Nachziehstapels liegt. Da ist es dann hilfreich, wenn man weiß, dass zum Beispiel die Hautptstadt von Nicaragua Managua ist oder man Peru auf der großen Weltkarte genau bestimmen kann. Die Länder sind dort natürlich ohne Namen eingezeichnet, zur Kontrolle dient eine Nummerierung.
Barrieren als Stolpersteine
Hat ein Spieler eine Barriere auf der Zählleiste aus dem Weg geräumt, brauchen die nachfolgenden natürlich keinen Test mehr bestehen, sondern dürfen ungehindert vorrücken. Die Anzahl der Barrieren dient übrigens bei einem allfälligen Gleichstand zur Bestimmung des Gewinners.
Globalissimo vermag auch Geo-Muffel zu unterhalten und zu überzeugen. Das hat mehrere gute Gründe. Wie schon erwähnt, ist die Spieldauer relativ kurz und zum großen Teil ist es ein Raten. Die Fragekategorien basieren nicht ausschließlich auf Wissen. Ob nun auf der Insel Mauritius mehr Leute (wieder pro 1000 Einwohner) im Gefängnis sitzen als in der Ukraine – das kann man nicht wissen, der Vergleich aber regt zu Diskussionen an, es ergeben sich bei Globalissimo Unterhaltungen im besten Sinn des Wortes. Vor allem deshalb, weil es im Vergleich der Länder immer wieder Überraschungen gibt.
Weil man die 162 Länderkarten jedes Mal neu mischen kann, wird kein Spiel dem anderen gleichen. Globalissimo läuft sich also nicht so schnell tot. Auch die zehn Karten mit den Fragekategorien werden gemischt und stellen im Ablauf eine Variable dar.
Letzter Punkt: Das Spielmaterial ist sehr gut. Allein schon die Idee, die Zählleiste aus kleinen Weltkugeln als Felder zu bilden, ist eine hübsche und stimmige Idee.
PS.: In Kürze erscheint bei Ravensburger, das einen fast identischen Ablauf hat, allerdings ein anderes Thema: Das große Spiel der Namen.
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Nr. 978: Globalissimo |
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Spielwiese-Code | |
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2008: Kosmos |
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Themen: Geografie
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