… Schweigen ist Gold
Auch wenn man Kooperationsspiele nicht mögen sollte: Dieses ist ein ganz besonderes, denn eigentlich ist schon vor dem Spielen alles gesagt.
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Nr. 1642: Take time | Spielwiese-Code | |
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Was ist's?
Für wen?
Was braucht's?
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Die gute Nachricht
der Versuch sich auf dieses Abenteuer einzulassen, ist es wert
Die schlechte Nachricht
Die Grafik verwendet römische Ziffern, was passend ist. Dabei die Vier mit vier Strichen darzustellen, hätte man im Regelheft mit ein paar Sätzen erklären sollen. Denn das wird seit dem Mittelalter durch die sogenannte Subtraktionsschreibweise nicht mehr gemacht und ist hier irritierend.
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| Ausnahmsweise bilden wir hier auch die Schachtel ab. Denn schon sie ist optisch ein Gedicht – wie das gesamte Spielmaterial. Spannung wird auch dadurch aufgebaut, dass die Rätsel in Kuverts eingeteilt sind, die man erst öffnet, wenn die Rätsel des vorigen Kapitels gelöst sind. Bild: Libellud |
Rein ins Spiel!
Wir kennen alle die Lebensweisheit, wonach Reden Silber, Schweigen aber Gold sei. Nun, bei Take Time könnte man es auch umgekehrt sehen. Man könnte Take Time auch in die Schublade der Denkspiele stecken. Vieles wäre möglich. Denn eines ist sicher: Wenn sich die Spielerinnen und Spieler nicht eingehend über ihre Lösungsansätze absprechen, werden sie nicht weiterkommen. Take Time gesellt sich zu einigen Spielen der jüngeren Vergangenheit, bei denen die Spieler ohne zu sprechen gemeinsam agieren müssen. Das geht einne Runde mal gut, und dann wieder daneben.
Was liegt an? Im besten Fall werden nacheinander 40 Rätsel gelöst, die immer verflixter und anspruchsvoller werden. Das kann einen Tage und Wochen beschäftigen. Auch unsere Testrunden haben noch einiges vor sich. 40 Rätsel, das sind Aufgaben für die Gruppe, dargestellt in 40 Uhren, die wie die zwölf Sonnenkarten von 1 bis 12 und die zwölf Mondkarten von 1 bis 12 mit aufwendigem Gold- und Prägedruck glänzen. Jede Uhr ist eine andere Heraausforderung. Gemeinsam sind ihnen die Einteilung in sechs Segmente und drei Grundregeln:
- an jedem der sechs Segmente muss mindestens eine Karte angelegt werden – und zwar in aller Regel verdeckt!
- pro Segment werden am Rundenende die Zahlenwerte der Karten addiert, wobei keine Summe niedriger sein darf als im Segment davor
- und der Gesamtwert eines Segments darf nicht höher als 24 sein (mit Ausnahme der ersten Rätsel … die sind quasi zum Probieren).
Dann kommen – natürlich! – noch bei allen Uhren noch Sonderregeln ins Spiel. Zum Beispiel, dass an einem Segment nur Sonnenkarten angelegt werden dürfen, an einem anderen Segment Mondkarten, wieder anders bei einer Uhr, die verlangt, dass Karten in einer bestimmten Reihenfolge angelegt werden müssen.
Wohlgemerkt: Alles verdeckt und ohne ein Wort in der eigentlichen Spielphase!
Um es vorweg zu nehmen: Man staunt, wie gut das mitunter funktioniert, auch bei schwierigeren Aufgaben. Denn langsam kommt die Spielerrunde in Fluss und jeder registriert wie die einzelnen Spieler „ticken“ und zieht seine Schlüsse daraus. Entscheidend ist die Absprache untereinander, die jeder Runde vorangeht. Die Aufgabe liegt mit dem Zifferblatt und seinen Sonderregeln offen, die Sonnen- und Mondkarten sind gemischt, zwölf davon wurden gleichmäßig verteilt, aber keiner kennt noch sein Blatt. Nur die Rückseite macht ersichtlich, wer wie viele Sonnen- und/oder Mondkarten hat.
Besprochen werden darf so ziemlich alles, was einer gemeinsamen Strategie dient. Ungewohnt, aber durchaus einflussreich ist, dass nicht ausgemacht werden kann, wer beginnt. Eine Absprache könnte demnach lauten: Wer eine 1 hat, sollte beginnen und sie ans erste Segment legen, erst dann geht es reihum weiter. Oder wer eine 12 hat, fängt an … So etwas darf man. Nicht erlaubt sind hingegen mehr oder weniger geheime Codes, wie beispielsweise „Wer eine 8 hat, kratzt sich am Ohr.“
So plump muss man auch gar nicht vorgehen. Take Time ist spannend und fesselt, weil man erkennt, wie viel man selbst mit eingeschränkter Kommunikation mitteilen kann. Bravo!
So verdient das Spiel den fünften Wertungspunkt auf jeden Fall. Zudem ist er nicht zuletzt durch das edle Design im Messing-Look abgesichert, das an das Innere von wertvollen Uhren oder an den Science-Fiction-Klassiker „Die Zeitmaschine“ erinnert. Einfach nur wunderschön!
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Nochmals spielen? Ja, man will schließlich weiterkommen! |
Rund ums Spiel
Das Rezensionsexemplar wurde von Asmodee zur Verfügung gestellt |




… Abtauchen in eine andere Welt.