Aufbruchsstimmung
Wie schon bei Calçada hat der griechische Autor auch hier das kleine Dilemma eingebaut, sich zwischen zwei Möglichkeiten zu entscheiden. Dieses Mal sind wir Zugvögel und wollen an der Spitze eines Schwarms als Erste im Süden landen.
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Nr. 1636: Über den Wolken | Spielwiese-Code | |
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Was ist's?
Für wen?
Was braucht's?
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Die gute Nachricht
leichter Einstieg und dann flüssiger Spielverlauf
Die schlechte Nachricht
Das an sich gute Spielmaterial fliegt leider in der Schachtel herum
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| Das Spiel aus der Vogelperspektive: Die Spieler wollen, dass ihre Vögel am Ende einer Etappe als Erste landen – in der vordersten Reihe auf dem unteren Spielplan. Zuerst aber heißt es dort seine Positionen zu optimieren. Das geschieht durch Aktionen auf dem mittleren Spielfeld mit den vier äußeren Bereichen oder mit Hilfe von Manöverkarten (ganz oben). Bild: Zoch |
Rein ins Spiel!
Jedes Jahr gibt es ein oder in manchen Jahren sogar mehrere Themen, die gleichzeitig bei verschiedenen Verlagen als schönes Spiel auftauchen. Im Herbst 2025 waren es zum Beispiel Zugvögel. Bei Game Factory Die große Reise (Spielwiese-Test kommt) und bei Zoch Über den Wolken. Schon beide Cover üben große Anziehungskraft aus. Beim Zoch-Spiel gleitet ein Rotmilan durch den Abendrot-Himmel.
Zusammen mit Mauerseglern, Kranichen, Graugänsen und Schwalben zieht im Sammelspiel dieser elegante Greifvogel gen Süden. Das wird in Form von Vogelkarten dargestellt, die neben- und übereinander in drei Reihen und fünf bis sieben Spalten (je nach Spieleranzahl) gelegt werden. Die jeweils vordersten Vögel einer Spalte setzen am Ende einer Etappe zur Landung an und punkten auf jeden Fall. Wie hoch, das gibt eine sogenannte und zufällig ins Spiel gebrachte Nestkarte vor. Dann gibt es für jeden Spieler noch Manöverkarten, die man für eine Aktion nutzen kann oder für eine Wertung am Ende einer Etappe. Dann ist auch sie quasi zu erfüllende Aufgabenkarte, wobei die Punkteanzahl davon abhängt, ob die eigenen Vögel an genau jenen Positionen im Schwarm sind, wie sie die Manöverkarte wünscht.
Die gelandeten Vögel werden vom Spielplan genommen und wieder in den Nachschub gemischt. Die verbliebenen Vögel in den mittleren Spalten rücken eine Reihe nach vorne und hinten werden leere Plätze des Schwarms mit neuen Vögeln aufgefüllt. Gespielt werden drei Etappen. Soweit zum Grundprinzip, was das Wertungssystem angeht.
Wie aber komme ich zu meinen Vögeln und wie setze ich sie ein?
Jeder Spieler wählt eine Vogelart – 5 Vogelplättchen; drei weibliche, zwei männliche Exemplare. Welche Vogelart du spielst, ist Geschmackssache. Denn es ist egal, die Vogelart bestimmt „nur“ die persönliche Spielfarbe. Außerdem gibt es noch ein paar neutrale Vögel. Drei Vögel von jedem Spieler sowie drei neutrale Vögel werden verdeckt zusammengemischt und bilden aufgelegt und aufgedeckt den dreieckigen Schwarm am Start. Die restlichen Vögel bleiben fürs Nachziehen, wobei zwei gleich zu Beginn als Auslage aufgedeckt werden. So einen Vogel kann man sich holen und im Schwarm platzieren, was freilich etwas kostet. Wir reden hier von Aktionswürfeln als "Währung"- .
Sie sind der Motor von Über den Wolken. Von der Spieleranzahl abhängig hat jeder am Tisch 10, 13 oder 16 Aktionswürfel. Mit ihnen kannst du entweder auf der Aktionstafel in der Tischmitte eine der vier Standardaktionen auszuführen:
- mit einem eigenen Vogel den Platz links oder rechts davon tauschen
- mit einem eigenen Vogel den Platz hinter oder vor ihm tauschen
- einen neuen Vogel aus der Auswahl ins Spiel bringen
- eine Manöverkarte aus der Auslage nehmen
oder damit eine durchaus anspruchsvollere und wirksamere Aktion auszuführen, die eine der Manöverkarten erlaubt. Das spielmechanisch schöne, aber auch tückische bei den Standardaktionen ist, dass sie immer teurer werden. Der erste, der eine Standardaktion nutzt, bezahlt mit 1 Aktionswürfel und legt ihn auf das entsprechende Feld. Will der nächste Spieler diese Aktion nutzen, verschiebt er den Aktionswürfel ins Ausgedinge und legt zwei seiner Aktionswürfel auf das Feld. Der dritte zahlt schon drei Aktionswürfel usw. Somit reduzieren sich nach und nach auch die Möglichkeiten der Spieler von selbst, weil das „Geld“ ausgeht. Die Aktionswürfel bekommen die Spieler am Ende einer Etappe wieder zurück.
Fazit
Über den Wolken ist ein Familienspiel, in das man schon ein wenig hineinwachsen muss. Durch eine gut ausgewogene Mischung aus Glück – welche Vögel kommen wann und nicht zuletzt wo im Schwarm ins Spiel? – und einigen Möglichkeiten, das Geschehen zu beeinflussen, muss man kein Viel- oder gar Kennerspieler sein, um gut über die drei Etappen zu kommen. Alleredings kannst du auch mächtig Pech haben und ein lieber oder eine liebe Mitsoielerin kann dir mit einer Aktion deine wortwörtlichen Zug-Pläne versauen. Doch stell dir vor, du bist ein Zugvogel und kannst dir noch gar nicht vorstellen, was auf deiner Reise alles passieren kann. So geht’s dir bei Etappenbeginn. Lass das Abenteuer auf dich zukommen. Unsere Testspieler haben es nicht bereut.
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Nochmals spielen? Gerne. |
Rund ums Spiel Das Rezensionsexemplar wurde von Zoch zur Verfügung gestellt |




… wenn Menschen zusammenkommen und gemeinsam etwas erleben.