Verblüffend gute Idee
Und schon wieder eine saugute Spielidee aus Frankreich! Offenbar mag man auch dort derzeit gerne Spiele, bei denen etwas geschätzt werden muss. Hier geht’s ganz harmlos los, doch das dicke Ende kann noch kommen.
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Nr. 1629: Blind Jack | Spielwiese-Code | |
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Was ist's?
Für wen?
Was braucht's?
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Die gute Nachricht
Lachen, Staunen und Vergnügen
Die schlechte Nachricht
Das mit der Zählleiste war gut gemeint, aber …
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| Schön bunt und handlich: 200 Fragekärtchen in einer Box. Das reicht eine Weile. Bild: Huch |
Rein ins Spiel!
Auf dieses Idee wäre wohl auch manch berühmter Spieleautor gekommen. Ein Faktum schätzen, wobei immer eine Zahl die Lösung ist, das Ganze summieren und stoppen, bevor man über 21 kommt. Ersonnen haben es vier Freunde in Frankreich, denen langweilig war. Es ist ihr Erstlingswerk.
21 … du weißt: Black Jack und Consorten … Drum heißt das Schätzspiel Blind Jack. Weil blind sind die Rateteams vorläufig auch noch.
Also, machen wir ein paar Versuche (Lösung am Ende):
- Anzahl der Zutaten eines McDonald’s Cheeseburger (ohne Salz und Pfeffer)?
- Anzahl unterschiedlicher Blöcke im Spiel Tetris?
- Anzahl durch John Rambo getöteter Menschen im ersten „Rambo“-Film?
- Anzahl sichtbarer Zähne im Logo der Rolling Stones?
- Die höchste Tordifferenz in einem Spiel der Fußball-Weltmeisterschaft?
Du siehst, hier geht es querbeet durchs unnütze Wissen. Manches kann man wissen, vieles höchstens erahnen und ganz oft werden einzelne Teile – wie beim Cheeseburger – mit den Fingern abgezählt und heiß diskutiert. Das Schöne an Blind Jack ist nämlich, dass in der Regel zwei Teams gegeneinander antreten. Freilich kann man es auch zu zweit spielen.
Das Ganze hat auch noch einen vernünftigen Regel-Unterbau. Team A bekommt die Frage von Team B gestellt und Team B darf sich die Lösung vorab anschauen und umgekehrt. Das hat folgenden Hintergrund: Das jeweils andere Team zählt in Gedanken die Summe aller Antworten mit. Das gegnerische Team weiß somit ziemlich genau, ob die Mitspieler nahe an die 21 oder darüber kommen. Doch selbst bleibt man im Blindflug. Die „Kunst“ bei Blind Jack ist, rechtzeitig aufzuhören. Wer der 21 am nächsten kommt, gewinnt die Partie. Wobei Überraschungen und neuerliche Diskussionen programmiert sind, wenn am Ende die Fragekarten umgedreht werden und die Zahlen zum Vorschein kommen.
Blind Jack ist ausgesprochen kurzweilig, mit 200 Fragen für zahlreiche Partien gut ausgestattet und mit den kleinen quadratischen Kärtchen auch sehr urlaubs- oder sogar flugzeugtauglich. Lediglich die Idee mit den zwei kleinen Markern und den beiden Zählleisten auf der Schachtel sind zwar gut gemeint, aber optimierungsbedürftig. Papier und Bleistift tuns auch.
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Nochmals spielen? Ja. |
Rund ums Spiel
Das Rezensionsexemplar wurde von Huch zur Verfügung gestellt |




… wenn einem alles Andere egal sein kann!