Jetzt will ich’s wissen!
Nominiert zum Spiel des Jahres 2012: Ein simples Zockerspiel, das keinen kalt lässt. Zu verlockend sind die Geldscheine und die Möglichkeit, dass …
2026 veröffentlicht Ravensburger eine Neuauflage mit einigen kleinen Veränderungen.
Man weiß ja, dass sich Sprache allmählich verändert. Aber muss es um der Veränderung willen sein? Müssen aus den „risikofreudigen Zockern“, wie sie in der Anleitung des Originals von 2012 heißen, nun unbedingt „risikofreudige Würfelfans“ werden? Das Spiel ist und bleibt ein Zockerspiel, auch wenn Material und Regeln etwas verändert wurden.
Vereinfacht wurden sie, erklärte uns eine Ravensburger-Zuständige bei der Ankündigung, weil das ehemalige Alea-Spiel nun als Ravensburger-Spiel herauskommt. „Was will man da vereinfachen?“, fragte ein Spielkollege verdutzt.
Der Hauptunterschied zu früher besteht bei den Würfeln. In der neuen Ausgabe sind es sieben pro Farbe/Spieler statt acht. Der siebente Würfel ist zudem ein von Ravensburger sogenannter Biggy-Würfel. Er ist eine Spur größer als die anderen und zählt für zwei Würfel. Soweit zu: Ist ja einfacher.
Und bei der Gelegenheit: Gut wäre gewesen, den Unterschied von Biggy zu den anderen tatsächlich entweder durch eine deutlich andere Größe oder vielleicht mit einer anderen Farbe der Würfelaugen besser zu betonen. So leidet die Übersichtlichkeit.
Geringer geworden ist auch die Anzahl an Geldscheinen, von 54 auf 48. Dafür gibt es jetzt Geldscheine mit dem Wert von 100.000 Dollar. Und pro Casino werden nun genau zwei Geldscheine ausgelegt – früher waren es so viele, bis eine Mindestsumme von 50.000 Dollar erreicht war.
Das alles macht spieltechnisch allerdings keinen Unterschied. Auch der hohe Spielreiz ist geblieben. Das Alea-Original war immerhin 2012 zum Spiel des Jahres nominiert. Wir wollen jetzt nicht per se behaupten, dass Ravensburger-Kunden mit komplexeren Spielen weniger zurechtkommen als Alea-Spieler. Doch das einzige, was heutigen (geringeren) Ansprüchen entgegenkommt: Die vorgeschlagene Dauer wurde von vier Durchgängen auf drei Durchgänge gesenkt. Es gibt also schneller ein Ergebnis der Zockerei.
Vor allem Anzahl und andere Formen des Spielmaterials unterscheiden die neue Ausgabe von der alten.
Bild: Ravensburger
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Nr. 1671: Las Vegas | Spielwiese-Code | |
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2026: Ravensburger |
Was ist's?
Für wen?
Was braucht's?
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Die gute Nachricht
bei dieser Neuauflage kommt man schneller zum Ergebnis
Die schlechte Nachricht
die Biggy- und die normalen Würfel sind erst auf den zweiten Blick unterscheidbar
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Nochmals spielen? Ja. Und im Urlaub findet man damit immer Mitspieler. |
Rund ums Spiel Das Rezensionsexemplar wurde von Ravensburger zur Verfügung gestellt |
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Vegas-Prinzip an einem Beispiel erklärt: Bliebe es so, bekäme Rot den höheren Geldschein (70.000 Dollar), weil Rot am meisten Würfel in Casino 2 liegen hat. Grün und Blau gingen leer aus, weil sich gleiche Würfelanzahl aushebelt. Legt Blau einen Zweier nach und spekuliert vergeblich auf einen dritten, hätte Grün am Ende die Nase vorn, weil sich die beiden beiden Mitspieler dann gegenseitig ausgeschaltet hätten. In beiden Fällen käme der niedrigere Geldschein nicht zur Auszahlung. Bild: Die Spielwiese |
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Der Spielwiese-Test von 2012
Simpel muss keineswegs schlecht heißen. Denn Las Vegas ist alles andere als das. Gängigen Augenwürfeln sind hier klare Bestimmungen zugeordnet. Die geworfenen Dreier kommen auf Casino 3, geworfene Fünfer auf Casino 5 … Jeder Spieler hat eingangs acht Würfel seiner Farbe, es gibt sechs Casinos und das war es auch schon an Spielmaterial. Sieht man vom Spielgeld ab, um das es geht.
Die Vorbereitung
Was man damit macht, ist schnell erklärt. Der Einstieg für Las Vegas-Neulinge erfolgt problemlos. Die sechs nummerierten Casinos werden nebeneinander auf den Tisch gelegt. Vom gut gemischten Stapel mit den Dollars werden nach und nach Scheine gezogen und dem ersten, dem zweiten usw. Casino zugeteilt. Sobald bei einem Casino mindestens 50.000 Dollar liegen, ist das nächste für die Geldzuteilung an der Reihe.
Soweit zur einfachen Vorbereitung.
Jetzt wird gewürfelt!
Ein Startspieler wirft alle seine acht Würfel und muss sich entscheiden, ob er einen oder mehrere mit gleichen Zahlen setzt. Zum Beispiel seine drei Zweier auf Casino 2. Dann ist der nächste Spieler an der Reihe. Nicht verwendete Würfel behalten die Spieler für die kommende Runde.
Ihren Würfeleinsatz machen die Spieler im Grunde von zwei Überlegungen abhängig: Wo winkt das meiste Geld? Wo stehen meine Chancen am besten?
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| Atmosphärisch: Die Ablagetableaus zeigen reale Spielcasinos der Wüstenstadt Vegas. | |
Sobald alle Spieler alle ihre Würfel platziert haben, geht es nämlich ans Kassieren. Bei jedem Casino gibt es einen oder mehrere Geldscheine mit Werten von 10.000 bis 90.000 Dollar zu holen. Wer die meisten Würfel im Casino liegen hat, kriegt den höchsten Geldschein, wer dort am zweitmeisten Würfel hat, erhält den zweithöchsten Geldschein usw.
Das große Aber
Natürlich kommt an dieser Stelle das große Aber. Spieler, die jeweils gleich viele Würfel in einem Casino liegen haben, gehen leer aus! Um es drastisch zu illustrieren: Es wartet ein einzelner 80.000-Dollar-Schein bei Casino 4, die Spieler mit den roten und blauen Würfeln haben jeweils fünf Würfel mit einer Vier hingelegt, der Spieler Weiß nur einen einzigen. Rot und Blau schauen durch die Finger, Weiß streift die 80.000 Dollar ein. Nach vier kompletten Durchgängen wird gezählt, wer der beste Zocker war.
Zögern und Schadenfreude
Vegas lässt mit dieser einfachen Regel sehr viel Platz für Schadenfreude. Der Glücksfaktor überwiegt deutlich, und man weiß es auch. Trotzdem setzen sich manche Spieler gerne als begabte Wahrscheinlichkeitsrechner in Szene. Da gerät der Spielfluss schon mal kurz ins Stocken (wer hierbei seine Gedanken ausplaudert, hilft anderen bei der Einschätzung seines Verhaltens; selber schuld!) Ein paar grundsätzliche Überlegungen schaden nämlich nicht:
- mit dem ersten Wurf bereits drei oder noch mehr gleiche Zahlen nicht nur zu werfen sondern gleich einzusetzen, kann vor allem für die ersten Spieler von Nachteil sein. Da bei Las Vegas immer auf eine Ausgangslage reagiert wird, stehen dafür in den folgenden Runden relativ wenige Würfel zur Verfügung. Die Aussicht sollte also auf einen hohen Gewinn sein, wenn man sein Pulver rasch verschießt
- zur Gewinnstrategie – das entsprechende Würfelglück vorausgesetzt – kann gehören, als Start- oder als erster Folgespieler in der ersten Runde zuerst einmal nur einen Würfel zu platzieren und schauen, was passiert. Wer in der zweiten Runde noch sieben Würfel zur Auswahl hat, ist selten schlecht bedient
- bei acht Würfeln, die jeder als Ausgangspunkt hat, ist ein Geldschein selbst mit fünf gleichen Würfeln noch lange nicht sicher
- deshalb immer darauf achten, wie viele Würfel Mitspieler noch haben, die einen im selben Casino Konkurrenz machen
- der sprichwörtliche Spatz in der Hand ist oft wertvoller als die Taube auf dem Dach: wenn sich alle um 80.000-er oder 90.000-er reißen, bleiben Geldscheine mit geringeren Werten oft kaum beachtet. Die können "billiger", sprich: ohne Zwei- oder Dreikämpfe zu ergattern sein
- liegen an einem Casino zwei oder mehr Geldscheine, kann man bewusst auf den zweiten Platz losgehen
- und nicht zuletzt: Wenn sich zwei streiten, freut sich der Dritte. Wenn bei den Spielern die Würfel zur Neige gehen, im Zweifelfall durchaus darauf spekulieren, dass diejenigen, die um den höchsten Dollarschein streiten und nicht locker lassen, sich am Ende vor lauter Gier gegenseitig ausschalten.
Die Runden laufen sehr kurzweilig ab, weil stets alle mitfiebern, die schon erste Würfel ausgelegt haben. Wer wie viel Geld in einem Durchgang kassiert, wird oft erst mit dem allerletzten Würfel entschieden. Mit einer guten halben Stunde für vier Durchgänge ist die Spieldauer überschaubar. Das macht Lust auf eine Revanche, um nebenbei seine Studien fortzusetzen, welche Mitspieler eher zu den Konfliktscheuen oder zu den Jetzt-will-ich’s-wissen-Typen zählen.
Nur ein kleines Manko soll vermekrt sein: Zur besseren Übersichtlichkeit, was wo zu holen ist, wäre es gut gewesen, die Farbverteilung der verschiedenen Werte der Geldscheine anders vorzunehmen. Gerade die Abstufung der beieinander liegenden 10.000- und 20.000- sowie der 30.000- und 40.000-Dollar-Scheine ist zu unscharf ausgefallen. Das schmälert das Spiel allerdings nicht.
Fazit
Die schlichten Mittel und der einfache Mechanismus rücken Las Vegas in die Nähe des starken Zockerspiels Gambler, später als Engel & Bengel benannt, verfehlt dessen Qualität aber knapp. Trotzdem: Die Gier ist auch hier ein Schwein und Zockernaturen kommten voll auf ihre Kosten!
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Nr. 1038: Las Vegas |
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Spielwiese-Code | |
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2026: Ravensburger
2013: Alea/Ravensburger
2012: Alea/Ravensburger |
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Themen: Glücksspiel, Casinos |
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