TODESFALL. In den Beginn der Weihnachtsferien platzt die Todesnachricht eines der bekanntesten Spielekritiker und -förderer der vergangenen Jahrzehnte. Bernward Thole, unter anderem Mitbegründer und von 1978 bis 1994 Vorsitzender des Vereins Spiel des Jahres sowie Gründer des Deutschen Spiele-Archivs, ist am 18. Dezember in Marburg im Alter von 87 Jahren gestorben.
"Mit seinem Tod endet ein Leben für das Spiel, für die Anerkennung des Spiels als Kulturgut, für das Spielen in Familie und Gesellschaft; und es endet ein Wirken, das die Entwicklung des Brett- und Gesellschaftsspiels in Deutschland seit den frühen 1980er Jahren wesentlich mitgeprägt hat", schreibt sein Nachfolger als Vorsitzender Synes Ernst im Nachruf des Vereins Spiel des Jahres. Bei all seinen Tätigkeiten habe sich der promovierte Literatur- und Medienwissenschafter Thole als Vermittler verstanden, so Ernst weiter.
Dem Medium Spiel galt über den Beruf hinaus Tholes ganz besonderes Interesse. 1973 begann er mit Spielekritiken für "Die Zeit". Eer gehörte somit zu den Ersten, die dem Brett- und Kartenspiel im deutschsprachigen Raum eine besondere Resonanz und Aufmerksamkeit zuteil werden ließen. Es folgten unter anderem Spielekolumnen für die "Frankfurter Rundschau" und die "Hess.-Niedersächsische Allgemeine".
Für sein vielseitiges und engagiertes Wirken für das Spiel wurde Bernward Thole mehrfach geehrt. Bei seinem Ausscheiden aus dem Verein im Jahr 2004 verlieh ihm der Spiel des Jahres e.V. die Ehrenmitgliedschaft. Bereits 1997 war er mit dem Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet worden. 2006 wurde ihm anlässlich seines 70. Geburtstages in Würdigung seines herausragenden ehrenamtlichen Engagements die Goldene Ehrennadel der Stadt Marburg verliehen.
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