SPIELETREFFEN. Die „ViennaCON“, Ferdinand de Cassans Veranstaltungsalternative zum Österreichischen Spielefest, ist heute sang- und klanglos gestartet. Mit dem Kapitel Spielefest hat der Tausendsassa nach eigenen Worten abgeschlossen.
- Die Location: Das MGC, ein Büro- und Ausstellungszentrum im Nirgendwo der Großstadt Wien.
- Die Veranstaltung: Den eingefleischten Spielern eine Möglichkeit zu geben, die neuen Spiele zu spielen.
- Der Termin: Dann, wenn Ferdinand und Dagmar de Cassan schon in den vergangenen Jahren zum österreichischen Spieleautorentreffen luden. Parallel zum Wiener Donauinselfest mit drei Millionen Besuchern. Dieses Jahr blöderweise am bisher heißesten Tag des Jahres. Da zieht man Schwimmbad dem Spieltisch vor. Obwohl das MGC klimatisiert ist.
- Die Werbung: prakitsch null.
Und so bildet sich anstelle eines Ansturms bestenfalls ein Anlüftchen. Waren es 100, die bis Samstagnachmittag hierher kamen? Ferdinand de Cassan macht sich keine großen Gedanken darüber, Sorgen schon gar nicht. Das lässt er im Gespräch mit spielwiese.at jedenfalls mehrmals nicht unbetont. Im Herbst wird es eine zweite derartige Veranstaltung im MGC geben, auch in Graz soll Ähnliches geschehen. Der – auch finanzielle – Aufwand ist gering. Es gehe nicht um hohe Besucherzahlen, vielmehr um „Flagge zeigen“. Ich bin noch da.
Das Kapitel Spielefest im Austria Center Vienna habe er geschlossen. Auch wenn offiziell das Spielefest dieses Jahr ja nur pausiert. Die Verlage, die Spielebranche, sie sind weitergezogen, ziehen ihr Ding zum angestammten Termin im November mit der Reed Messe als „spielespass“ an einem anderen Ort in Wien auf. Ferdinand de Cassan geht nicht weiter darauf ein, bekräftigt sein „Ich will nicht streiten“, auch wenn andere das womöglich dächten. Einem deutschen Spielemagazin will er deshalb dieser Tage ein Interview dazu verwehrt haben, wie die größte derartige Veranstaltung im deutschsprachigen Raum ein solches Ende finden konnte.
Kleinere Brötchen
Die gewohnten Dimensionen werden mit einer „ViennaCon“ nicht erreichbar sein. Da macht sich de Cassan keine Illusionen. Einerseits sei das Zielpublikum ein anderes, also zum Beispiel nicht die Familie mit Kindern, andererseits ist mit maximal 1000 Sitzplätzen an Tischen auch räumlich eine nicht vergleichbare Grenze gezogen.
Dass die de Cassans jetzt kleinere Brötchen backen und backen wollen, geht aus einer Nebenbemerkung hervor. Die IG Spiele, der Verein, der als „Dach“ aller de-Cassan-Aktivitäten auch als Veranstalter des Spielefests fungierte, werde Ende Juni aufgelöst. „Brauchen wir nicht mehr“, sagt Dagmar de Cassan emotionsfrei.
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