JUBILÄUM. Feste soll man feiern, wie sie fallen. Und selbstredend sind zehn Jahre Carcassonne für Hans im Glück ein angemessener Anlassfall. Deshalb findet daneben in diesem Jahr nicht allzu viel statt.
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Zum Jubiläum gibt es das Basispiel in neuem Schachteldesign und mit zusätzlichen Landschaftskarten zum gleichen Preis wie das Original. Bilder: Hans im Glück |
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Klein, in Metallbox: Das Würfelspiel, bei dem "nur" Städte zu bauen sind. |
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Klein und in Kunststoffbox: Das Gefolge bringt zusätzliche Figuren ins Spiel. |
Zehn Jahre Carcassonne
Das Spiel des Jahres 2001 Carcassonne hat sich in diesen zehn Jahren zu einem modernen Klassiker entwickelt. Über fünf Millionen Carcassonne-Spiele wurden in über 20 Sprachen bisher verkauft. Zum Jubiläum erscheint eine Ausgabe mit besonderen, farbig-transparenten Figuren und zehn neue Landschaftskarten, die sich auch mit den acht bereits erhältlichen Erweiterungen kombinieren lassen.
Die Form der Jubiläumsausgabe weicht vom Standard ab und hat die Form der Carcassonne-Männchen. Ebenfalls in dieser Form, nur kleiner, kommen Carcassonne – Das Gefolge sowie Carcassonne – Das Würfelspiel.
Carcassonne – Das Gefolge, das sind farbig-transparente Mini-Geschenkboxen. Die enthaltenen sechs Figuren eignen sich als zusätzliche Gefolgsleute, aber auch einfach als Mitbringsel für Carcassonne-Fans.
Mit Carcassonne – Das Würfelspiel von Oliver Lamontage (Autor Klaus-Jürgen Wrede hat seinen Segen dazu gegeben) entfernt sich Hans im Glück recht weit vom Originalspiel. Klar, Würfel sind nun mal ganz was anderes als Kartonplättchen. Als thematische Klammer zum Spiel des Jahres von 2001 ist das Bauen von Städten geblieben. Die Würfel zeigen Teile von Städten, aber auch Katapulte und Gefolgsleute. Während Katapulte einfach nur schlecht sind und nach einem Wurf zur Seite gelegt werden, hat man bis zu dreimal die Chance, mit den Stadt-Teile-Seiten eine möglichst große Stadt zu legen und damit zu punkten.
Soweit, so einfallslos. Der Witz an dem Würfelspiel ist hingegen ein neues Element den Mitspielern zu schaden, und sich selbst in eine gute Position zu bringen. Wer drei Gefolgsleute sammelt, darf einen davon zur Seite legen, bis er wieder an der Reihe ist. Dazu muss er auf die Wertung in der aktuellen Würfelrunde allerdings verzichten. Das bedeutet jedoch, dass bis dahin alle Mitspieler mit einem Würfel weniger auskommen müssen, und zudem werden die Punkte des Spielers bei seinem nächsten Würfeleinsatz verdoppelt.
Der neue "Tummelhofer"
Mit Sankt Petersburg und Stone Age hat ein gewisser Michael Tummelhofer bereits zwei gute Spiele bei Hans im Glück herausgebracht. Spielwiese-Leser wissen, dass hinter dem Pseudonym Verlagschef Bernd Brunnhofer steckt. Vom Anspruch und der Komplexität her hat er sich bei seinem dritten Spiel noch einmal kräftig gesteigert: Pantheon ist nicht auf Anhieb zugänglich. Es tendiert bereits deutlich in Richtung Freakspiele, auch die angegebene Spieldauer von 90 Minuten (für Geübte!) ist ein Indiz dafür.
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Zur Handlung: Pantheon ist eine Reise in eine Zeit, in der die Götter die Geschicke lenkten und nur der bestand, der sich mit taktischem Talent und strategischem Gespür deren Gunst sicherte. Es war eine Zeit, in der in den Mittelmeerraum Völker kamen, handelten, bauten – und wieder verschwanden … Auf die Spuren dieser Stämme Hans im Glück bis zu vier Spieler, die in sechs Runden eben das tun, was einst im Schatten des allen Göttern Roms geweihten Tempels auch geschah: Man rottete sich zusammen, trieb leidenschaftlich Handel, versuchte die Götter milde zu stimmen, mehrte zielstrebig seinen Besitz – und erfreute sich zum Schluss zufrieden am erworbenen Reichtum. Bei jeder Pantheon-Runde gehen die Spieler durch drei Phasen. Dabei wird durch entsprechendes Legen und Setzen der große Spielplan besiedelt, werden Tempel resp. Säulen errichtet, denn heute weiß man schließlich, dass von prächtigen Bauten eh nur die Säulen übrig bleiben… In dieser Phase verbindet sich jeder mit bestimmten Göttern und konstituiert nach und nach sein Volk. Das überaus umfangreiche Spielmaterial lässt erahnen, was alles noch auf die Spieler zukommt: Mit Religionskarten etwa erwerben sie je nach Bedarf Götter bzw. deren Gunst und deren ganz spezielle Stärken. Es sind also eigentlich „Ablasskarten“, mit denen man sich die Gottheit wohlfällig macht und die auch wichtige Punkte einbringen. So gestärkt kann man daran denken, sich richtig auszubreiten. So lange, bis rund um Pantheon nicht nur sechs Völker entstanden sind und ihre Blütezeit erleben dürfen, sondern auch solange, bis sie wieder Vergangenheit und damit Geschichte geworden sind … Erst dann wird sich zeigen, wer am Spieletisch den Göttern gefälliger war.
Dominion
Auch wenn es um das Spiel des Jahres 2009 Dominion etwas ruhiger geworden ist, das Kartenspiel lebt. Zu Jahresbeginn ist mit Blütezeit die dritte Erweiterung erschienen. Die vierte wurde lediglich als Packungsprototyp in Nürnberg gezeigt, Informationen dazu gab es praktisch keine. Fix ist nur der Titel im englischen Original: Cornucopia, was übersetzt so viel wie "Fülle" heißt. Deshalb geisterte als erster Arbeitstitel für die vierte Erweiterung auf deutsch bereits "Das Füllhorn" herum, die Packung am Messestand hingegen trug den Titel "Reiche Ernte". Bis zur Veröffentlichung wird es Sommer werden, Dominion-Fans müssen sich also noch etwas gedulden.
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