Das vielleicht spannendste Spieleprojekt der vergangenen Jahre steht auf der Kippe: Läuft das Weihnachtsgeschäft gut, ist das Hybridspielkonzept Yvio gerettet. Läuft es unter den Erwartungen, macht der diesen Monat an Bord geholte Sanierer Manfred Gerdes den Laden dicht.
Nur der Verkauf zählt
Gerdes ist von einer Investorengruppe als neuer Chef bei Public Solution installiert worden. Seit Anfang Oktober rührt er kräftig um, hat nach eigenen Angaben eigentlich alles auf den Kopf gestellt. Was jetzt alleine zählt, ist der Verkauf. Durch seine hervorragenden Kontakte in der Branche hat er Yvio in neue Vertriebskanäle gedrückt. Mit Bundles aus Konsole und Spielen soll die Firma den Turn-around schaffen.Es ist höchste Zeit. Es wurde bereits viel Geld verbrannt. Gerdes wurde vom neuen Investor Technologiegründerfonds Sachsen eingesetzt und bringt langjährige Erfahrung mit: Zuletzt beriet er die Leipziger Messe für die Games Convention bzw. die Games Convention Online, und als vormalige Sony-Geschäftsführer zeichnete er für den Erfolg der Playstation verantwortlich.
Viel Geld verbrannt
Robert Wilm, Erfinder von Yvio, konzentriert sich mit dem Gerdes-Eintritt auf Entwicklung und Produktion. Noch im September hatte Wilm offen über die Probleme seines "Kindes" berichtet: "Unser Konzept ist so innovativ, das braucht seine Zeit, bis es vom Handel akzeptiert wird", und so zerschlugen sich die Blütenträume der Startzeit: Statt erwarteter Millionen-Umsätze kamen die Dresdner im ersten Jahr nur auf eine knappe halbe Million Umsatz. Und mancher Händler, der die Yvios schon gelistet hatte, nahm die neuen Spiele wie der aus den Regalen.Technische Probleme behoben
Auch, weil die Technik der Hybridspiele Anlass für zahlreiche Reklamationen gab. "Ich schaue eigentlich nie zurück, sondern nach vorne", sagt Gerdes, bestätigt die Fehler, und versichert: "Die Probleme sind behoben."Gerdes: "Jeder Brettspieler wünscht sich Spaß ab der ersten Minute. Wir sind überzeugt, dass wir mit Yvio die Antwort für die Zukunft des Brettspiels gefunden haben. Mit dem interaktiven Konzept ist die Zeit des Erlernens der Spielregeln, des Auslegungsstreits und des Schummelns vorbei."
Gegründet wurde Public Solution im Jahr 2005 und wurde seither mit mehreren Gründer- und Innovationspreisen ausgezeichnet. Auch einige Spiele wurden mit Preisen bedacht. Was jetzt noch fehlt, ist der Erfolg an der Ladenkasse.
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