Mit Hab & Gut aus dem Verlag Winning Moves geht ein Spiel in der Kategorie Familienspielgrafik ins Rennen, das zur aktuellen Wirtschaftslage passt. Die Börsen- und Handelssimulation setzt auf Kaufen, Verkaufen und Spenden. Vor allem die Gestaltung des Covers und des Spielplans überzeugte die Jury. Maßgeblich beteiligt waren Michael Menzel als Illustrator und Christof Tisch als Grafiker. Im Interview berichten sie über ihre Arbeit.
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Buddenbrook-Stimmung: Hab & Gut. |
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Erzählen Sie uns doch bitte zunächst etwas über sich.

Michael Menzel: Ich bin 33, freier Illustrator und seit 2003 im Brettspielebereich tätig. Zuvor habe ich unter anderem bei der Ausgestaltung von Computerspielen mitgewirkt. Ich wohne in Neukirchen-Vluyn, das liegt am linken Niederrhein.

Christof Tisch: Ich bin 43 Jahre alt, wohne in Wiesbaden und arbeite als freier Grafiker und Illustrator. Hab & Gut ist bestimmt schon das sechste Spiel, das ich gemeinsam mit Michael Menzel gestaltet habe. Wir sind also ein bestens eingespieltes Team.
Wie sind Sie mit dem Spiel in Berührung gekommen?
Michael Menzel: Der Geschäftsführer von Winning Moves, Michel Mattschoss, hat mir das Spiel 2007 in Essen gezeigt. Ich war sofort Feuer und Flamme, vor allem die Spielidee hat mir gefallen. Umso mehr habe ich mich gefreut, als wir schließlich den Auftrag bekommen haben.
Michael Menzel: Ich arbeite sehr eng mit dem freien Redakteur Jürgen Valentiner-Branth zusammen, der im Auftrag von Winning Moves bei der Entwicklung neuer Spiele die Fäden in der Hand hält. Er ist der Erste, der meine Entwürfe sieht, und so war es auch bei Hab & Gut. Wir haben uns getroffen und über die Gestaltung gesprochen. So ganz nebenbei entstand dabei der Name des Spiels. Bei der Gestaltung des Covers gab es zwei Ideen: Eine Szene spielt draußen vor der Börse, die zweite versetzt den Betrachter direkt ins dunkle, verrauchte Innere. Wir haben uns letztendlich für die freundliche Variante entschieden. Es sollte nicht so sehr nach Aktien und Heuschrecken aussehen, sondern eher den Charme des Buddenbrook-Romans von Thomas Mann ausstrahlen.
Und nach diesem Muster haben Sie alle weiteren Spielelemente gestaltet?
Michael Menzel: Ja, vom Spielplan über die Karten bis zum Cover haben alle Illustrationen diese Handschrift erhalten. Die Spielkarten sollten dabei wie eine Zeitung aussehen. Ungewöhnlich war, dass alle relevanten Informationen am seitlichen Rand stehen müssen, damit die Karten beim Spielen wie ein Fächer aufgestellt werden können. Das eigentliche Kartenbild ist damit meist verdeckt.
Christof Tisch: Ich habe dann unter Einhaltung der Maße die Illustrationen zusammengesetzt und die einzelnen Schriftarten ausgewählt. Der größere kreative Input kam also ganz klar von Michael.
Was halten Sie von der Etablierung eines Spielgrafikpreises?
Michael Menzel: Eine wunderbare Idee. Ich denke sogar, dass dieser Preis den Ansporn für uns Illustratoren deutlich erhöht. Ich vermute, das wird die ohnehin sehr guten Illustrationen auf dem Spielemarkt insgesamt noch weiter verbessern.
Christof Tisch: Es gab schon einmal einen Preis für das schönste Spiel des Jahres. Irgendwann versandete dieser jedoch, weil davon ausgegangen wurde, dass mittlerweile alle Spiele schön gestaltet sind. Indirekt ist das natürlich ein tolles Lob. Viel besser ist aber ein eigener Preis. Die Grafik sorgt für den individuellen Mehrwert eines Spiels und ist damit ein elementarer Bestandteil.
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