Vor genau 50 Jahren wurde der Lego-Stein patentiert und veränderte das Spielen auf der ganzen Welt. Aus dem Lego-Stein haben sich inzwischen 25 Produktlinien entwickelt. Und im Jubiläumsjahr 2008 bringt der dänische Konzern natürlich eine Reihe von Neuheiten zu diesem Anlass auf den Markt. Anlass für die Spielwiese, einmal mehr über den Tellerrand der Brett- und Kartenspiele zu blicken und ein wenig Spielzeuggeschichte zu beleuchten.
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Der Vorläufer des erfolgreichsten Bausystems der Welt aus dem Jahr 1947. Fotos: Lego |
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Die Älteren erinnern sich: Logo aus dem Jahr 1958. Die grundsätzlichen Konturen der Schrift sind bis heute erhalten. |
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| Tischlermeister, Konzerngründer: Ole Kirk Christiansen mit seinen Söhnen vor der Lego-Fabrik in Billund in Dänemark. |
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| 1966: Traum der kleinen und großen Kinder – der erste Lego-Zug. |
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| 2008: Natürlich steht viel Technik im Vordergrund, wie bei dieser Neuheit der Racers-Serie. Aber das Steckprinzip ist geblieben. |
28. Jänner 1958: In Kopenhagen wird der Lego-Stein patentiert. Damit beginnt der globale Siegeszug der Marke Lego. Der Stein steht 2008 im Mittelpunkt der Konzern-Aktivitäten: Unter anderem gibt es einen weltweiten Bauwettbewerb. Doch hier ein Blick zurück auf eine spannende Geschichte.
Spielzeug des Jahrhunderts
Kurz vor dem Jahrtausendwechsel 2000 wurde der Lego-Stein vom US Fortune Magazine und dem Britischen Verband des Spielzeugfachhandels zum „Spielzeug des Jahrhunderts“ gewählt. Diese phantastische Entwicklung hätte sich Tischlermeister Ole Kirk Christiansen wohl kaum träumen lassen, als er 1932 seinen Betrieb zur Herstellung von Holzspielzeug gründete. Doch knapp 70 Jahre später gehören Lego-Produkte zu dem beliebtesten und bekanntesten Markenspielzeug der Welt.
Vier Epochen
Lego hat seine Erfolgsgeschichte durch verschiedene Phasen der Spielzeugentwicklung hindurch fortgeschrieben. Die erste Epoche stand ganz im Zeichen des Bauens und der Erfolgserlebnisse hierbei. In der zweiten Epoche wurden die Lego-Produkte beweglich und erhielten Räder, kleine Motoren und Getriebe. In der dritten Epoche betraten die Lego-Figuren und mit ihnen bestimmte Rollenspiele die Spielbühne. "Heute stehen wir am Beginn einer vierten Epoche, in der Intelligenz und noch mehr Interaktion ins Spiel kommen", heißt es bei Lego im Jubiläumsjahr.
1950 übernahm Godtfred Kirk Christiansen die Leitung der Lego Company von seinem Vater, Ole Kirk Christiansen. Fünf Jahre später wurde das epochale „Lego System im Spiel“ und damit das Konzept „Spielen und Lernen“ eingeführt, das die Bedeutung des Spielens für kindliche Spiel- und Lernprozesse unterstrich. Drei Jahre danach wurde mit der Patentierung des Lego-Stecksystems ein weiterer Meilenstein in der Unternehmensgeschichte erreicht. Damit war die Grundlage für den späteren Erfolg zum „Spielzeug des Jahrhunderts“ gelegt.
Das Rad wird erfunden
Godtfred Kirk Christiansen hatte mit den Lego-System-Produkten aber noch mehr vor. 1961 erfand er das Rad neu und begann, mit Motoren zu experimentieren. Das Ergebnis war der erste Lego-Zug, der im Jahre 1966 komplett mit Schienen und einem 4,5-Volt-Motor auf den Markt kam. Damit kamen die Dinge so richtig ins Rollen, und jetzt ging es Schlag auf Schlag:
- 1977 wurde die Produktserie LEGO TECHNIC vorgestellt, ein System mit tollen technischen Elementen, wie Zahnräder, Streben und Getrieben. Es stellte eine Herausforderung für ältere Kinder dar, Fahrzeuge und andere Modelle zu bauen, die wie ihre realen Vorbilder funktionierten.
- In das Ende der 60er Jahre fällt eine weitere Pionierleistung: Lego-Produkte, die sich ohne Unterschied an alle Kinder richteten, wurden nun in maßgeschneiderte Produkte für einzelne Alters- und Entwicklungsstufen gegliedert. Dies war die Geburtsstunde von LEGO DUPLO, dem Baustein in einer doppelt so großen Ausgabe wie gewöhnlich, der den Umgang mit ihnen und damit das Spielen für die Kleinen leichter machte.
- Im Jahre 1968 wagte Lego mit der Gründung des ersten Legoland-Parks im dänischen Billund einen weiteren großen Schritt.
- Die dritte Epoche der Lego-Geschichte kündigte sich 1974 mit der Einführung der ersten Lego-Figuren an.
- Neue LEGOLAND Parks wurden außerhalb von Dänemark eröffnet, zuerst 1996 im englischen Windsor, drei Jahre später in Kalifornien, und im Jahr 2002 folgte das deutsche Pendant in Günzburg.
- 1997 lieferte die LEGO Company ihr erstes Computerspiel an die Geschäfte aus.
- Mit Godtfreds Sohn, Kjeld Kirk Kristiansen ging 1979 die Unternehmenstradition in die Hände der dritten Familiengeneration über und die Lego-Welt wurde nun mehr Geschichten, Themen und Rollenspiele verlegt. Ausgehend von der goldenen Lego-Regel, dass "das Spiel nie reglementiert werden dürfe", wurden die unter anderem ins "gespielte" Weltall entführt. Vorläufiger Höhepunkt: 2001 startete die erfolgreiche LEGO Bionicle-Serie.
Kooperation mit der Wissenschaft
1984, noch vor Beginn des digitalen Zeitalters, vereinbarte die Lego eine weitsichtige Partnerschaft mit dem Media Lab des Massachussets Institute of Technology (MIT) in den USA. Die Forschung in den Bereichen Technologie und Lernmethodik eröffnete Lego die Möglichkeit, der Entwicklung stets einen Schritt voraus zu sein. Durch die Verschmelzung realer und virtueller Welten zu einem umfassenden Spieluniversum ergaben sich neue Perspektiven. Eines der ersten greifbaren Resultate dieser Zusammenarbeit war die 1986 eingeführte LEGO TECHNIC Computer Control. LEGO Produkte für den Unterricht profitierten von dieser Innovation, die das Sprungbrett für die nachfolgende Entwicklung computergesteuerter LEGO Roboter bildete.
Krise und Neubeginn
Ab den 90er-Jahren hatte der Familienkonzern nicht immer die glückliche Hand. Zwar wurden die Erlebniswelten für Mädchen (LEGO Belville) und für Vorschulprodukte (LEGO PRIMO) erweitert, aber nicht alles an neuen Spielmöglichkeiten kam auch wirklich an. Die Konkurrenz schlief nicht und Patentstreitigkeiten zogen sich in die Länge und gingen ins Geld. Noch belastender war allerdings, dass der stets treue Fachhandel den Bausteinen reihenweise die Freundschaft kündigte, als Lego ihn mit neuen Vertriebskanälen konkurrenzierte.
Lego – wenige Jahre zuvor noch undenktbar! – rutsche in die Verlustzone. Ein neues Management konnte mit harten Einschnitten das Ruder noch rechtzeitig herumreißen.
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Damit begann alles: Mit Holzspielzeug 1932.
Die Älteren erinnern sich: Logo aus dem Jahr 1958. Die grundsätzlichen Konturen der Schrift sind bis heute erhalten.


