Das Thema wird nicht als Erstes in den Vordergrund gestellt. Dennoch schwingt der Bereich Produktsicherheit bei den Präsentationen auf der Internationalen Spielwarenmesse in Nürnberg mit. Die Aufsehen erregenden Spielzeug-Rückrufaktionen im vergangenen Jahr gehen nicht spurlos an den Informationsunterlagen der großen Hersteller vorbei.
In die Offensive – obwohl von den Negativschlagzeilen des Vorjahres gar nicht betroffen – geht lediglich Haba. Der Spielzeug- und Spielehersteller widmet dem Thema ein eigenes Blatt in seiner Neuheitenpräsentation: "Haba ist sicher" und "Haba ist made in Germany" stehen da als Überschriften. Darunter wird kurz erklärt, welche Auswahl, Kontrollen und anderen Schritte bis zur Produktfreigabe getroffen werden.
Andere Hersteller gehen das Thema gedeckter an. Zwar kommt praktisch kein Hersteller ohne Teile aus Fernost aus, doch wissen auch alle Kenner der Branche, dass in der Hysterie von 2007 zum Teil übers Ziel geschossen wurde.
Made in Germany hat Gewicht
Die deutschen Hersteller streichen in Nürnberg ihren Standort heraus. Mit konkreten Erläuterungen zum Hinweis "made in Germany" hatte Selecta bereits im Herbst als Erster auf die Verunsicherung der Konsumenten reagiert. Dass diese Herkunftsbezeichnung für ein besseres Gefühl bei den Konsumenten sorge, glaubt man auch bei Schmidt Spiele. Auch Geschäftsführer Axel Kaldenhoven hob vor der Presse heraus, dass 90 Prozent aller Materialien aus Deutschland stammen und dort verarbeitet würden. Auch Zoch weist in seinem neuen Katalog ausführlich darauf hin, dass – selbstverständlich – größte Sorgfalt auf die Sicherheit gelegt werden und der Anteil "made in Germany" rund 70 Prozent betrage.
Bei Kunststoffprodukten ist die Sensibilität noch höher als bei klassischen Spielen. So erläutert Playmobil, dass Sicherheitsaspekte bereits in der Konzeption von Spielwelten berücksichtigt würden, "die Materialien entsprechend sorgfältig ausgewählt und geprüft" werden, bevor die fertigen Artikel dann von neutralen Prüfinstituten nochmals unter die Lupe genommen würden. "Ein weiterer Trumpf", so betont auch Playmobil, "sind die eigenen Produktionsstätten in Europa."
Übrigens: Mehrere neutrale Prüfinstitute sind nicht erst seit diesem Jahr mit Ständen auf der Internationalen Spielwarenmesse in Nürnberg präsent – sie haben schon seit Jahren ihre Stammplätze auf dem Messegelände. Die Spielwarenindustrie zählte schon vor 2007 zu den wichtigsten Kundengruppen von TÜV und Co

