"Bayerische Tradition in Gefahr" wittert die Süddeutsche Zeitung: Immer mehr Gastwirte würden ihren Gästen das Kartenspiel Schafkopf verbieten. Statt ins Wirtshaus gehen diese dann ins Internet – ein Trend, der sich nicht nur auf dieses Kartenspiel und nicht nur auf Bayern beschränkt. Auch wenn der Präsident des bayerischen Gaststättenverbandes, Siegfried Gallus, darauf mit Unverständnis reageiert – "Zum Stammtisch gehört das Karteln" – führen die Wirte unterschiedliche Begründungen an.
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Fürs bayerische Schafkopfen weichen immer mehr Spieler ins Internet aus. Foto: spin.de |
So hieße es laut Angaben der Süddeutschen Zeitung in einem bekannten Stadtcafé, dass das Kartenspiel "nicht zum Stil" des Hauses Passe. Ein anderer Wirt wird zitiert, dass Kartenspieler weniger Umsatz brächten als andere Kundschaft.
Und der Wirt eines Bierkellers beklagt, dass es wegen des Spiels immer wieder zu Streitereien gekommen wäre. O-Ton: "Es fielen Wörter, die hier nicht so gut reinpassen, gerade wenn es um Geld ging."
Dass oft mit zweierlei Maß gemessen wird, belegen die "Regeln" mehrerer Münchner Traditionsgaststätten. Sie verbieten Schafkopf in ihren Gasträumen, weil es auch als Glücksspiel verrufen sei, lassen das Spielen aber im Gastgarten zu.
Einmal mehr muss man sich fragen, welche Blüten die Verbotsgesellschaft treibt …
Süddeutsche Zeitung |


