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| Bei Polarity geht es auch darum, mit Geschick die Magnetscheiben schweben zu lassen. |
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Autor Douglas Seaton kann noch heute genau den Tag benennen, an dem er – ganz zufällig – Polarity erfand. Beim Herrichten einer Ausstellung in seinem Architekturbüro hantierte er am 5. Dezember 1985 mit Magneten. Fasziniert beobachtete er, wie sich diese immer wieder neu zueinander anordneten, wie an einem unsichtbaren Faden gezogen aufrichteten, anzogen und abstießen. "Plötzlich sah ich das neue Spiel vor Augen", erinnert sich der gebürtige Kanadier. "Ich brauchte drei Minuten, um die Grundzüge des Spiels zu entwickeln – und sechs Monate, um die Regeln niederzuschreiben – nicht, weil sie so schwer sind, sondern weil man bei Polarity den gleichen Spielzug niemals ein zweites Mal spielt." Im August 1986 hatte Seaton die ersten Spielmodelle fertig – Basis einer eigenen Produktion, die mit einer Startsumme von 250 Dollar in Kleinserie ging. Es dauerte nicht lange, und die Spieleindustrie wurde auf die geniale Idee des Architekten, die sich schnell eine Insider-Fangemeinde erobert hatte, aufmerksam: Lizenzen mit bekannten Spieleverlagen brachten den Durchbruch auf dem amerikanischen Markt. Auftritte auf Messen, Reisen durch die internationale Spielewelt, Berichte in den Medien beschworen für wenige Monate den Traum vom Erfolg. "Das Leben war wunderbar", erinnert sich Seaton. Doch der Traum von einer Karriere als Spieleerfinder zerbrach nach dem Börsencrash 1987 wie Seifenblasen. Seaton geriet in das Räderwerk internationaler Spieleverlage, die Verträge platzen ließen und die Produktion aus unternehmenstaktischen Gründen wieder einstellten. "Es war der Tiefpunkt meiner Karriere", erinnert sich der Kanadier. Deprimiert und desillusioniert verließ er sein Land der "begrenzten Möglichkeiten" und zog sich in die Einsamkeit eines kanadischen Holzfällerdorfes zurück. "Kein Fernsehen, kein Telefon, nicht einmal eine E-Mail-Adresse": In völlig Abgeschiedenheit tankte Seaton neue Kraft und neuen Mut. Erst zwölf Jahre später kehrte er aus der selbstgewählten Einsiedelei in die Hauptstadt Toronto zurück. Er unternahm einen neuen Anlauf, sein Spiel wieder einem breiteren Publikum bekannt zu machen. |
Neuauflage ab dem Frühjahr 2009
Erwin Kotzab hatte das Spiel vor drei Jahren auf den Spieltagen in Essen als Import vorgestellt (siehe Kasten Hintergrund). Dann wurde es aber sehr schnell wieder still um Polarity. Kotzab nimmt nun einen neuen Anlauf und bereitet die Neuauflage für den heimischen Markt für das kommende Jahr vor. An den an sich einfachen Regeln wird sich nichts ändern, wohl aber an der Verpackung. Polarity soll dann in einer Schachtel auf den Markt kommen. Ursprünglich gab es das Spiel in einem Leinenbeutel.
Polarity |
| art+form Verlag |



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