
450 Jahre sind ein stolzes Alter. Aus diesem Grund hat eine Universität in Deutschland , die diesen runden Geburtstag feiert, ein Spiel herausgebracht.
Wissenschaftler der Friedrich Schiller-Universität in Jena haben aus Anlass des 450. Jubiläums der Universität ein Brettspiel entwickelt. Unter dem Titel 1558 - Hanfrieds Erbe stelle das Spiel Kurfürst Johann Friedrich I. von Sachsen in den Mittelpunkt, teilte die Universität am Mittwoch mit. Der auch als Hanfried bekannte Kurfürst hatte nach dem Verlust der Wittenberger Universität im Schmalkaldischen Krieg 1548 in Jena die Hohe Schule gegründet, aus der 1558 die Universität hervorging.
Der Mathematiker Prof. Ingo Althöfer ist der Vater des Brettspiels, das die Besucher des Universitätsgartenfestes am 29. Juni erstmals spielen können. Aus Anlass des 450-jährigen Bestehens der Jenaer Universität im kommenden Jahr hat er es erfunden. "In meinem Spiel kommen die Gruppen vor, die das Leben der Universitäts-Stadt Jena von jeher geprägt haben und noch heute prägen", so Althöfer.
Bürger gegen Studenten
Die zentrale Figur des Spiels ist der Hanfried: Bis heute dominiert seine Figur das Wappen der Alma Mater Jenensis, obwohl er zur Gründung der Universität bereits tot war. "Auch im Spiel ist der Hanfried nur neutrale Manövrier-Masse", so Spieleerfinder Althöfer. "Wer ihn am geschicktesten vor seinen Karren spannen kann, geht als ,großer Sieger' aus der Partie hervor." Ein solcher "großer Sieg" ist erreicht, wenn es einer der Spieler geschafft hat, den Hanfried in die Ecke des Gegners zu schieben. Normaler Sieger ist dagegen, wer mit einem eigenen Stein das gegnerische Eckfeld erreicht.
Auf einem gelben Spielplan mit fünf mal fünf Feldern stehen sie sich gegenüber: sechs Studenten in Form dunkler Kieselsteine und sechs Bürger als geschliffene Linsen. Zwischen ihnen thront der Hanfried - eine neutrale Spielfigur mit blauem Mantelkragen. "Der Führer der Studenten-Kiesel möchte das Bürgerhaus erobern, während der Chef der Bürger eine seiner Linsen in die Studenten-Bude einschleusen will", erklärt Prof. Dr. Ingo Althöfer von der Friedrich-Schiller-Universität Jena. "Um das zu erreichen, ziehen Studenten und Bürger jeweils abwechselnd eine ihrer Figuren", erläutert der Lehrstuhlinhaber für Mathematische Optimierung die zugrunde liegende Spielidee. Welche Figur am Zug ist, entscheidet der Würfel: Jede Spielfigur ist mit einer Zahl von eins bis sechs versehen.
Erschienen ist 1558 - Hanfrieds Erbe exklusiv als Merchandisingartikel der Friedrich-Schiller-Universität. Zunächst ist die Auflage auf 500 Stück limitiert. Wer sich ein Exemplar sichern möchte, wird ab dem Schillertag (29. Juni 2007) im Jenaer Universum Campus-Store (Carl-Zeiß-Straße 3) fündig. Es kostet 15,58 Euro.
Friedrich Schiller-Universität Jena |

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