
Die Eltern lieben Gedächtnisspiele, weil die Kinder sollen doch … Für sich selbst schaut es meist ganz anders aus. Nichtsdestotrotz: Was eine Gedächtnismeisterschaft am kommenden Wochenende alles mit Spielen zu tun hat.
![]() | |
Das Think-Theatre Bühnen-Ensemble: Blitzrechner Andy Häussler, Tanzmaschine Kai Eikermann, Rückwärtssprecher Bernhard Wolff und Comedian Felix Gaudo. Foto: Think Theatre | |
Tuttlingen "Gedächtnis-Zentrum"
Namen und Zahlen merken, Texte auswendig lernen - womit die meisten Menschen Schwierigkeiten haben, treiben Gedächtnissportler bis zur Perfektion. Mit den "Aesculap Memo Masters", den 10. Deutschen Gedächtnismeisterschaften, wird Tuttlingen am 27. und 28. Juli 2007 zwei Tage lang zum Zentrum von Spitzensportlern aus ganz Deutschland und dem europäischen Ausland.
In einem Zehnkampf vergleichen die Schnellmerker, darunter mehrere Weltmeister und Weltrekordhalter, die Kapazität ihrer Merkspeicher. Besucher sind am Samstag, 28. Juli, eingeladen zu einem attraktiven Programm mit Vorträgen, Workshops, Gedächtnistests und einer "Braintainment"-Show am Abend.
Austragungsort ist das Aesculapium in Tuttlingen, eine renommierte Bildungseinrichtung in der Medizin. Für den Gastgeber Prof. DDDr. h.c. Michael Ungethüm, Vorsitzender der Geschäftsleitung von Aesculap, geht von dem mentalen Spitzensport eine bedeutende Symbolwirkung für die Gesellschaft aus, denn "die Menschen mit ihrem Wissen sind die Schlüsselressource. Bildung ist das maßgebliche Kriterium für den Wirtschaftsstandort Deutschland". Landrat Guido Wolf: "Tuttlingen und die Gedächtnismeisterschaften passen in ganz hervorragender Weise zusammen. Denn Innovation und Kreativität sind besonders hier in Tuttlingen, im Weltzentrum der Medizintechnik, zuhause."
Spiel und Theater, Theater und Spiel
Was hat dies alles nun mit Spielen zu tun, werden Sie sich fragen. Nun, in der angesprochenen Riege der Denk- und Gedächtnismeister gibt es eine Reihe von Menschen, denen der Kontakt zur Spielebranche sehr wichtig ist. Da wäre zum Beispiel das Think Theatre aus Hamburg. Deren Mitglieder sind Partner von Ravensburger, die … richtig: die haben doch diese Serie mit Think.-Spielen. Für Promotion-Zwecke engagiert Ravensburger sie bei diversen Veranstaltungen, um den Leuten zu demonstrieren, wie scheinbar einfach es doch ist, (mit Spielen) sein Gedächtnis zu trainieren bzw. fit zu halten.
Das Think Theatre wird auch bei diesen Meisterschaften dabei sein. Allerdings nicht im Auftrag von Ravensburger. Auf seiner Webseite macht die Theatergruppe auch Werbung für die Ravensburger-Produkte, von denen es zurzeit sieben aus der Reihe gibt (siehe Spielwiese-Spieledatenbank).
Spieleverlage und Gedächtniskünstler befruchten sich seit langer Zeit gegenseitig: Die einen bringen einen oft unkonventionellen Zugang zu der Materie, die viele Erwachsene durchaus auch abschreckt, die anderen sind immer auf der Suche, das Thema Gedächtnisspiel mit neuen Facetten in Produkte umzuwandeln. Denn unbestritten ist die Wirkung, die Memory® und Co. auf die Konsumenten haben: Die Eltern greifen zu, denn sie wollen ihren Kindern über das Spiel Gutes tun.
Spielkarten als Übungsgerät
Die "Aesculap Memo Masters" in Tuttlingen werden so oder so ein spannendes Turnier, bei dem das Purzeln bestehender Gedächtnisrekorde erwartet wird. Der Weltmeister und amtierende deutsche Meister Clemens Mayer aus Brannenburg muss seinen Titel gegen starke Newcomer verteidigen. Jan Harms aus Hannover wird zwei Rekordversuche im Memorieren der Zahl Pi wagen. "Es werden sicher einige neue Gedächtnisrekorde erzielt. Die Leistungen haben sich seit Beginn der Meisterschaften vor zehn Jahren verdoppelt oder sogar vervielfacht", sagt Veranstalter Klaus Kolb von der Gesellschaft für Gedächtnis- und Kreativitätsförderung e.V. aus Isny. Beispiel Zahlensprint: Im Jahr 1997 prägte sich der Sieger in fünf Minuten 48 Ziffern ein, inzwischen sind es 304.
Für Gedächtnis-Wettbewerbe werden sehr oft normale Spielkarten herangezogen: Ein Blatt wird gemsicht und Karte für Karte aufgedeckt, anschließend muss der Probant die Reihenfolge der aufgedeckten Karten richtig wiedergeben. Das bekannteste Gedächtnisspiel, Memory® von Ravensburger, basiert bekanntlich auf der mehr oder weniger ausgeprägten Fähigkeit sich Bilder an einem bestimmten Platz zu merken. Beim ehemaligen Think.-Spiel Memo Crime ging es um eine Kombination aus beiden Fährigkeiten.
Wie populär Gedächtnisversuche sein können, wurde regelmäßig bei und durch die Fernsehsendung "Wetten dass …?" unter Beweis gestellt. Und auch da waren immer wieder Spiele mit dabei. Zuletzt gewann im September 2006 Boris Nikolai Konrad mit seiner Sudokuwette den zweiten Platz. Er hatte zwei Minuten Zeit, sich fünf ungelöste Sudoku-Rätsel anzusehen. Direkt im Anschluss mußte er in nur vier Minuten aus 100 Lösungen die passenden heraussuchen.
Boris Nikolai Konrad ist Präsident des 2002 gegründeten gemeinnützigen Verein MemoryXL e.V., der sich für die Verbreitung von Mnemotechniken einsetzt.
Besucher sind willkommen
Am Samstag bieten renommierte Trainer mit Vorträgen und Workshops zu den Themen Gedächtnistraining und Lernen, darunter Tony Buzan aus England (Memory and the Future), Prof. Wolfram Stanek (Wissensnetze), Dr. Artur Hornung (Mind Mapping) und Elisabeth Ziegler (Mentales Aktivierungstraining). Die Siegerehrung findet am
Samstagabend mit dem "Enterbrainer" Bernhard Wolff vom Think-Theatre Hamburg statt.


