
Da lasse einer noch mal etwas über die "Provinz" kommen": Die "spiel aktiv" hat am Wochenende in Innsbruck rund 22.000 Besucher angelockt und ist damit die zweitgrößte Spieleveranstaltung in Österreich. Zum Vergleich: Das 13 Mal so große Wien verzeichnete eine Woche zuvor etwas mehr als 72.000 Besucher. Die Spielwiese hat sich das Tiroler Erfolgsrezept angeschaut.
{smoothgallery} Als Erstes sollte man Einheimischer sein, um den Veranstaltungsort zu finden. Aber als Tiroler weiß man natürlich wo das Olympiazentrum, pardon: die Olympiaworld, wie es nun heißt, liegt. Und im Gebäude wünscht man sich manchmal einen Kompass: Rund um die große Hallenfläche gibt es über mehrere Stockwerke verteilt (und ebenso schlecht beschildert) eine Reihe von Räumen, die fürs Spielen genutzt werden. Dort kann man sich, rückt Organisatorin Barbara Schwarz den Eindruck zurecht, "für Ruhe für komplexere Spielen zurückziehen".
Zahlreiche Erwachsene haben das genutzt und sind zum Beispiel in den Bereich der Spielausleihe "Strategiespiele" in einem der oberen Stockwerke gekommen.
Das große Gewusel
Das Herz der Veranstaltung schlägt allerdings zu ebener Erde. Das Konzept wurde gegenüber dem Vorjahr verbessert, sprich: klarer ersichtlich aufgeteilt. An den Wänden entlang sind große und kleine Verlage mit ihren Ständen, nur MB/Parker hat einen kleinen gelben Pavillon im Innenbereich. Dort haben auch die Modellbauer ein paar Tische, es gibt für die Hyperaktiven eine Kletterwand und eine Rutsche, ansonsten wird an den Tischen gespielt, gespielt, gespielt. Auch am Boden. Die Spielausleihen sind zum Teil thematisch getrennt.
Räumlich separiert auch der Bereich für die elektronischen Spiele, für die Konsolen und PC-Freaks. Was sofort angenehm auffällt (im Vergleich zu Werbedurchsagen, Show-Geschrei und anderen Störungen bei anderen Spielefesten): Hier geht es trotzdem ruhig zu. Keine Rempeleien, kaum Drangsale, doch endlich fertig zu spielen, weil … Auch die Brettspielausteller sind äußerst angetan über die angenehme Atmosphäre, ein interessiertes Publkum und den quirligen Betrieb in der Olympiaworld.
Tirol ist anders
Ist der Tiroler anders? Die Tiroler behaupten das ja auf jeden Fall. Freilich ist es so, dass die "spiel aktiv" wie kaum eine andere vergleichbare Veranstaltung den Fokus auf Familie so konsequent ernst nimmt.
Das wiederum liegt am Veranstalter. Der ist das Land, respektive dessen Jugend- und Familienabteilung JUFF. So zahlt eine Familie mit zwei Erwachsenen und sämtlichen Kindern bis 18 (!) nun zehn Euro Eintritt. Hat sie den Tiroler Familienpass, zahlt die ganze Schar nur fünf Euro. Praktischerweise kann der kostenlose Tiroler Familienpass noch vor dem Eintritt zum Spielefest gelöst werden. Und mit der Eintrittskarte geht's gratis mit allen öffentlichen Verkehrsmitteln an den Wohnort zurück.
Ach ja: Ein Anbebot an rund 1000 verschiedenen Brett- und Kartenspielen und ein hoch motiviertes und kompetentes Beraterteam, das die Regeln erklärt, ist natürlich inklusive.
JUFF |

