
Die Londoner Guinness Buch-Zentrale wolte das bayerische Kartenspiel für einen entsprechenden Versuch aber nicht zulassen, berichtete der Bayerische Rundfunk. Die offizielle Begründung der Weltrekordhüter von Guinness: Statt mit 32 dürfe ausschließlich mit 52 Karten gespielt werden. Die Empfehlung: Man solle es doch lieber mal mit Bridge versuchen.
Schafkopf-Freunde in ganz Niederbayern waren empört, so der Bayerische Rundfunk: Vier Spieler aus Plattling und Umgebung hatten sich für einen Weltrekordversuch angemeldet und wollten die bisherige Bestmarke von 72 Stunden Dauerkartenspielen überbieten. Mit ihrer Vorgabe - 52 Karten - aber hat das Londoner Guinness-Headquarter den Schafkopflern jetzt einen Strich durch die Rechnung gemacht: Schafkopf wird mit 32 Karten gespielt.
Am Freitag kam nun nach Interventionen des Rundfunksenders das Okay, den Weltrekordversuch doch zuzulassen und anzuerkennen. Die vier niederbayerischen Spieler wollen mindestens 80 Stunden lang durchhalten.
Sie hatten London Protektionismus vorgeworfen und kämpften hartnäckig um die Anerkennung ihrer traditionsreichen Leidenschaft. Sie sei, eigenen Angaben zufolge, mehr als 100 Jahre älter als Bridge: "Es geht um ein Stück bayerisches Kulturgut, das verteidigt werden muss!" Und auch dem unausgesprochenen Vorwurf, Schafkopf sei zu einfach, wurde gekontert: "Bei 32 Karten, verteilt an vier Spieler, ergeben sich 99 Billionen Spielvarianten!"
Der schriftliche Streit, für den unter anderem auch die Schafkopfregeln ins Englische übersetzt werden mussten, füllt Aktenordner. Die Kartenspieler hatten sich auch an das Bayerische Kultusministerium gewandt.

