Stopp statt topp
Kurz und schmerzlos: Die Altersempfehlung für dieses Kinderspiel ist völlig aus der Luft gegriffen.
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Nr. 1566: Topp die Torte! | Spielwiese-Code | |
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Was ist's?
Für wen?
Was braucht's?
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Die gute Nachricht
es gibt ein paar Dinge beim Spielmaterial, die schön sind
Die schlechte Nachricht
Das (viele) Spielmaterial täuscht etwas Substanzielles vor
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| Solche Kartonstreifen werden als Torte übereinander gelegt. Die Farben sollten im Idealfall zusammenpassen. Dafür gibt es bunten Zucker (ganz oben) als Belohnung, der aber zuerst einmal in Gläser kommt und später nach einem komplizierten Modus in Bronze-, Silber- und Goldchips mit unbekannter Anzahl an Siegpunkten umgewandelt wird … Bild: Schmidt |
Rein ins Spiel!
Ist da was verwechselt worden? Der Verdacht drängt sich auf. Doch auch Monate nach Erscheinen von Topp die Torte! sind die Angaben des Verlags unverändert: Kinderspiel ab 6 Jahre.
Dabei sind Sechsjährige mit diesem Treiben in der Konditorei völlig überfordert. Wir legen zwei Lebensjahre drauf. Denn auch wenn die Spielidee einfach scheint, mit dem Begreifen der Spielanleitung hatten selbst Mütter und Väter ihre Probleme. Und das lag nicht nur an der Anleitung.
Im Grunde genommen soll eine Torte aus sogenannten Tortenteilen gelegt bzw. gebaut werden. Das sind bunt bedruckte Kartonstreifen, die Schichten einer Torte sein sollen. Das die Schichten nicht waagrecht, sondern senkrecht verlaufen, macht das Verständnis nicht einfacher. Schau dir das Foto oben an, dann siehst du klarer. Jedes Kind hat immer zwei dieser Tortenteile vor sich und soll eines auswählen und so seine Torte in die Höhe wachsen lassen. Wenn gleichfarbene Längsschichten übereinander zu liegen kommen, ist das gut und bringt …
Wenn’s einfach Punkte oder kleine Belohnungen für das gelungene Einschätzen der Farbstreifen gäbe, wäre alles gut.
Doch der Autor und Verlag machen dazu eine ganze Reihe Umwege, die keiner versteht. Da gibt es sogenannte Zuckerwürfel in sechs verschiedenen Farben, die zuerst einmal in drei, nein, halt: bei Platzmangel (?) sind es vier Gläser, auf die sie aufgeteilt werden, und wenn die Gläser voll sind, dann gibt es Punktechips in Gold, Silber und Bronze mit unterschiedlich vielen Sternen = Punkten auf der verdeckt gehaltenen Rückseite und … außerdem gibt es auf den Tortenteilen auch noch da und dort weitere Sterne …
Kürzen wir’s ab: Dieses angebliche Kinderspiel ist keines und macht keinen Spaß.
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Nochmals spielen? Unsere Testkinder im angesprochenen Alter wollten es nicht noch einmal probieren. |
Rund ums Spiel
Das Rezensionsexemplar wurde von Schmidt zur Verfügung gestellt |




… eine Beschäftigung, die für sich selbst angenehm ist.