
Dass Donald X. Vaccarino nicht zur Verliehung der Auszeichnung Spiel des Jahres 2009 für Dominion kam, heizte die Gerüchteküche zusätzlich an: Bei dem Autorennamen handle es sich um ein Pseudonym. Vielleicht von Jay Tummelson, dem Chef von Rio Grande Games, wo das Spiel erstmals veröffentlicht wurde
Als Vorbild hätte er sich Bernd Brunnhofer genommen, den Boss von Hans im Glück, der dort Sankt Petersburg und Stone Age unter dem Namen Michael Tummelshofer editierte.
In der Tat war vorläufig kein Bild des Spieleautors im Internet aufzuspüren. Und auch die Kollegen in den USA hefteten sich großteils erfolglos an angebliche Spuren des Spieleerfinders. Erstaunlich, wenn man den bisherigen Lebenslauf des Mannes liest – wenn er denn doch nicht frei erfunden ist.
Die Webseite Boardgamenews bekam schließlich Anfang Juli 2009 von Jay Tummelson oben stehendes Foto als Existenznachweis. Viel mehr aber auch nicht. So halten wir uns deshalb vorerst an die offziellen Angaben zu Donald X. Vaccarino.
Das sagt der Verlag
"Schon 1994 hat Donald X. Vaccarino die Delete-Taste seines bisherigen Programmierer-Lebens gedrückt, um sich ganz dem Spiel zu verschreiben. Der 40-Jährige lebt heute in Kalifornien und hat bereits Dutzende von Spielen entwickelt, bei denen meist Karten eine Hauptrolle spielen. Das bekannte Sammelkartenspiel Magic: The Gathering ist eng mit dem Namen Vaccarino verbunden.
Die Idee zu Dominion kam ihm, als er ein Problem bei einem anderen Spiel lösen wollte, weil dort zu viele Karten im Spiel waren ... Das Ergebnis ist bekannt: Noch mehr Karten, aber auch ein einfaches Spielprinzip, das nicht nur extrem viel Spaß und Spannung bietet, sondern auch 'Ordnung' am Spieletisch! Allerdings: Den Stress dort hat Donald X. Vaccarino ebenfalls 'vorprogrammiert' ... "
Dale Yu and Valerie Putman sind die Namen zweier Spieleentwickler, die auf der Grundidee von Vaccarino mit ihm das Spiel dann weiterentwickelten hätten. Es gibt Vermutungen, dass diese beiden eigentlich der "wahre" Donald X. Vaccarino seien.
Das schreibt die US-Seite Boardgamegeek
"Donald X. was born in 1969, after years of not existing. Of his life, little is known. Donald X. is like something you've forgotten that no-one wants you to remember. He's everything and nothing, but not at the same time. If you rotate Donald X. 360 degrees, he'll only be standing upside down. You have to rotate him 720 degrees to get him back where he started. You know how if you hook tons and tons of computers together, maybe they'll develop some kind of bizarre mass sentience? That's Donald X. in a nutshell. In fact Donald X. is nothing more than a corrupt, profane monument to a slightly earlier version of himself."
Vorläufig können es sich die Fans von Dominion also noch aussuchen, was sie glauben wollen. Für die Pseudonym-Theorie spricht unter anderem auch ein kleines Indiz, dass es im brasilianischen Bundesstaat Rio Grande do Sul eine Stadt namens Vacaria gibt. Setzt man das "X" im Namen als "aus" ein, mag man bei diesem Wortspiel nur schwer an einen Zufall glauben.
Zweifacher Preisträger
Donald X. Vaccarino zählt zu den wenigen Spieleautoren, die mehr als einmal die begehrteste Auszeichnung der Spielebranche erhielt. Drei Jahre nach Dominion wurde auch sein Setzspiel Kingdom Builder zum Spiel des Jahres gewählt.
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