• 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9

Spielwiese-Test 1366: Paris – Die Stadt der Lichter

Wunderschön!

Kosmos entführt uns mit diesem Spiel in die legendäre Zeit des leichten Lebens in Paris. Schon das Cover ist ein Augenschmaus! Das Spielmaterial ist hochwertig für so ein kleines Spiel. Für Leute, die gerne mit Plättchen puzzeln, ist jeder Cent gut investiert.

 

Nr. 1366: Paris – Die Stadt der Lichter | Spielwiese-Code  |  | G | 10 |  |


2020: Kosmos

 Was ist's? 
  • Legespiel für 2 Spieler ab 10 Jahre
  • Autor: Jose Antonio Abascal Acebo
  • Grafik: Oriol Hernández
  • Spieldauer: 30 Minuten
  • Verlag: Kosmos
  • ca.-Preis: 20,– €

 Für wen?  

  • Teile- und Farbentüftler

 Was braucht's?  

  • Ein gutes Auge für die Möglichkeiten, die sich mit dem (noch vorhanden) Spielmaterial bieten

 

 
  Die Spieler legen zuerst Straßenplättchen, um sich Grundstücke zu sichern. In der zweiten Phase errichten sie darauf Gebäude und markieren sie mit einem Schornstein ihrer Farbe. Entscheidend ist, dass die Gebäude von möglichst vielen Straßenlaternen beleuchtet sind. 

Bild: spielwiese.at

   

 Die gute Nachricht  

Da passt einfach alles zusammen!

 Die schlechte Nachricht  

Aufgrund der komplexen Möglichkeiten muss man hin und wieder etwas Wartezeit erdulden, bis der Mitspieler seinen Zug beendet. Das hängt natürlich auch vom Mitspieler ab.


 Rein ins Spiel!  

Von Jose Antonio Abascal Acebo kannten wir hierzulande bisher nur Checkpoint Charlie, 2018 bei Piatnik erschienen. Den Namen wird man sich wohl merken müssen. Sein Zwei-Personen-Spiel bei Kosmos ist in doppelter Hinsicht außergewöhnlich.

Was auf das Konto des Autors geht: Der Legemechanismus kommt mit einer Leichtigkeit daher, um schon nach wenigen Zügen mit einer vertrackten Spieltiefe sein wahres Gesicht zu zeigen. Knifflig. Das gilt schon für das Grundspiel, nicht erst für die Varianten für erfahrenere Spieler.

Was auf das Konto des Verlages geht: Das Artwork ist schlicht großartig! Man fühlt sich augenblicklich als Henri de Toulouse-Lautrec im Paris des ausgehenden 19. Jahrhunderts durch die Straßen streifen. Da ist kein Detail verkehrt.

Beginnen wir beim Material. Gespielt wird in der Schachtel, dort ist das noch graue Pariser Straßenpflaster leer und dezent in 4x4 Felder eingeteilt. Jeder Spieler erhält 8 Straßenplättchen, die auf der Rückseite seine Spielfarbe tragen, vorne viergeteilt sind. Diese Felder können nicht nur Felder der eigenen Farbe, in Lila als neutraler Farbe sowie Straßenpflaster mit einer Laterne darauf zeigen, sondern auch Felder in der Farbe des Gegners. Diese jeweils vier Felder eines Straßenplättchens sind variabel, aber für beide Spieler identisch verteilt. Die Spieler haben immer nur zwei Straßenplättchen auf der Hand.

Nacheinander legen die Spieler in Phase 1 des Spiels entweder ein Straßenplättchen auf ein beliebiges freies Feld des Spielplans oder sie nehmen sich aus dem allgemeinen Vorrat ein Gebäudeplättchen. Das kann aber erst in Phase 2 verbaut werden. Dass die Gebäudeplättchen auch „saublöde“ Formen haben (siehe Bild), überrascht nicht.

Beide Phasen sind eng verzahnt

Man ahnt es schon: Wer in Phase 1 besser vorbaut und in Phase 2 geschickter Gebäude platzieren kann, erntet die meisten Punkte. Das stimmt dem Prinzip nach vollkommen. Aber damit nicht genug. Gebäude – die man auch noch in Phase 2 aus der Auslage nehmen kann – dürfen natürlich nur auf Felder der eigenen oder der neutralen Farbe Lila gelegt werden. Ziel ist es am Ende möglichst viele Gebäude neben Laternen zu haben. Es heißt im Untertitel ja „Stadt der Lichter“ und das Spiel beleuchtet die Zeit, als die Elektrifizierung die Stadt an der Seine zu neuem Glanz verhalf. Hinzu kommt als weitere mögliche Aktion in Phase 2 das Aktivieren einer der acht Postkarten, die rund um die Schachtel liegen, in der gespielt wird. Jede Postkarte offeriert eine andere Aktion. Manchmal bleibt die eine oder andere ungenutzt, weil die Bedingungen dafür fehlen. Das hängt wiederum davon ab, wo und wie die Spieler ihre Straßenplättchen ausgelegt und ihre Gebäude errichtet haben. Man sieht: Da gibt es eine ganze Reihe an Dingen zu beachten und zu planen.

Der Einstiegsschwelle in Paris – Die Stadt der Lichter ist trotzdem niedrig. Worauf es ankommt, ist die richtige Taktik, denn man weiß nicht, wann welches Straßenplättchen auf die Hand kommt und genutzt werden kann. Von Strategie zu sprechen, wäre übertrieben, da die beste nichts nützt, wenn mein Gegenüber in Phase 1 da oder dort eines seiner Straßenplättchen so legt, dass meine Absicht, dort, zum Beispiel, das sternförmige Gebäude in Phase 2 zu setzen, zunichte gemacht ist. Manchmal kann man mit dem Anbau oder einer einzelnen zusätzlich ins Spiel gebrachten Straßenlaterne später noch etwas reparieren – verlassen darf man sich darauf nicht. Denn die abwechselnden Züge verlaufen nicht symmetrisch: In beiden Phasen haben die Spieler immer zwei Möglichkeiten – Straßenplättchen legen oder Gebäude in den eigenen Vorrat nehmen in Phase 1, Gebäude platzieren oder eine Postkarten-Aktion wählen in Phase 2.

Tipps

Kleine taktische Tipps: zwei, drei möglichst „einfache“ Gebäude auf jeden Fall schon in Phase 1 nehmen, wenn dafür die Grundstücke = Felder in der eigenen/neutralen Farbe gesichert sind, und danach trachten eigene Gebäude möglichst nebeneinander bauen zu können. Denn auch für den größten Gebäudekomplex gibt es Punkte.

Was wir als besonders gut empfunden haben: Der Spannungsbogen fällt nicht, wie bei manchen anderen Spielen mit verschiedenen Phasen, ab. Beide Phasen halten einen an der Schnur und selbst, wenn man glaubt, man habe in der ersten Phase „schlecht“ gelegt, kann in der zweiten noch alles wettgemacht werden. Mit Paris – Die Stadt der Lichter hat Kosmos ein neues Highlight in seiner Reihe 2-Personenspiele.

.

 Nochmals spielen?  

Auf jeden Fall. Man wird mit jedem Mal besser.

 Rund ums Spiel  

Das Rezensionsexemplar wurde von Kosmos zur Verfügung gestellt

Drucken E-Mail

Selbstverständlich erfüllt diese Website die Pflicht zum Hinweis auf den Einsatz von Cookies. Durch Cookies können Internetseiten nutzerfreundlicher, effektiv und sicherer gemacht werden. Durch die Nutzung dieser Website erklärst du dich damit einverstanden, dass sie Cookies verwendet. .