Meinung

Zeit, Farbe zu bekennen

Der zweite Lockdown ist da. Wir alle müssen uns die Frage stellen, welchen Anbietern wir durch die Krise helfen und welchen nicht.

16. NOVEMBER 2020

In einer freien Marktwirtschaft ist es immer problematisch, von bestimmten Unternehmen abzuraten. Aber wir durchleben derzeit außergewöhnliche Zeiten. Es geht um die Existenz vieler kleinerer Fachgeschäfte. Und es geht um Steuergeld. Also Geld von uns allen.

Aber der Reihe nach.

Die Problematik bleibt leider über die Pandemie hinaus bestehen.

 

Auf spielwiese.at veröffentlichen wir ab heute wieder eine Liste von stationären Spielwarenhändlern (siehe Beitrag), die dem Lockdown mit einem eigenen Versand- oder Zustellservice trotzen. Sie trotzen damit auch den großen Onlinehändlern. Denn diese können – völlig legitim – weiter ihr Geschäft betrieben. Damit sind wir aber bei den durch die Coronapandemie noch weiter angeheizten Wettbewerbsverzerrungen angelangt.

Uwe Sommersguter von der "Kleinen Zeitung" hat es gestern in einem Kommentar auf den Punkt gebracht: "Die Gewinner dieses Lockdowns besitzen keine österreichische Steuernummer (…) Wer in den nächsten Wochen Geschenke online kauft, darf es sich daher nicht zu leicht machen: Zwischen A(mazon) und Z(alando) finden sich auch etliche (weniger bekannte) heimische Internetshops. Sie sichern Jobs und zahlen jene Steuern, mit denen der Finanzminister dem stationären Handel das Überleben sichern will."

Der Staat will den vom verordneten Zusperren betroffenen sationären Händlern nämlich einen Teil des entgangenen Umsatzes ersetzen. Das wird sich zu zig Millionen summieren, für die wir Steuern bezahlt haben oder noch bezahlen werden müssen.

Wenn du also jetzt ein neues Spiel kaufen willst, finde ich es angebracht, über folgende Fragen nachzudenken: Ist jetzt die Zeit den lokalen und regionalen Fachhandel zu unterstützen bzw. heimische Alternativen zu Amazon & Co zu nutzen? Bin ich bereit, dafür womöglich ein paar Euro mehr auszugeben? Und bin ich dafür bereit, etwas mehr Mühe auf mich zu nehmen?

Solche Fragen stellen sich frelich nicht nur den Österreichern, die ab 17. November mit einem neuen Lockdwon konfrontiert sind. Die dahinterstehenden Gedanken sind unabhängig vom Land. Sie bleiben im Kern auch über die Coronapandemie hinaus bestehen, ein Lockdown spitzt die Problematik lediglich zu.

 


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