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Spielwiese-Test 362: Die Siedler von Catan – Kartenspiel / Die Fürsten von Catan / Catan – Das Duell

Andere Möglichkeiten als das Brettspiel

Eine gelungene Erweiterung bzw. Ergänzung zum Thema - schrieb die Spielwiese 1996 beim Erscheinen. Zehn Jahre später gibt es das Kartenspiel in einer noblen Jubliäumsausgabe.

 

Ein eigenständiges Spiel, da seine Wurzeln dennoch nicht verleugnet: Die Auslage des Kartenspiels mit den Nachziehstapeln (rosa) als Grenzziehung zwischen den beiden Spielern.

Foto: Kosmos

Das Cover der regulären Ausgabe von Die Siedler von Catan - Das Kartenspiel. Der Zuzsatz "Das" ist bei der Jubiläumsausgabe verschwunden.

 Mancher hatte sich 1996 bei den Spieltagen in Essen eines der damals besten Spiele fast entgehen lassen - weil es eben "nur" eine Ergänzung bzw. Erweiterung zum Spiel des Jahres 1995 versprach.

Doch Die Siedler von Catan - Das Kartenspiel ist mehr als das und ist auch nach zehn Jahren noch immer top. Zum runden Geburtstag hat Kosmos es in eine silberne Blechbox gepackt und noch zwei Extras beigegeben: Ein Themenset und einen praktischen Siegpunkt-Zähler. Das Ganze zu einem Preis, der wirklich Freude macht.

Doch drehen wir das Rad der Zeit nochmals zurück. Die Spielwiese berichtete damals von mehreren Überraschungen: Der Ablauf sei so anders, dass ein neues Spiel entstand, und der Aufbau des Spiels und seine Struktur so angelegt, dass das Kartenspiel wesentich strategischer sei als das Brettspiel. Beides stimmt.

Nicht überraschend: Man hat das Original-Siedler wiedererkannt. Obowhl hier nichts sechseckig ist (die Brettspiel-Version ist ja seit 1995 zu so etwas wie dem Synonym fürs Hexagon geworden). Hier sind es 120 quadratische Karten, die das Spiel ausmachen. Dazu kommen zwei Würfel. Der eine ist ein Zahlenwürfel - im Spiel Ertragswürfel genannt -, der andere ein Symbolwürfel, Ereigniswürfel genannt.

Die Anleitung der Geburtstagsausgabe ist zwar üppig bebildert, setzt aber ein großes Maß an Aufnahmefähigkeit voraus. Die alte Spielregel war besser strukturiert und hat Neulingen den Einstieg ins Spiel leichter als heute ermöglicht.

"Als Siedler-Fan war ich etwas verwirrt. Die Strategie sieht anfangs anders aus und auch die weitere Entwicklung verläuft anders", schrieb die Spielwiese 1996, "aber nach der ersten halben Stunde ist man von dem neuen Spiel so gefangen, dass man alle Vergleiche vergisst", Weiter hieß es: "Oje, ein weiterer Rohstoff: Gold – aber nur zum Tauschen. Das macht Sinn, da nur noch mit einem Würfel geworfen wird und es keinen 7er-Räuber gibt wie beim Original. Dafür gibt es den Ereigniswürfel, auf dem sich nicht nur der Räuber wiederfindet, sondern auch ein ,erfolgreiches Jahr', ein ,Ritterturnier", ein ,Handelsvorteil' und zweimal die Anweisung ,Ereigniskarte ziehen'. Das Spiel erinnert dann wieder ans Original: Siegpunkte sammeln. Hier sind es zwölf, die zum Sieg führen."

Der Start

Aber der Reihe nach. Der Start ist ganz anders als beim Brettspiel. Beide Spieler erstellen sich ein Startset, das jedem die gleichen Chancen eröffnet und jedem die Möglichkeit gibt, von Beginn an bei jedem Würfelwurf Rohstoffe zu fördern. Schachbrett-artig legen die Spieler ihre Startkarten auf den Tisch. Das sind eine zentrale Übersichtskarte, links und rechts davon je eine Siedlung und an deren Diagonalen die sechs Karten für die bekannten Rohstoffe plus Gold. Beim Kartenspiel ist jedem Rohstoff eine Würfelzahl zugeordnet: Beim einen Spieler ist z.B. die Weizen-Karte mit der Zwei versehen, beim anderen die Erz-Karte usw. Das heißt: Bei jedem Würfeln profitieren die Spieler von unterschiedlichen Rohstofferträgen. Die gedachten Felder links, rechts, oben und unter einer Siedlung bleiben leer. Sie werden im Laufe des Spiels mit anderen Karten aufgefüllt.

Zwischen beide Spieler werden die restlichen Karten in Stapeln ausgelegt: Ein Stapel mit allen Straße-Karten, einer mit allen Siedlung-Karten, einer mit allen Stadt-Karten etc., fünf Stapel, auf die alle 62 Ausbaukarten verteilt sind. Was Straßen, Siedlungen und Städte kosten, ist mit Symbolen auf den Kartenrückseiten angegeben und ident mit den Kosten vom Brettspiel.

Material und Ablauf

Zu Beginn darf sich jeder Spieler aus einem Nachziehstapel drei Ausbaukarten aussuchen und auf die Hand nehmen. Und schon geht's los: Würfeln, zuerst immer das Ereignis ausführen, danach die Erträge für die Rohstoffe durch Drehen der entsprechenden Karten sichern, dann kann der Spieler am Zug in beliebiger Reihenfolge tauschen, bauen und/oder Aktionskarten spielen.

Man kann nur maximal drei Rohstoffe einer Sorte erwerben, solange man keine zusätzlichen Landschaftskarten/Rohstoffe) ausgelegt hat. Diese erhält man nur indirekt, wenn man eine neue Siedlung anlegt. Im Kartenspiel Straße, daran eine Siedlung, daran wieder eine Straße ... Es stehen insgesamt nur neun Siedlungen zur Verfügung, d. h. dass ein Spieler wird mindestens eine weniger erwerben als der andere. Gebaut wird wie im Brettspiel, getauscht wird auch. (= geht das streng der Reihe nach: erst eine



Die Siedler von Catan - Das Kartenspiel kommt 1996 ein Jahr nach dem Brettspiel auf den Markt. Autor Klaus Teuber hat damit auch ein adäquates Spiel all jenen in die Hand gegeben, denen der dritte Mann fürs Brettspiel fehlt. Auch wenn das Kartenspiel ein völlig eigenständiges Spiel ist.


So wie der weltweite Erfolg des Brettspiels nicht absehbar war, entwickelt sich auch das Kartenspiel rasch zu einem Bestseller und läutet die Renaissance anspruchsvoller Zweipersonenspiele ein. Kosmos erkennt den Trend und schießt nicht nur Themensets nach, sondern begründet eine eigene erfolgreiche Reihe für Spiele für zwei. Die anderen Verlage verschlafen diesen Trend vollkommen.


Durch die Ausweitung der Catan-Kartenspiel-Welt im Laufe der Jahre tauchen auch immer mehr Regelfragen auf. Es gibt im seit 1996 mehrere Klarstellungen und Änderungen. Deshalb sollten sich zwei Spieler, die sich das erste Mal gegenüber sitzen, am besten vorher ihren "Wissensstand" vergleichen. Die Regeländerungen sind im Internet nachzulesen.


 

Das wichtigste strategische Element sind die Ausbaukarten. Sie auszuspielen kostet natürlich Rohstoffe. Am Ende eines Zuges wird ihre Anzahl auf der Hand wieder auf drei ergänzt, indem von verdeckten Stapeln nachgezogen wird. Unter diesen Ausbaukarten gibt es beispielsweise Angriffs- und Schutzkarten, Karten zum Ausbauen der Städte, die in der Regel zusätzliche Siegpunkte bringen. Während die Siedlungen in einer Horizontalen, nämlich der mittleren Kartenreihe gegründet werden, finden die Ausbauten vertikal statt: An jeder Stadt können oben und unten je zwei Karten angelegt werden. Die Möglichkeiten sind vielfältig. Die Ausbaukarten sind der pulsierende Kern des Spiels.

Eine weitere Kartenart sind die Ereigniskarten, die auf einem eigenen Nachziehstapel liegen. Hier wird gezogen, wenn der Würfel das Fragezeichen zeigt. Das Ereignis wird sofort ausgeführt. Es gibt positive und negative Einflüsse für die Spieler. Der andere Würfel – beide werden immer gleichzeitig geworfen – steigert bei bestimmten Rohstoffen den Ertrag. Dies ist sehr geschickt gelöst: Karten mit Rohstoffen haben an ihren Seiten die Werte 0 bis 4 aufgedruckt. Erwirbt man Rohstoff, wird die Karte auf die Seite mit dem nächsthöheren Wert gedreht, gibt man Rohstoffe ab, wird in die andere Richtung gedreht.

Es gibt dann noch sogenannte Handelspunkte in diesem Spiel (die Mühle auf dem Würfel und einigen Ausbaukarten). Diese ersetzen die "längste Handelsstraße" aus dem Brettspiel: wer die meisten Handelspunkte hat, bekommt den Spielstein Mühle. Eine weitere Analogie ist der Spielstein Ritter für die Ritterkarten der ebenfalls einen Siegpunkt wert ist.

Was man davon hat

Das Siedler-Kartenspiel hat in den vergangenen zehn Jahren zig Tausende Fans gefunden. Mit der schicken Jubiläumsbox müsste sich diese Zahl problemlos steigern lassen. Schließlich bekommt man dafür ein tolles, preiswertes und ausgereiftes Produkt. Jedermanns Sache ist es freilich nicht. Der Weg zum Sieg bzw. Ende ist mühsamer als beim Brettspiel. Da lässt es sich auch weniger auf Glück oder Pech herausreden, weil eigene Entscheidungen wesentlich stärkeren Einfluss auf Sieg oder Niederlage haben: durch die Verdichtung des Mechanismus' auf eine Spielkartenreihe mit allen Siedlungen/Städten man hat auch keine Chancen auf "Reparaturen" und man kann nicht wie beim Brettspiel sozusagen an anderer Stelle einen Ausfall wagen. Bei zwei Spielern hält sich auch die Freude bzw. die Bereitschaft am Handeln - dem zentralen Punkt des Brettspiels - naturgemäß in Grenzen.

Kurzum: Es ist ein Spiel für alle, denen ein intelligent aufgebautes Kartenspiel gleichzeitig Spaß und Herausforderung bedeutet. Ein Wermutstropfen ist, dass das erste Spiel sicherlich zwei Stunden dauert. Die weiteren werden selten kürzer als eineinviertel Stunden ausfallen. Also kein Spiel für zwischendurch. Es setzt voraus, dass man sich auf die komplexe Sache einlassen will.

Da ist es gut, dass am Ende der Anleitung die Abbildung aller Karten mit ausführlicher Erörterung eventuelle Fragen beantwortet. Sehr schön sind die Grafiken von Franz Vohwinkel gelungen, sowohl auf den Rückseiten als auch auf den Informationsseiten. Farblich unterschieden die verschiedenen Themen, dadurch ist ein schnelleres Zuordnen zu verschiedenen Aktionen möglich. Die Texte auf den Aktionskarten sind weitgehend selbsterklärend, sonst: siehe Spielanleitung zu Hilfe zu nehmen.

 

 Nr. 362: Die Siedler von Catan – Das Kartenspiel (Jubiläumsausgabe)

 

Spielwiese-Code |  | F | 12 |


2016: Kosmos


2010: Kosmos



2006: Kosmos (Jubiläumsausgabe)

1996: Kosmos

  • Kartenspiel für 2 Spieler ab 10 Jahre
  • Autor: Klaus Teuber
  • Verlag: Kosmos
  • ca.-Preis: 20,– €

   Themen: Besiedelung, Handel, Entwicklung

      Preis-Leistungsverhältnis   
    Spielmaterial 
      Wiederspielreiz 
      Anspruch
      Glücksanteil 

  • Zielgruppe: alle Siedler-Fans, Freunde von ausgetüftelten Legespielen und Leute, die nach etwas leichterer Kost als manch irrwitzigem Sammelkartenspiel suchen
  • Spieldauer: 75 Minuten - beim ersten Mal gut zwei Stunden
  • Schachtelinfo: lehnt sich verständlicherweise ans Brettspiel an; aber wer es nicht kennt, kann sich nur wenig Vorstellung vom Verlauf machen
  • Spielmaterial: gut - in der Jubiläumsausgabe gibt es als Beiwerk einen Siegpunkt-Zähler und ein neues Themenset Künstler & Wohltäter
  • Spielanleitung: hat ihre Tücken, weil die gewählte Struktur für Anfänger eher verwirrend ist
  • Anspruch: taktische und strategische Raffinesse

 -Service:

Prof. Easy-Einführung

Auszeichnungen

  • Auswahlliste 1997

Rund ums Spiel

  • In der Neuausstattung und Überarbeitung heißt das Spiel ab Herbst 2010 Die Fürsten von Catan
  • Ab 2016 wird daraus Catan – Das Duell


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