Es gilt das gesprochene Wort
In über einem Dutzend Sprachversionen ist dieses Spiel schon erschienen, von Thai bis Norwegisch. Ein Hidden Champion, denn in den Vordergrund gestellt hat sich das Wissensspiel nie. Mit englischem Namen kehrt es vor Kurzem auf den deutschsprachigen Markt zurück.
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Nr. 1611: Tapple | Spielwiese-Code | |
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Was ist's?
Für wen?
Was braucht's?
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Die gute Nachricht
große Anziehungskraft durch das Gerät
Die schlechte Nachricht
Sofern man das als schlechte Nachricht bezeichnen mag: Die Spieler werden sich nicht immer einig sein
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| Du hast ein passendes Wort, das mit "N" beginnt? Dann drücke den Buchstaben nieder und auf den Timer, dann hat der nächste Spieler 10 Sekunden Zeit, ein passendes Wort mit einem anderen Buchstaben zu finden. Bild: Huch |
Rein ins Spiel!
Die Idee ist nicht neu, die konkrete Ausgestaltung des Spiels war es schon. Dazu unten mehr. Schildern wir zuerst, was bei Tapple vor sich geht. Es ist ein Stadt-Land-Fluss-Spiel. Allerdings schreiben die Spieler hier nichts auf und sind auch nicht gleichzeitig, sondern reihum an der Reihe. Sie sitzen um ein blau-schwarzes Gerät, das sogenannte Tapple-Rad, und lauern mit einem oder zwei Fingern. Ein Spieler hat von einem schlichten Kärtchen die Kategorie ausgewählt – zum Beispiel „Etwas Nasses“, „Im Flugzeug“ oder auch „Lebensmittel, die man roh essen kann“ – und wer an der Reihe ist, hat zehn Sekunden Zeit: Ein Wort finden, das mit einem noch verfügbaren Buchstaben beginnt. Dieser Buchstabe wird am Gerät niedergedrückt und so werden es immer weniger Buchstaben, die zur Verfügung stehen. Dabei läuft die Zeit unerbittlich davon, denn nach jedem Begriff, der gesagt wurde, wird der Timer in der Mitte neu gestartet.
Probe gefällig? Gesucht sind Begriffe, die „Auf dem Bauernhof“ vorhanden sind. Dir fällt spontan „Hühner“ ein und du kaprizierst dich auf dieses Wort, bis du dran bist. Doch Rudi, zwei Plätze vor dir, drückt das „H“ nieder und ruft „Heu“. Das „H“ ist weg und dir fällt als nächster Begriff „Pferd“ ein und du suchst nach dem „P“ am Gerät. Nur: Es gibt kein „P“! Tapple verwendet jene 20 Buchstaben, die am häufigsten im Deutschen verwendet werden. Da ist auch kein „V“ dabei, was dich mit "Vieh" retten würde … Du bis bereits an der Reihe, die Zeit läuft und du schaust dir verzweifelt die Buchstaben an, die noch frei sind und – dir ist nichts eingefallen, als es „Piep!“ macht.
Du bist raus.
So geht es weiter, bis in einer Runde nur noch einer oder eine übrig ist und die Kategoriekarte erhält. Wer zuerst drei gewonnen hat, geht bei Tapple als Sieger vom Tisch.
Doch das sind verhandelbare Details. Denn Tapple ist ein Spiel, dessen Erlebnis ganz stark davon abhängt, wer am Tisch sitzt. So gibt es immer jemand, der für abstruse Wortschöpfungen anfällig ist. Wer entscheidet, ob ein Begriff zulässig ist? Die Gruppe. Wird der Spielfluss durch Diskussionen darüber gestört, kann das nerven. In einer Testrunde kam deshalb die Idee, dass abwechselnd in jedem Durchgang eine Person nicht mitspielt und Schiedsrichter ist. Wenn der Schiedsrichter nicht sofort eingreift, gilt das gesprochene Wort. Die Erfahrung war zwiespältig. Die Diskussionen gab es nämlich anschließend, doch es störte etwas anderes noch viel mehr als sonst: Für Spieler am Zug verstrich immer wieder wertvolle Zeit, weil oft unklar war, wer gerade übersprungen werden sollte. Überhaupt: So oder so wird im Eifer des Gefechts sehr oft vergessen, nach der Ansage den Timer zu drücken.
Doch egal, es ist nur ein Spiel. Ein Spiel mit einem anderen Pepp als das übliche Stadt-Land-Fluss und mit einem absolut tauglichen Spielgerät. Ein Detail: Die 36 Kategoriekärtchen verstaut man auf der Unterseite hinter einer Klappe neben dem Batteriefach (2x AA). Dann brauchst du, wenn du willst, nur das Gerät zum nächsten Spieleabend mitnehmen. 36 Kärtchen ergeben 144 verschiedene, zum Teil sehr originelle Kategorien – damit kommt man eine Zeitlang aus.
Trivia: Alles schon einmal da gewesen
Der direkte Vorgänger von Tapple war Pim Pam Pet – Das letzte Wort. Das Spiel war von 2012 bis 2017 bei Jumbo im Programm. Einige Exemplare waren auch als Pim Pam Pet – Revanche auf dem Markt. Die Redewendung „Pim Pam Pet“ ist das holländische Pendant zu "Stadt – Land – Fluss". Zu dieser Zeit wollte Schmidt diese Wortfolge markenrechtlich für Spiele schützen lassen, was andere Verlage dann bei ihren Titeln für derartige Spiele ziemlich kreativ werden ließ. Ein Problem, das in anderen Märkten nicht vorhanden war.
Apropos Holland. In Amsterdam sitzt NPD Toys (NPD Partnership Ltd.), die die Markenrechte für die vorliegende Spielausführung hat. Nichtsdestotrotz gibt es auch am deutschsprachigen Markt immer wieder Produkte mit sehr ähnlichen Spielgeräten, um nicht zu sagen: Plagiate.
Schon 2012 wurde unter anderem die portugiesische Ausgabe Tapple getauft und bezieht sich somit auf das englische „to tap“, was so viel wie „tippen“ bedeutet. Diese doppeldeutige Bezeichnung ist nun auch in der deutschen Version übernommen: einerseits tippt man einen Buchstaben (an), andererseits ist es ja nur ein Tipp, den man abgibt. Ob er gültig ist, entscheidet gegebenenfalls die Gruppe.
Mehrere Verlage hatten Interesse daran, das Spiel für den deutschsprachigen Markt wieder herauszubringen, das Rennen machte dann Huch.
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Nochmals spielen? Ja. |
Rund ums Spiel Das Rezensionsexemplar wurde von Huch zur Verfügung gestellt |




