• 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9

Spielwiese-Test 960: Jetzt schlägt's 13

17 und 4 in neuem Kleid

Die Gier kann ein Schwein sein. Das beweist auch dieses Kartenspiel. Es geht dank einfachster Regeln locker von der Hand.

 

 

Das sind die nicht gewöhnlichen Karten im Spiel (im Uhrzeigersinn): Mit der Hand darf man in eine Karte, die man später erhält, ablehnen; die grünen Pluspunktekarten werden nicht in die Auslage, sondern sofort als Gewinn zur Seite gelegt; wer die Karte mit dem Pfeil erhält, muss sie zusammen mit der zuletzt abgelegten Karte auf den Ablagestapel legen; Mit 13 auf 18 wird der Spielraum erhöht – 18 ist das neue Maximum für den betreffenden Spieler; solche blauen Karten müssen in die Auslage gelegt und zusätzlich eine weitere vom Stapel gezogen werden, deren Symbol (Anweisung) sofort ausgeführt werden muss.

Fotos: Spielwiese

Wer das schon vor sich liegen hat, für den wird's brenzlig: Der Spieler hat bereits 12 Punkte und würde sechs Kreuze verlieren. Er kann hoffen, dass ein anderer Spieler vor ihm das Limit von 13 erreicht. In diesem Fall würde der andere seine Karten loswerden und dieser Spieler die drei Karten mit insgesamt sechs Pluspunkten werten.

 

 Wir haben hier ein Spiel, bei dem man ausgesprochen fies sein darf, kann und hin und wieder sein muss.

Denn eine Wahl hat der Spieler, der an der Reihe ist, nur bedingt. Jetzt schlägt's 13 ist auch kein klassisches Kartenspiel, bei dem ma versucht das Beste aus seinem Blatt zu machen. Hier bekommt der jeweilige Spieler immer nur eine Karte zu Gesicht und muss sich entscheiden, wer sie bekommt. Es geht also um Zuteilungen.

Erwartungsgemäß gibt es gute und schlechte Karten. Die guten sind alle, die ein weißes Kreuz in einem roten Kreis haben. Mal eines, mal zwei.

Da die meisten Karten aber darüber auch eine Zahl stehen haben, können auch gute Karten mit Kreuzen gleichzeitig für bestimmte Spieler ganz schön schlecht sein: Nach jeder Zuteilung einer Karte wird kontrolliert, ob der gerade beglückte Spieler mit allen seinen Karten (die offen abgelegt werden) in Summe der Zahlen 13 erreicht oder sogar überschreitet.

Sudden death-Regel

Damit ist eine Runde sofort beendet: Der Spieler, bei dem es 13 oder mehr geschlagen hat, muss alles eine offenen Karten auf den Ablagestapel werfen, die anderen Spieler legen ihre Karten mit Kreuzen zur Seite. Wer am Ende des Spiels die meisten davon hat, ist Sieger.

Wir haben es also im Kern mit einer Abart von 17 und 4 (siehe Kasten Hintergrund) zu tun. Der große Unterschied ist dass alles offen passiert und das Ende nicht bei 21, sondern schon bei 13 kommt. Jetzt schlägt's 13 hat zudem aber auch Elemente von UNO. Einige Sonderkarten verpflichten den jeweiligen Spieler zum Beispiel, eine zusätzliche Karte zu ziehen oder seine zuletzt abgelegte Karte auf den Ablagestapel zu werfen.

 

 


17 und 4 (21, fr. Vingt (et) un) ist ein ursprünglich französisches Kartenglücksspiel aus dem 18. Jahrhundert, wo es am Hof von Ludwig XV. sehr beliebt war.


Zu Beginn des 20. Jahrhunderts entwickelte sich in den USA daraus das bekannte Casino-Spiel Black Jack. Das französische Vingt un ist seinerseits ein Abkömmling des älteren Trente un, bei dem es galt, 31 Punkte zu erreichen.


Es ist alles sehr einfach. Damit ist gewährleistet, dass das Spiel schnell erklärt und kapiert ist. Vertraute Spielelemente sind ein weiterer Grund für die positive Prognose, dass Ravensburger damit nach längerer Zeit wieder einmal ein Kartenspiel gelungen ist, das Potenzial zu einem Longseller hat.

Natürlich darf eines nicht außer Acht gelassen werden: Das "gefährlich gute Kartenspiel", so sein Untertitel, ist auch in dem Sinne gefährlich, dass ein Mitspieler am Tisch mal kurzzeitig ausrasten kann. Aber gut, das passiert auch bei UNO und anderen Spielen.

In jedem Durchgang müssen die Karten – so viele als Mitspieler am Tisch sind – gleichmäßig verteilt werden. Alle erhalten gleich viele und legen sie offen vor sich ab. Die letzte Karte muss der Geber immer dem Spieler geben, der noch keine erhalten hat. Das sorgt für Überraschungen und sind das Salz in der Suppe: Gibt man sich selbst eine vermeintlich gute Karte, wäre die nächste eventuell sogar noch besser gewesen. Oder: Wartet man zu, erhält man womöglich eine absolut unwillkommene Karte usw.

Spannend bis zum Schluss

Was locker aussieht, hat trotzdem eine gewisse Tiefe. Einen Mitspieler über die Klinge springen zu lassen, bedeutet immer auch das sofortige Ende und Auswertung für alle übrigen Spieler. Es macht deshalb durchaus Sinn, je nach Situation noch etwas zu warten oder bewusst das Ende einer Runde herbeizuführen, weil man schon mehrere Kreuze (Pluspunkte) vor sich liegen hat.

Kurzum: Jetzt schlägt's 13 ist ein sehr kurzweiliges und spannendes Spiel für zwischendurch und die Strandmatte.


Nr. 960: Jetzt schlägt's 13


2007: Ravensburger

  • Kartenspiel für 2 bis 5 Spieler ab 8 Jahre
  • ca.-Preis: 10 €
  • Verlag: Ravensburger
  • Autor: Rüdiger Dorn
  • Zielgruppe: Familien, Kartenspielfans und UNO-Spieler
  • Spieldauer: 20 bis 30 Minuten
  • Spielmaterial: gut, die Karten sind eindeutig und gut voneinander unterscheidbar
  • Schachtelinfo: abgesehen davon, dass der Strategie-Faktor völlig überbewertet ist, gut, kurz und ehrlich
  • Spielanleitung: gut
  • Anspruch: kühlen Kopf bewahren und sich seiner Chancen, aber auch der Risiken bewusst bleiben
  • Spielreiz: sehr hoch für zwischendurch, zum Mitnehmen und immer wieder einmal spielen
  • Glücksanteil: sehr hoch

 -Service:

Spielanleitung zum Herunterladen

Notizblock der Kritiker: Was andere zum Spiel meinen

Auszeichnungen

  • Empfehlungsliste 2007

Spielwiese-Code: |  | E | 8 |  |

Drucken E-Mail

Selbstverständlich erfüllt diese Website die Pflicht zum Hinweis auf den Einsatz von Cookies. Durch Cookies können Internetseiten nutzerfreundlicher, effektiv und sicherer gemacht werden. Durch die Nutzung dieser Website erklärst du dich damit einverstanden, dass sie Cookies verwendet. .