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Spielwiese-Test 1429: Ich fahr' voll ab auf Österreich

Lerne deine Heimat kennen!

Gewissermaßen eine Österreich-Reise 2.0 ist dieses Ravensburger-Spiel. Verdeckte Plättchen und ein eigenes Auswahlsystem für Würfel bringen mehr Pep in das bekannte Prinzip, auf einer bespielbaren Landkarte ein bisschen Geografieunterricht zu konsumieren.

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Nr. 1429: Ich fahr' voll ab auf Österreich | Spielwiese-Code  |  | E | 7 |  |


2021: Ravensburger

 Was ist's? 
  • Sammelspiel für 2 bis 4 Spieler ab 7 Jahre
  • Autor: Arno Steinwender
  • Grafik: Johannes Krenner
  • Spieldauer: 30 Minuten
  • Verlag: Ravensburger Österreich
  • ca.-Preis: 25,– €

 Für wen?  

  • Familien mit Volksschulkindern, Österreich-Fans

 Was braucht's?  

  • Ein bisschen Merkfähigkeit und ein bisschen mehr Glück

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  Ein speziellere Würfelmechanismus und die Anforderung, sich die wechselnden Standorte von Bloggern zu merken, peppen das Reisespiel zu Österreich auf.

Bild: Ravensburger

 Die gute Nachricht  

Das Prinzip der Weltreise-Spiele ist hier etwas modernisiert worden. Nicht zu früh … 

 Die schlechte Nachricht  

Ein gescheites Schachtel-Inlay fehlt. So fliegen alle Karten durcheinander


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 Rein ins Spiel!  

Man muss mit seiner Spielfigur mehrere zufällig bestimmte Orte auf einer Landkarte „abfahren“, dort gegebenenfalls Informationen sammeln und an den Ausgangspunkt zurückkehren. Das ist das Spielprinzip von Weltreise und Deutschlandreise aus den frühen 1960ern bzw. der Länderadaption Österreich-Reise von 1984. Die aus heutiger Sicht mehr als nüchterne, fast schon spartanische Gestaltung von damals geht heute natürlich gar nicht mehr. Ravensburger hat schon die beiden erstgenannten Spiele in den vergangenen Jahren immer wieder modernisiert. Einen noch größeren Schritt hat die Österreich-Tochter des Verlags mit dem blauen Dreiecks getan.

Mit Ich fahr’ voll ab auf Österreich hat das Reisespiel einen neuen Namen erhalten, das Regelwerk wurde verändert und nachdem aus abstrakten Orte-Abklappern Reise-Blogger wurden, ist das Spielprinzip auch im Zeitalter angeblicher Social Media angekommen. (Dahingestellt ist, ob 7-Jährige und der 75-jährige Opa mit "Blogger" was anfangen können).

Die beiden wichtigsten Veränderungen, die der österreichische Autor Arno Steinwender vorgenommen hat, sind der Einbau eines Merkmechanismus und ein neues Würfelwahhl-System (siehe Interview "Plättchen statt klassischer Spielfiguren").

Spielend Österreich erkunden, wie es im Untertitel steht, daran hat sich nichts geändert. Auch dieses „Weltreise 2.0“ richtet sich primär an Familien mit Schulkindern, die mehr über ihr Heimatland erfahren wollen oder sollen – ein Lernspiel im weitesten Sinne – und nebenbei an unterschiedlichste Österreich-Fans. Der Tourismus- und Souveniraspekt ist nicht zu unterschätzen.

Ravensburger hat eine nette Geschichte erfunden, um in das Spiel einzuführen. Hier erkunden Blogger das Alpenland. Wir als Spieler bekommen den Auftrag, die Blogger zu ihren jeweiligen Lieblingsorten zu lotsen. Doch die Blogger seien meist "undercover" unterwegs, weshalb wir uns merken müssen, wo sie das letzte Mal aufgetaucht sind. Das Abtauchen wurde einfach ein plausibles Vehikel für den Merkmechanismus gesucht, der mehr Spannung ins Geschehen bringt.

Die zehn Blogger, dargestellt durch Plättchen, starten an zehn Punkten innerhalb oder am Rand der Österreich-Landkarte. Ihre Identität ist noch geheim, die Plättchen liegen verdeckt. Jeder Spieler hat vier oder fünf zufällige Aufträge erhalten. Das sind die Orte. 64 gibt es insgesamt. Jedem Auftrag sind auch zwei Blogger zugeteilt. Vorrangige Ziele: Einen der beiden Blogger zu diesem Ort bringen. Übergeordnetes Ziel: Als Erster seine Aufträge zu erfüllen. Dann ist man Sieger.

Wie bei den eingangs genannten früheren Spielen dieser Art gibt es Ereigniskarten, nur dass sie hier Aktionskarten heißen. Sie bringen meistens Vorteile. Zum Beispiel kann man mehr Felder ziehen, geheim ein Blogger-Plättchen anschauen, allerdings gibt es auch einige Aktionen, bei denen Blogger versetzt werden. Das kann einem Spieler kurz vor dem Ziel auch den sprichwörtlichen Strich durch die Rechnung machen.

Am Beginn jeder Runde würfelt der aktive Spieler die drei Würfel. Er kann nnun eine dieser Aktionskarten ziehen. Das ist sozusagen die passive Variante eines Zugs. Die aktive Variante ist einen der Würfel verwenden. Die beiden roten sind klassische Augenwürfel, der dritte, der weiße, zeigt außer Zahlen auch zweimal ein Augensymbol. Wählt man dieses Symbol, darf man sich geheim das Plättchen eines Bloggers ansehen. Wählt man einen Augenwürfel, zieht man einen Blogger um entsprechend viele Felder. So doder so, daraufhin darf man, wenn man will, einen Blogger aufdecken und im besten Fall einen Auftrag als erfüllt abhaken. Jetzt wählt der nächste Spieler aus den noch nicht verwendeten Würfeln oder deckt eine Aktionskarte auf. Ist die Runde vorbei, beginnt der nächste Spieler wieder zunächst mit dem Würfeln und trifft als Erster eine Entscheidung.

Fazit

Die Frischzellenkur für das gute alte Weltreise-Spiel war zweifellos erfolgreich. Die Ideen von Arno Steinwender bauen mehr Spannung auf und geben, noch wichtiger, den Spielern etwas mehr Entscheidungsfreiheit. Das Rad neu erfunden wurde dennoch nicht. Auch Ich fahr’ voll ab auf Österreich bleibt wie seine Vorläufer ein Spiel für eine klar abzugrenzende Zielgruppe. Das Investment wird, schätzen wir, für zwei, drei, vielleicht auch mal vier Spielpartien sorgen. Dann hat sich’s.

PS.:

spielwiese.at ist in Bregenz zu Hause, wir kennen uns deshalb besonders in Vorarlberg gut aus und haben, schon aus reiner Neugier, die Aufträge für dieses Bundesland genauer angeschaut. Die Texte haben spieltechnisch keine Bedeutung. Trotzdem will man sich darauf verlassen können, was da zu den Ausflugszielen genannt wird. Ganz zufritden können wir nicht sein. Bei deninsgesamt sechs Vorarlberg-Aufträgen sind uns ein kleiner Fehler und eine Ratlosigkeit untergekommen. Bei Bregenz sind die Bregenzer Festspiele Gegenstand der Information, exakt: die Seebühne. Dass, wie es hier steht, jedes Jahr eine neue Kulisse präsentiert werde, stimmt schon seit 37 Jahren nicht mehr (Wechsel der Aufführung: alle zwei Jahre). Und eigenartig ist, warum der Wintersportort Lech/Zürs mit dem Bild anhand der Süßspeise Kaiserschmarren beschrieben ist. Erwähnt wird dabei dann eine in Wien angesiedelte Legende. Weder Kaiser Franz Joseph I. noch Kaiserin Sisi waren jemals in Lech. Überhaupt gibt es nur zwei Aufträge im Spiel, die mit einer Speise zu tun haben. Beim anderen gönnen sich die Blogger Emma & Elias in der „Mittagspause“ eine „Portion traditionelle Kasnudeln“, und zwar im Auftrag Lavanttal. Das ist m Gegensatz zum Kaiserschmarren geografisch immerhin passend.

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 Nochmals spielen?  

Unter den oben geschilderten Voraussetzungen

 Rund ums Spiel  
  • Das Spiel ist ausschließlich im österreichischen Fachhandel erhältlich

Das Rezensionsexemplar wurde von Ravensburger zur Verfügung gestellt

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