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Spielwiese-Test 1455: Catch the Moon

Wackelkandidaten unterwegs

30 Leitern, erreichen wir damit den Mond? Natürlich nicht. Aber der Versuch bereitet Freude.

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Nr. 1455: Catch the Moon | Spielwiese-Code  |  | E | 7 |  |


2022: Kosmos

 Was ist's? 
  • Geschicklichkeitsspiel für 1 bis 6 Spieler ab 8 Jahre
  • Autor: Fabien Riffaud, Juan Rodriguez
  • Grafik: Emmanuel Malin
  • Spieldauer: 20-30 Minuten
  • Verlag: Kosmos
  • ca.-Preis: 25,– €

 Für wen?  

  • Menschen mit ruhigen Händen

 Was braucht's?  

  • Eben diese ruhigen Hände (und bei der Wettbewerbs-Variante auch ein bisschen Taktik, um andere zu ärgern und einzurbremsen)

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  Aus der Mondperspektive: Mehr oder weniger geschickte Erdenbürger versuchen mittels kleinen Holzleitern zum Trabanten aufzusteigen. Dabei entstehen abenteuerliche Gebilde!

Bild: spielwiese.at

 Die gute Nachricht  

Ansprechendes Material zu einem guten Preis

 Die schlechte Nachricht  

Vielleicht, dass wir an unsere Selbstüberschätzung erinnert werden? Denn es läuft nur manchmal so, wie wir uns das vorstellen …


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 Rein ins Spiel!  

Über dieses Spiel muss man eigentlich gar nicht viele Worte verlieren. Sieht man ein Bild davon, ist klar: Wir bauen Leitern in den Himmel und solange das Konstrukt nicht ineinander zusammenfällt, ist alles gut. Und nachdem uns das Bild auch zeigt, dass es hierbei ziemlich fragil zugange geht, muss es ein Geschicklichkeitsspiel sein.

Richtig. Und es lässt sich auf dreierlei Art spielen: als Wettbewerb, kooperativ oder allein.

Der kleinen Leitern gibt es insgesamt 30 Stück, in unterschiedlichen Sprossenanordnungen und Umrissen aus irgendeinem dünnen Holz irgendwo in China geschnitten oder, wie wir vermuten, gelasert, China? Nicht sofort die Nase rümpfen – anderswo wäre das durchaus ansprechende Ergebnis mit Sicherheit nicht annähernd zum Preis, den wir bezahlen, möglich gewesen. Ansprechend, das heißt: die kleinen Leitern schauen gut aus, liegen gut in der Hand, ein Würfel und sieben Regentropfen aus Holz sind auch noch dabei, und was das „Spielfeld“ in Form einer Wolke angeht, selbst dieses Plastikteil verbreitet schlichten Charme.

Die einzigen beiden gerade Leitern werden an zwei von fünf möglichen Stellen der Wolke als Startaufstellung himmelwärts gesteckt. Nun wird der Weg zum Mond abwechselnd weiter errichtet. Dazu wird immer wieder eine neue Leiter aus dem Vorrat genommen (blind!) und der Würfel gibt drei Möglichkeiten vor: Die hinzugefügte Leiter darf genau eine andere Leiter berühren, sie muss genau zwei andere Leitern berühren oder, wie es in der Anleitung so schön heißt, „dass ihre Spitze anschließend den höchsten Punkt des Leiterturms darstellt“. Auch dabei darf sie wiederum nur eine oder zwei andere Leitern berühren. Und das alles auch noch mit nur einer Hand.

Wer nun gedacht hat, das ist doch kinderleicht, dass meine neue Leiter nur zwei andere berührt, wird schnell feststellen, dass dem nicht so ist. Und noch schwieriger ist es meistens, finden wir zumindest, die Leiter so anzubringen, dass sie nur von einer anderen gehalten wird.

Und wenn es nicht klappt? Wenn eine oder mehrere Leitern (wieder) herunterfallen? Dann bekommt man in der kompetitiven Variante einen blauen Regentropfen als Strafe und wer am wenigsten sammelt, gewinnt. In der kooperativen Variante dienen dann fünf Regentropfen als Wertungsmarker: Fünfmal schauen alle gemeinsam, wie viele Leitern höher als die aufgestellte Schachtel sind und für jede, die über den Schachtelrand ragt, gibt es Punkte. In der Solo-Version macht man das Gleiche und versucht, sein Ergebnis vom vorigen Mal zu verbessern.

Die Autoren von Catch the Moon haben keineswegs das Rad neu erfunden. Stapelspiele im Allgemeinen und Leiterstapelspiele im Besonderen hat es schon mehrere gegeben. Mit dem Thema Mond und den stimmigen Spielkomponenten aber ist ein Geschicklichkeitsspiel gelungen, das ganz unterschiedlichen Spielergruppen Spaß machen kann. Denn alle drei Modi sind schlüssig und haben Reiz, auch für Erwachsene, weil es nicht kindisch ist.

Originell und (teilweise) hilfreich finden wir die „Kleine Leiterkunde“ als Anhang der Spielanleitung. Die acht Beispiele, wie man Leitern anbringen kann, entbehren nicht einer gewissen Schadenfreude.

So, schlussendlich sind doch noch mehr Worte als gedacht gefallen. Aber Catch the Moon hat sie verdient.

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 Nochmals spielen?  

Gerne.

 Rund ums Spiel  
  • Spielanleitung zum Download
  • Von den beiden Autoren stammt etwas ganz anderes, das mittlerweile Kultstatus genießt: Das Antikriegsspiel Les Poilus (CMON, 2016)

Das Rezensionsexemplar wurde von Kosmos zur Verfügung gestellt

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