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Spielwiese-Test 1419: Rolling Dice

Eiskalt erwischt

Auf Risiko würfeln oder baden gehen. Rolling Dice verbindet Geschicklichkeitsspiel mit taktischer Herausforderung.

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Nr. 1419: Rolling Dice | Spielwiese-Code  |  | E | 8 |  |


2021: Abacus

 Was ist's? 
  • Würfel- und Geschicklichkeitsspiel für 2 bis 6 Spieler ab 8 Jahre
  • Autor: Karl-Heinz Schmiel, Albrecht Werstein, Peter Wichmann, Klaus Zoch
  • Grafik: Kreativbunker
  • Spieldauer: 205-30 Minuten
  • Verlag: Abacus
  • ca.-Preis: 25,– €

 Für wen?  

  • Familien oder in einer launigen Runde als Aufwärmen

 Was braucht's?  

  • Geschick und Glück

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  Gespielt wird Rolling Dice in der Schachtel. Die hat mit 43 x 30 cm stattliche Ausmaße. Hier hat soeben Orange geworfen: Zwei der drei Würfel kommen vor dem Wertungswürfel – praktisch: gekennzeichnet durch den weißen Ring – zu liegen und können als neuer Wertungswürfel für cdie nächste Runde gewählt werden. Am besten ist natürlich der Würfel ganz vorne, weil dann die Augen von Gelb, Lila und Blau für die eigene Wertung zählen. Der dritte Würfel landete im Wasser und kommt selbstverständlich nicht in Frage.

Bild: Abacus

 Die gute Nachricht  

Das Spiel ist absolut generationsverbindend

 Die schlechte Nachricht  

Die Eisscholle ist etwas instabil. Aber da echte Eisschollen ja auch wackeln können …


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 Rein ins Spiel!  

Die kleinen bunten transluzenten haben es den Testspielern in allen Testrunden von Beginn an angetan. So hübsch. So schön. So niedlich. Und so weiter und so fort. Interessant, welche Emotionen ein eigentlich gewöhnliches Utensil auslösen kann, wenn … Liegt es am Größenverhältnis zur „riesigen“ Spielfläche bei Rolling Dice? Lassen die kleinen Würfel einen die Einsamkeit des ewigen Eises besonders nachvollziehen? Ein Psychologe wüsste vielleicht die Antwort. Fürderhin ist es nur eine These.

Fakt ist, dass Rolling Dice nicht nur – wie erwartet – den Kindern großen Spaß gemacht hat, sondern auch Erwachsenen. Das war in dieser Form überraschend. Denn schon optisch spricht alles für ein Kinderspiel. Und Zielwerfen mit Würfeln? Also bitte!

Warum dann auch Erwachsene mit Begeisterung und Ehrgeiz bei der Sache sind, dürfte mehrere gute Gründe haben.

Die Herausforderung scheint so simpel, dass man es zuerst gar nicht glauben kann, daran auch scheitern zu können.

Es besser als der oder die Spieler zuvor zu machen, das stachelt an.

Der Wertungsmechanismus spielt Risikobereiten in die Hände.

Ist einmal gesagt, wie putzig das Ganze anmutet, stellt sich das Spielmaterial dann doch nicht als Kinderkram, sondern einfach nur neutral und funktional heraus.

Und schließlich: Rolling Dice wurde von vier alten Männern entwickelt und einem fünften Ergrauten (siehe Rund um Spiel unten) veröffentlicht. Sie wissen also, was auch in ihrer Altersklasse geht und was nicht.

Gespielt wird in der überdimensionalen Spielschachtel. Ein am Rand gezackter fester Karton stellt die Eisscholle dar, sie ist etwas kleiner als der Schachtelboden und haftet auf diesem dank beigefügter Klebepads. Der Schachtelboden ist das Wasser, in das man tunlichst nicht plumpsen will. Im ersten Durchgang wirft jeder Spieler alle seine vier Würfel. (Ein-)Werfen kann man nur von einer bestimmten Schmalseite. Drei Würfel nimmt er wieder weg, den vierten lässt er als sogenannten Wertungswürfel stehen. In der nächsten und in den kommenden Runden muss der (jeweilige) Wertungswürfel überboten werden: Einer der dann drei gewürfelten Würfel muss entweder weiter vorne zu liegen kommen als der Wertungswürfel oder eine höhere Augenzahl aufweisen.

Der neue Wertungswürfel kann demnach auch ganz am Anfang der Eisscholle liegen, wenn er höher ist. Aber wäre das auch gescheit? Nicht im Sinne der Wertung. Denn die Spieler punkten am Ende einer Runde nicht nur mit der Augenzahl ihres Wertungswürfels, sondern auch mit allen Augen der Wertungwürfeln der Mitspieler, die weiter hinter liegen! Würfel in aufgemalten Eislöchern oder in Fischernetzen bringen noch Minus- oder Pluspunkte. Es macht also sehr viel Sinn, mit einem eigenen Würfel weit vorne zu stehen.

Das erfordert nun wieder entsprechendes Würfelgeschick. Ein bisschen zu ungestüm und alle Würfel landen im Wasser. Ärgerlich für Mitspieler, wenn ihr Wertungswürfel ins Wasser geschubst wird.

Fazit

Man sieht, Rolling Dice ist von der Geschichtlichkeit her gar nicht so kinderleicht zu beherrschen und verlangt auch taktische Flexibilität. Genau diese Mischung macht’s. Die Altersempfehlung von 8 Jahre aufwärts ist daher völlig angebracht. Mit Rolling Dice können sich Familien noch lange verweilen und für einen geselligen Spieleabend unter Jugendlichen oder Erwachsenen taugt das Spiel allemal sehr gut als Aufwärmer

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 Nochmals spielen?  

Das kommt ganz sicher wieder zum Einsatz.

 Rund ums Spiel  
  • Spielanleitung zum Download
  • Auszeichnung: Spielehit für Familien 2021
  • Hinter dem Autorenteam stecken Urgesteine der Spieleszene. Das erste veröffentlichte Spiel von Peter Wichmann war 1999 Schrille Stille bei Zoch. Der Zoch-Verlag war 1987 von Klaus Zoch und Albrecht Werstein gegründet worden – beide befinden sich mittlerweile im Unruhestand, wie auch der Vierte im Bunde, Karl-Heinz „Kalle“ Schmiel. Er hatte nicht nur seinen Eigenverlag Moskito, sondern war auch mit Bernd Brunnhofer 1983 Co-Gründer von Hans im Glück. Die Wahl für Abacus als Verlag ist auch kein Zufall: Verlagsgründer Joe Nikisch und die anderen sind seit vielen Jahren befreundet. Bereits Peter Wichmanns NMBR 9 war 2017 bei Abacus erschienen.

Das Rezensionsexemplar wurde von Abacus zur Verfügung gestellt

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