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Spielwiese-Test 1415: Imagenius

Erkenne die Zeichen!

Man könnte, übertrieben, von einem Zweistufenplan reden: Unter über 100 (Bildchen) bestimmte Gegenstände finden und diese zu einer Form mit einem eindeutigen Namen zusammenzufügen. Aber übertreiben wir nicht. Imagenius ist eine besondere Form eines uralten Ratespiels.

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Nr. 1415: Imagenius | Spielwiese-Code  |  | E | 7 |  |


2021: Piatnik

 Was ist's? 
  • Such- und Ragespiel für 2 bis 4 Spieler ab 7 Jahre
  • Autor: Olivier Mahy
  • Grafik: Guillaume Bernon
  • Spieldauer: 20 Minuten
  • Verlag: Piatnik
  • ca.-Preis: 26,– €

 Für wen?  

  • Ratespielfreunde; nicht für Leute, die unter Zeitdruck „funktionieren“ sollen

 Was braucht's?  

  • Blick fürs Detail und die Fähigkeit bildliche Schemen zu erkennen

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  Eine Aufgabenkarte in der Tischmitte zeigt allen, welche Gegenstände die Spieler auf ihren (identischen) Zeichentafeln suchen und verbinden müssen. Hier erkennt man nach und nach einen Stern. Das ist die Lösung, die mit dem abwischbaren Stift notiert werden muss und für die es einen Punkt gibt. Wer als Erster richtig geraten und dafür die Sanduhr aktiviert hat, bekommt einen Zusatzpunkt.

Bild: Piatnik

 Die gute Nachricht  

Gutes Material, guter Preis

 Die schlechte Nachricht  

Das Zaubererthema rückt Imagenius zu sehr in Richtung Kinderspiel


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 Rein ins Spiel!  

Was bei artverwandten Spielen vorwiegend in Teamarbeit abgehandelt wird, wird bei Imagenius quasi personalisiert. Das legt Individuelle Stärken und Schwächen schonungslos offen. Auf der einen Seite: Mini-Illustrationen im Kopf zu behalten und unter 108 (!) auf einer Zeichentafel zu finden. Dann auch noch die Form, die als Ganzes dahintersteckt, zu erkennen. Manchen fällt das ganz leicht, manche stürzen bei derartigen Aufgaben erbarmungslos ab.

Das ist weder ein Vorwurf für die einen, noch Anlass für Lob an die anderen. Es ist einfach so, wie’s ist. Talente und Fähigkeiten sind unterschiedlich verteilt. In einer Gruppe gleicht sich das im Idealfall aus, weil man sich ergänzt. Bei vielen Rate- und Zeichenspielen, allen voran Pictionary oder im einen Teil von Activity, geht es genau darum: In der (einen) Gruppe zu erraten, was jemand (aus der anderen Gruppe) gerade zeichnet oder beschreibt. Bei diesem Spiel ist es anders.

Zuallererst muss jeder einzelne Spieler herausfinden, was er gerade „zu Papier“ bringt, weil er das anfangs selbst noch nicht weiß. Die Spieler sind gleichzeitig damit beschäftigt, ein Vexier- oder Suchbild zu erstellen. So nennt man ein Genre in Kreuzworträtselheften – auch auf den „Kinderseiten“ von Zeitungen und Zeitschriften kommt das oft vor. Dort ergibt sich das Gesuchte nach und nach durch Verbinden von Zahlen oder Punkten. Bei Imagenius sind die „Punkte“ bunte Fantasygebilde. Die muss man auf den Zeichentafeln aber erst einmal finden. Es ist so wie der nächtliche Himmel: Um beispielsweise den Großen Wagen zu erkennen, muss man zuerst einzelne Sterne und ihre Konstellation finden.

Hat man die gesuchten Fantasybildchen gefunden und mit einem schwarzen abwischbaren Stift verbunden, gilt es durch die Umrisse und oder andere Details zu erkennen, was es ist. Wie beim zuvor genannten Großen Wagen. Siegpunkte gibt es jedoch erst, wenn der Begriff auch tatsächlich erraten und niedergeschrieben wurde. Auch Zeit spielt eine Rolle: Wer als Erster den Begriff erraten hat (oder es zumindest glaubt), bringt die Sanduhr in Stellung, die das Rundenende nach 30 Sekunden bestimmt. Wer die Sanduhr aktiviert hat, hat die Chance auf einen zusätzlichen Siegpunkt.

Manches ist treffsicher umrissen und schnell zu erraten – siehe das Bild in unserem Beispiel. Für manch andere Aufgaben braucht es jedoch schon sehr viel Fantasie – etwa um unter Nummer 99 einen Fallschirm zu erkennen.

Die vielen kleinen Illustrationen selbst sind top und im Sinn des Spiels ziemlich herausfordernd. Trotzdem hätte man sich da oder dort (zum Beispiel bei der Kennzeichnung durch Sternschnuppen) aber mehr Deutlichkeit gewünscht.

Fazit

Hinter Imagenius steckt eine originelle und sehr gut gemachte Variation eines bewährten Rätselprinzips. Wer mit Ratespielen, besonders solchen mit Zeitdruck, ein Problem hat, dem ist von Imagenius abzuraten. Viele andere, darunter nicht zuletzt Kinder, die auf die fantasievollen Illustrationen abfahren, werden fasziniert sein. Gut für den Familientisch, gut für den Freundeskreis für zwischendurch.

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 Nochmals spielen?  

Solange alle am Tisch mit Ratespielen und Zeitdruck kein Problem haben, ja. 92 Aufgabenkarten lassen mehrmaligen Einsatz mühelos zu.

 Rund ums Spiel  

Das Rezensionsexemplar wurde von Piatnik zur Verfügung gestellt

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