Spielwiese-Test 1406: Mandala Stones

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Harmoniepunkte für buntes Mischmasch

Eigentlich ein Widerspruch: Je größer das farbliche Durcheinander, umso mehr Harmoniepunkte winken im Regelfall.

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Nr. 1406: Mandala Stones | Spielwiese-Code  |  | E | 8 |  |


2021: Kobold

 Was ist's? 
  • Sammelspiel für 2 bis 4 Spieler ab 10 Jahre
  • Autor: Filip Głowacz
  • Grafik: Zbigniew Umgelter
  • Spieldauer: 30 Minuten
  • Verlag: Kobold
  • ca.-Preis: 30,– €

 Für wen?  

  • Alle, die abstrakte Spiele mögen

 Was braucht's?  

  • Vorausschau und immer wieder ein Blick auf seine Bonusmöglichkeiten

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Bunt auf Grau Vom Spielbrett (links oben) holt man sich ein bis vier Steine, legt sie vor sich ab und wertet sie später. Dabei kommt es in den meisten Fällen darauf an, an welcher Stelle sich eine bestimmte Farbe in einem Stapel befindet.

Bild: Kobold

 Die gute Nachricht  

Absolut ruhiger Spielverlauf, absolut familientauglich!

 Die schlechte Nachricht  

So schön die Steine sind, so „billig“ der Eindruck des Materials aus dünnem Karton


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 Rein ins Spiel!  

Ein Mandala, lehrt uns Professor Wikipedia, sei ein figurales oder in der Form des Yantra aufgebautes geometrisches Schaubild, das eine magische oder religiöse Bedeutung besitzt. Der Ursprung ist Asien, aber auch hierzulande schätzt man die gleichmäßigen Muster im Zusammenhang mit Meditation. Oder einfach, weil sie schön sind.

Jetzt ein Schock für alle, die in Mandalas einen tieferen Sinn suchen: Mandala Stones ist ihnen dabei in keinster Weise behilflich!

Mandala Stone ist ein abstraktes Spiel. Punkt. Es bedient sich lediglich Mandala-Mustern. Bei genauerer Betrachtung, sogar nur zwei Mustern. Nennen wir sie stern- und kreisförmig. Diese Sterne und Kreise finden sich auf schön 96 anzugreifenden Steinen aus Kunststoff in den Farben Gelb, Blau, Lila und Rot. Sowie auf vier schwarzen Holzzylindern, hier Sammler genannt.

Die Steine stehen zufällig gemischt in 24 Türmen auf dem Spielbrett. Dazwischen befinden sich die vier Sammler sowie vier leere Felder. Was ist zu tun? Wer an der Reihe ist, sammelt oder wertet. Nur diese zwei Möglichkeiten gibt es. Das Prinzip von Mandala Stones ist also relativ einfach. Man benötigt keinen Doktortitel in fernöstlicher Mythologie, um es zu begreifen. Doch zum Verständnis wichtig ist: Die obersten Steine eines Turms heißen  Kopfsteine

Sammeln bedeutet, dass nach einer bestimmten einfachen Nachbarschaftsregel ein bis vier Kopfsteine rund um den versetzten Sammler zu sich genommen werden. Dazu wird ein Sammler auf ein leeres Feld bewegt und räumt rundherum ab. Die eingesammelten Kopfsteine werden vor sich auf seinem sogenannten Künstlertableau abgelegt. Dafür gibt es fünf Felder. (Die „Story“ des Spiels besagt, dass wir alle gemeinsam an einem großen Mandala arbeiten würden.)

Werten bedeutet, dass man sich für eine von zwei Möglichkeiten entscheidet, Punkte zu machen. Pardon: Harmoniepunkte (HP)! Auch das ist ganz leicht. Entweder wird eine bestimmte Farbe in den eigenen Türmen vor sich gewertet oder jeder Kopfstein ergibt jeweils einen HP. Alle gewerteten Steine kommen auf den schneckenförmigen Mandalaplan (der das gemeinsame Kunstwerk sein soll). Erreicht die Steine-Spirale dort bestimmte Felder, wird das Spielende eingeläutet, so, dass jeder gleich oft an der Reihe war.

Fazit

Alle Testrunden und -spieler waren sich darüber einig, dass Mandala Stones ein gutes Familienspiel ist. Es vermittelt eine halbe Sunde ein gutes Gefühl, man tut sich nichts zuleide, redet nicht viel. Passt schon. Die Gefahr ist, dass sich unter den Spielenden ein Grübler befindet, der partout den besten Platz für einen Sammler ausfindig machen will und dazu alle Möglichkeiten und Folgen geistig durchspielt. Immerhin ist die theoretische  Bandbreite relativ groß: Beim Werten bringt ein einzelner Stein zwischen 1 und 6 Punkte.

Mandala Stones kann ins Kopflastige abgleiten. Daran hat sich der eine und andere leicht gestört. Noch mehr gestört haben Material und Gestaltung der Karton- und Pappteile. Natürlich heben sich die bunten Steine am besten vor einem neutralen Hintergrund ab. Aber musste es unbedingt dieses fantasie- und geschmacklose Einerlei in Grau sein?

PS.: Man wundert sich, dass es keine 1-Personen-Variante gibt! Thema und auch Material würden sich dazu anbieten.

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 Nochmals spielen?  

Doch, doch. An der Punkteoptimierung lässt sich arbeiten.

 Rund ums Spiel  
  • Normalerweise erschienen in diesem und den Partnerverlagen nur Spiele, die über Crowdfunding abgesichert sind. Mandala Stones ist das bisher erste und einzige, bei dem das nicht der Fall war: Die Verlagsbosse waren überzeugt, dass das Spiel einschlägt. Sie behielten recht: Es geht in Richtung dritte Auflage.

Das Rezensionsexemplar wurde von Kobold zur Verfügung gestellt

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