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Spielwiese-Test 1380: Blätterrauschen

Im Dickicht verloren

Viele Pflanzen, viele Tiere. Nach jedem Wurf muss man sich für eine Art entscheiden und sich dabei überlegen, welche Kombinationen daraus am Ende die meisten Punkte bringen.

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Nr. 1380: Blätterrauschen | Spielwiese-Code  |  | G | 8 |  |


2020: Kosmos

 Was ist's? 
  • Schreibspiel für 2 bis 4 Spieler ab 8 Jahre
  • Autor: Paolo Mori
  • Grafik: Elli Jäger
  • Spieldauer: 15-20 Minuten
  • Verlag: Kosmos
  • ca.-Preis: 13,– €

 Für wen?  

  • Würfler und Abhaker und Summenoptimierer

 Was braucht's?  

  • Ständiges Abwägen, was mehr bringt oder was weniger

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  10x10 Tiere und Pflanzen im Wald (hier Frühlingsszenario). Welche zu einem Gebiet umschlossen werden, entscheiden die Spieler individuell aufgrund von Würfelergebnissen. Anschließend wird immer nur eine Art aus dem Gebiet im unteren Teil des Spielzettels gewertet.

Bild: spielwiese.at

 Die gute Nachricht  

Man kann sich auch alleine damit verweilen

 Die schlechte Nachricht  

Die kräftigen Farben bzw. Illustrationen sind schön, aber leider gleichzeitig auch hinderlich


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 Rein ins Spiel!  

Der Spielblock ist drei Zentimeter dick. Es sind 200 beidseitig bedruckte Spielzettel. Vier Spieler könnten Blätterrauschen also 100 Mal miteinander spielen.

Kosmos geht da von einer sehr optimistischen Annahme aus. So weit trägt dieses Schreibspiel nicht.

Zwar ist prinzipiell wenig gegen Blätterrauschen einzuwenden. Es ist ein Schreibspiel – Roll & Write –, wie sie derzeit hoch in der Gunst stehen. Sauber gemacht, eigentlich mit einem hohen grafischen Aufwand, der gefällt. Auch die Spielanleitung ist sehr gut aufgearbeitet. Die Schachtel hat wenig Luft, auch gut, aber vier kleine Stifte hätten durchaus noch Platz gehabt. Andere Verlage gönnen das den Käufern in dieser Preisklasse.

Um jene Punkte zu erläutern, die weniger überzeugen, müssen wir zuerst auf das Spielmaterial und den Ablauf eingehen. Alle Spieler haben einen gleichen Spielzettel vor sich mit 100 Feldern mit Abbildungen von Tieren und Pflanzen. Nachdem sie sich  einen Stift aus der Küche holen mussten, wird mit zwei Würfeln gewürfelt. Anhand des Würfelergebnisses zeichnen alle Spieler etwas auf ihrem Spielzettel ein. Werden zum Beispiel eine 1 und eine 3 gewürfelt, markieren die Spieler ein Gebiet, das aus 1x3 Feldern besteht. Ob dieses Gebiet hochkant oder quer markiert wird, ist egal. Es muss nur an mindestens ein Feld angrenzen, das schon markiert worden war. Anschließend streicht jeder Spieler auf seinem Spielzettel genau eine Tier- oder Pflanzenart ab, die in dem soeben markierten Gebiet vorhanden ist.

Warum? Es zählen unterschiedliche Bedingungen, die Blätterrauschen ausmachen. Der Wert einer Biene ist am Ende etwa davon abhängig, wie viele Blumen abgehakt wurden. Ein Bär zählt am Ende nur, wenn er sich nicht innerhalb eines markierten Gebietes befindet. Das sind zwei Beispiele zum Spielzettel Frühling, das auch wir zum Start empfehlen. Für Sommer, Herbst und Winter gibt es andere Spielzettel mit anderen Motiven und Bedingungen. Das bringt Abwechslung.

Dennoch ist bei jeder Jahreszeit eine gewisse Unübersichtlichkeit gegeben. Welche Felder sind schon markiert? Umschließen mit einem kräftigen Filzstift ist gut, aber (kleine) übrig gebliebene Felder dazwischen sind später nur noch schwer zu identifizieren. Gebiete und ihre Felder durchzustreichen löst dieses Problem besser, erschwert aber erst recht den Überblick und eine eventuelle Überprüfung, ob alles korrekt war. Reduziertere Farbflächen und/oder etwas zurückgenommenere Illustrationen wären wahrscheinlich besser dienlich.

Hinzu kommt, dass Blätterrauschen ein sehr eigenbrötlerisches Spiel ist. Gut, das sind die meisten Schreibspiele. Das ändert aber nichts daran, dass jeder für sich alleine vor sich hin spielt und alle warten müssen, bis auch der letzte Spieler seine Entscheidung getroffen hat. Es braucht nämlich seine Zeit, bis man ein Gefühl dafür entwickelt hat, welche Tiere, Pflanzen und spezielle Bedingungen (und in welcher Kombination) sich eher auszahlen als andere.

Fazit

Das Spielprinzip ist schnell verstanden, der Einstieg also „very easy“, der Sprung vom Praktikant zum Gesellen dann durchaus mit kleinen geistigen Anstrengungen verbunden. Die unterschiedlichen Wertungsmöglichkeiten bei einem Angebot an vier verschiedenen Grundkonstellationen (Jahreszeiten), das erfreut. Doch man vermisst das gewisse Extra bei diesem Spiel, den speziellen Kick. Dieses Manko vermag die schöne Gestaltung nicht aufzuwiegen.

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 Nochmals spielen?  

Blätterrauschen findet sicher seine Fans, uns hat es nicht gefesselt.

 Rund ums Spiel  

Das Rezensionsexemplar wurde von Kosmos zur Verfügung gestellt

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