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Spielwiese-Test 1151: Drecksau

Bauer schrubbt Sau

Ein kleines harmloses Spiel, das davon lebt, den anderen was zu Leide zu tun.

 

Eine der sieben Sonderkarten: Der fremde Bauer schrubbt eine Sau eines Mitspielers wieder sauber.

Bild: Kosmos
 

 

 Drecksau ist ein ziemlich übles Schimpfwort. Dementsprechend groß ist das Erstaunen über den Namen, der einen aus dem Verkaufsregal anspringt. Die Schachtelillustration beruhigt sogleich das Gemüt: Sie zeigt comicartig zwei Schweine – Tiere! – die sich wohlig im Matsch suhlen. Wie’s Schweine eben gern tun.

Aha, womöglich Satire! Nein, das Thema ist so, wie es der Titel meint. Bring möglichst viele Schweine dazu, sich im Dreck zu wälzen. Das ist die Aufgabe.

Die Spieler beginnen, je nach Anzahl, mit drei bis fünf sauberen Schweinen, die sie vor sich auslegen. Gespielt wird mit 54 Karten, die sieben unterschiedliche Situationen darstellen. Drei Karten kommen auf die Hand, der Rest bildet den Nachziehstapel. Man kann durch Ausspielen einer Matschkarte eines seiner sauberen Schweine umdrehen, das dann zur Drecksau wird. Wer als Erster nur noch Drecksauen hat, gewinnt.

Das trachten die Mitspieler mit Sonderkarten zu verhindern. Eine Die-Bauer-schrubbt-die-Sau-Karte macht eine Drecksau wieder sauber. Eine Regenkarte lässt alle, auch die eigenen Drecksauen wieder in schönem Rosa erstrahlen. Gegen Regen kann man sich mit einer anderen Sonderkarte schützen, die neben ein eigenes Schwein gelegt wird, man kann sich gegen Blitzschlag schützen, der einen sonst eines Stalls beraubt, in dem Schweine in Sicherheit wären und so fort.

Es geht hin und her, Sauen werden dreckig, dann wieder sauber, dann wieder dreckig. Das kann mühsam sein. Ob und wie hängt von der Lust der Mitspieler am Stören und der eigenen Leidensfähigkeit ab. Bei Drecksau ist sehr viel Kartenglück dabei.

Auf der Plus-Seite sind auf jeden Fall die putzigen Illustrationen zu verbuchen, auch der thematisch logische Ablauf mit klar nach ihren Fähigkeiten abgestuften Sonderkarten.

Als Fazit bleibt: Ein turbulentes Jux-Spiel, das die Schleusen für Spott und Häme öffnet, aber selbst den Verlierern mehr Spaß macht, als sie in der Sekunde der Niederlage zuzugeben fähig sind.

Lesen Sie dazu auch: Ein Plädoyer für Schadenfreude

 

 Nr. 1151: Drecksau

 

Spielwiese-Code |     | E | 7 |


2012: Kosmos

  • Kartenspiel für 1 bis 4 Spieler ab 7 Jahre
  • Autor: Frank Bebenroth
  • Grafik: Frank Bebenroth
  • Verlag: Kosmos
  • ca.-Preis: 7,– €

   Themen: Tiere, Schweine, Bauernhof

      Preis-Leistungsverhältnis   
      Spielmaterial 
      Wiederspielreiz
      Anspruch
      Glücksanteil  

  • Zielgruppe: Familien
  • Spieldauer: 10 bis 20 Minuten
  • Schachtelinfo: lässt recht gut erahnen, wie das Spiel abläuft
  • Spielmaterial: sehr gut
  • Spielanleitung: gut
  • Anspruch: kein besonderer, weil schnell erklärt und kapiert; der Rest ist Schadenfreude
  • Spielreiz: höher, als mancher zuzugeben bereit ist
  • Glücksanteil: sehr hoch

 -Service:

Rund ums Spiel

  • wegen des großen Erfolges legte Kosmos 2014 mit dem Brettspiel Drecksause nach

Auszeichnungen

  • Empfehlungsliste Spiel des Jahres 2012, Graf Ludo Auswahlliste 2012

 


Das Rezensionsexemplar wurde von Kosmos zur Verfügung gestellt




 



 

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