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Spielwiese-Test 1104: Harry Potter – Hogwarts

Überzeugendes Konzept

Zauberlehrling Harry Potter, seine beiden besten Freunde und Widersacher Draco Malfoy begeben sich auf Schloss Hogwarts auf die Suche nach Gegenständen. Auf Lego-Art, also ein bisschen klobig, aber dennoch faszinierend.

 

 

Das Spiel im Überblick

Bild: Lego

   

 Gefühlte tausend Teile, in Wirklichkeit sind es "nur" 322, findet der Käufer anfangs in mehreren Plastikbeuteln vor. Mit einer 32-seitigen Anleitung, wie von Lego gewohnt perfekt Schritt für Schritt erklärt, steht am Beginn die Entstehung eines Schlosses Hogwarts. Das dauert ein bisschen, macht aber Spaß.

Böse Zungen behaupten, es macht sogar mehr Spaß als das Spiel, das dann darauf gespielt wird. Das sind aber dann wirklich sehr böse Zungen. Harry Potter – Hogwarts gehört zweifellos nicht in die Kategorie innovativer Spiele. Aber es ist eine Frage der Erwartungshaltung. Natürlich richtet sich das Lego-Spiel zuallererst einmal an die Fans des Zauberlehrlings mit der Blitz-Narbe auf der Stirn. Und die kennen die magische Welt ganz genau, in der sich ihr Held bewegt. Da ist oft von Geheimgängen auf Schloss Hogwarts die Rede – die gibt es im Spiel ebenso wie die Treppen, die sich verändern (lassen). Und natürlich gibt es auch Zutaten für allerlei Zaubergebräu.

Thematisch ganz nah dran

Thematisch ist Harry PotterHogwarts also ganz nach an den Büchern. Diese Erwartung wird so auf alle Fälle erfüllt.

Spielerisch? Sicher. Wobei der ungenannt gebliebene Autor (vermutlich eine Lego-interne Gruppe mit Reiner Knizia als Berater) auf bekannte und somit auch bewährte Mechanismen zurückgreift. Die Aufgabe ist denn auch einfach geblieben. Als Erster vier Gegenstände in der Farbe des eigenen Hauses (Slytherin, Gryffindor, Hufflepuff und Ravenclaw) sammeln. Dazu ziehen die Spieler ihre jeweilige Figur über die Treppen, nachdem sie gewürfelt haben.

Harry Potter & Co spielen als "Mikrofiguren" mit.
 

Wie es sich für ein Schloss Hogwarts gehört, sind diese Treppen nicht starr. Der Spiel-Platz innerhalb der Schlossmauern ist zwar auf den letzten Winkel gefüllt: Die mittleren der 16 imaginären Felder sind mit den Gegenständen der zu erfüllenden Zauberprüfung besetzt – einem hübschen Turm und drei Klassenzimmern –, die restlichen zwölf mit den quadratischen Treppen-Elementen. Eines davon heben die Spieler am Beginn ihres Zuges heraus, durch die Lücke können die übrigen Elemente nun verschoben werden. Jeder Würfelpunkt zählt für einen Schiebevorgang. Dadurch verändern sich laufend die Wege zu den zu sammelnden Gegenständen, mal im Positiven, mal im Negativen. Den Mitspielern dabei das Leben zu erschweren, gehört dazu. Es ist schließlich ein Wettstreit. Das geht besonders gut, würfelt man das Symbol "Treppe drehen". Der Name sagt alles. Hilfreich ist mitunter auch das Würfelsymbol "Geheimgang": Man darf auf ein benachbartes Element, auch wenn es keinen direkten Weg dorthin gibt.

Varianten inbegriffen

Noch näher an der Buchvorlage ist man mit den zwei alternativen Würfelsymbolen (bei den Lego-Spielen können, wie schon mehrfach von der Spielwiese dargestellt, die Würfel verändert werden). "Dumbledore" und "Mrs Norris". Der Obermagier Dumbledore kommt als eigene Figur ins Spiel und erlaubt zusätzliche Geheimgänge, während die Katze des Hausmeisters eine Treppe blockiert.

Zwischen Kinder- und Familienspiel

Harry Potter Hogwarts ist mit einer Altersempfehlung 8+ versehen. Es ist also kein wirkliches Kinderspiel mehr, sondern tendiert in Richtung Familienspiel. In der Tat zeigten sich auch erwachsene Testspieler davon fasziniert, wie Lego das hingekriegt hat. Das Konzept ist schlüssig, das Material sehr, sehr ansprechend und praktisch. Gegenstände und Spielfiguren werden bei jedem Zug auf den Lego-Noppen fixiert, da fliegt nichts durcheinander, wenn verschoben und gezaubert wird. Und legt man den Turm um, dann lässt sich das gesamte Spielbrett problemlos in der Schachtel verstauen.

Die Spielmechanismus-bedingten Überraschungen und Wendungen, die sich ständig ergeben, halten die Spieler bei Laune: Gerade so viel, dass es nicht langweilig wird, gerade so wenig Regeln, dass hier Jung mit Alt ebenbürtig auf die Jagd nach den Zaubergegenständen gehen kann. Harry Potter Hogwarts hat einen Hauch von Das verrückte Labyrinth, jedoch auf Lego-Art.

Fazit

Gelungene Umsetzung des Themas verbunden mit erstklassigem und durchdachtem Material machen den Reiz aus. Das lässt durch kleine Schwächen in der Spielanleitung und, bezogen aufs Spiel selbst, den schwachen Faktor Originalität hinwegsehen.

Tipp

Da eine der vier Spielfiguren Potter-Widersacher Draco Malfoy ist, lässt sich sehr einfach daraus ein kooperatives Spiel machen: Alle gegen Draco, Draco gegen alle anderen.

 Nr. 1104: Harry Potter Hogwarts

 

Spielwiese-Code |     | E | 8 |


2010: Lego

  • Sammelspiel für 2 bis 4 Spieler ab 8 Jahre
  • Autor: unbekannt
  • Grafik: unbekannt
  • Verlag: Lego
  • ca.-Preis: 35,– €

   Themen: Harry Potter, Literatur, Zauberei

      Preis-Leistungsverhältnis
      Spielmaterial 
      Wiederspielreiz
      Anspruch
  
   Glücksanteil 

  • Zielgruppe: kleine und große Harry Potter-Fans
  • Spieldauer: 20 bis 45 Minuten (ohne erstmaligen Aufbau)
  • Schachtelinfo: dürftig
  • Spielmaterial: sehr gut
  • Spielanleitung: durchschnittlich
  • Anspruch: ein bisschen Übersicht
  • Spielreiz: nur durschschnittlich, was das eigentliche Spiel angeht; der Hingucker ist vielmehr das Material
  • Glücksanteil: durchschnittlich

 -Service:

Rund ums Spiel

  • Die Harry Potter-Lizenz ist eine der erfolgreichsten Themenwelten von Lego



 



 

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