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Das sind die Preisträger des Graf Ludo 2021

 AUSZEICHNUNG.   Auf der Messe "modell-hobby-spiel" in Leipzig wurden heute Vormittag die beiden Preisträger des Spielegrafikpreises "Graf Ludo 2021" bekannt gegeben. Als das "schönste Kinderspiel" wurde Fabelwelten ausgezeichnet, als das "schönste Familienspiel" Everdell

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Es ist die erste Leipziger Publikumsmesse nach der Zwangspause und Corona spielt natürlich immer noch mit. Zum einen durch die 3-G-Regel und verpflichtende Registrierungspflicht für alle Besucher, auf der anderen Seite durch die Absenz bestimmter Aussteller und Personen. Weil Asmodee intern für den gesamten Konzern beschlossen hatte, 2021 generell keine Veranstaltungen zu beschicken, konnte eine der beiden Auszeichnungen niemand überreicht werden. Der "Graf Ludo" 2021 für die beste Kinderspielgrafik geht an Fabelwelten, dessen deutschsprachige Ausgabe Asmodee vertreibt, und wird wohl per Post zugestellt. 

Die Jurybegründungen 

Fabelwelten (Verlag: Lifestyle Boardgames; Vertrieb: Asmodee; Grafik: Irina Pechenkina, Eugene Smolenceva; Autoren: Marie Fort, Wilfried Fort) Die Begründung der Jury: "Wie wäre es, wenn man die Hauptdarsteller einer spannenden Geschichte selbst aussuchen könnte? „Fabelwelten“ ist ein Spiel wie ein Buch oder eine Geschichte, die man spielt. 

In einem Spiel, in dem es darum geht, gemeinsam ein Abenteuer zu erleben, ist es umso wichtiger, die Spieler durch grafische Feinheiten in das Gesagte hineinzuziehen. In "Fabelwelten" schlüpfen liebevoll und kindgerecht gestaltete Tiere in verschiedene Rollen der Erzählung. 

Die Tiere zeigen interessante, teils vieldeutige Mimiken. Diese regen die Fantasie an, geben Raum zum Weiterdenken, für Spekulationen und Ideen. Durch diesen Kunstgriff werden durchaus auch erzählerische Stereotype gebrochen und man hat es nicht mit dem immer gleichen schlauen Fuchs oder majestätischen Löwen zu tun, sondern stattdessen mal mit einem verschämten Papagei oder einer ratlosen Fliege, die unerwartet zu Helden werden.

Gekonnt gelingt es „Fabelwelten“ auch die Kinder zum Diskutieren zu animieren, wer denn nun der geizigste, verschlagenste oder mutigste Charakter unter den Tieren ist."

Everdell (Verlag: Pegasus Spiele; Grafik: Andrew Bosley; Autor: James A. Wilson) Die Begründung der Jury: "Wer möchte nicht im verträumten Everdell leben und den putzig-betriebsamen Waldbewohnern dabei helfen, ihre kleinen Städte aufzubauen? Der knopfäugige Architekt hat sicher nichts gegen ein wenig Hilfe vom wohlmeinenden Spieler einzuwenden. Und überhaupt fühlt man sich in Everdell sofort willkommen. Schon beim Anblick des Spielkartons, wo einem ein kleiner Bach entgegengluckert, sich morgendliche Sonnenstrahlen durch die Bäume in den Wald ergießen und kleine geschäftige Wesen sich auf den Weg machen, um ihr Tagwerk zu verrichten.

Auf den ersten Blick möchte man meinen, man fühle sich durch den dreidimensionalen Baum oder die detailreichen Kunststoffmünzen und -beeren so stark in das zauberhafte Geschehen einbezogen, doch es ist die grafische Gestaltung, die den Spieler noch mehr den Bann dieser Waldwelt zieht. Während das übersichtlich gestaltete Spielbrett im Wesentlichen den Karten-Marktplatz beherbergt, spielt sich das Leben in den Dörfern, auf den ausgelegten Spielkarten ab, wo sich hutzelige Gebäude organisch in die Landschaft einfügen. Auf den Karten findet man auch die niedlichen Einwohner, die einen von den Spielkarten anblicken, als würde man sie gerade bei Ihrer Tätigkeit unterbrechen, so lebendig hat man sie künstlerisch eingefangen und mit Persönlichkeit versehen.

In einem einfach gehaltenen Worker-Placement-Spiel entwickelt sich nun die Idylle mit der Hilfe des Spielers durch die Jahreszeiten und mit Glück und Geschick schafft man es, eine florierende, glückliche kleine Welt entstehen zu lassen. Da blickt auch die Lehrerkrähe von ihrem Buch auf und ich finde Anerkennung in ihrem Blick. Zeit für einen Feierabendtrunk in der urigen Taverne!"

Die Auszeichnung ist für Konsumenten ein wertvoller Hinweis, denn damit werden Spiele empfohlen, deren gestalterische Qualität das Spielvergnügen optimal unterstützt. Neben augenscheinlichen Charakteristika wie Ästhetik und handwerklicher Ausführung sind auch funktionale Kriterien maßgebend, damit ein Spiel mit dem Graf Ludo gekrönt wird.

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Nominiert in der Kategorie „Schönste Kinderspielgrafik 2021“ waren auch:

  • Ghost Adventure (Verlag: Pegasus Spiele; Grafik: Yann Valeani, Jules Dubost; Autor: Wlad Watine) Die Begründung der Jury: "Hier ist auf den ersten Blick klar: Die jungen und älteren Spielenden haben sich bei Ghost Adventure auf einen rasanten Parcour durch fantastische Landschaften zu begeben. Und damit das Abenteuer noch einen Tick Herausforderung erhält, ist die Reise zwischen all den Hindernissen hindurch auf einem Kreisel zu absolvieren. Plakativ und abwechslungsreich ist die Gestaltung der verschiedenen Abenteuer perfekt auf das buchstäblich vielschichtige Spielmaterial abgestimmt." 
  • Similo – Wilde Tiere (Verlag: Horrible Guild/HeidelBÄR Games; Grafik: Xavier Naïade; Autoren: Hjalmar Hach, Pierluca Zizzi, Martino Chiacchiera) Die Begürndung der Jury: "Es ist grandios illustriert, wie hier die wildesten Tiere scheinbar unbeteiligt vom Geschehen um sie herum aus der Wäsche gucken oder sich argwöhnisch beäugen. Das Spiel ist Teil einer Reihe mit einer bestechend einfachen Idee: Die Gruppe muss herausfinden, welches von 12 ausgelegten Tieren gesucht ist – das weiß nur ein Spieler, der mit zusätzlichen hoch oder quer ausgespielten Karten anzeigt, ob es Übereinstimmungen gibt oder nicht. Das bedeutet auch, sehr viele Merkmale treffend in Szene zu setzen. Bei Similo – Wilde Tiere ist dies cartoonhaft, doch nie ins Klaumikge abgleitend gelungen."

Nominiert in der Kategorie „Schönste Familienspielgrafik 2021“ Waren auch:

  • Spicy (Verlag: HeidelBÄR Games; Grafik: Jimin Kim; Autor: Zoltán Györi) Die Begründung der Jury: "Dieses Bluffspiel ist so schnell erklärt und spielt sich so flüssig, dass von den meisten zuerst nur die Zahlen und die Gewürzsymbole in den Kartenecken wahrgenommen werden. Welche Verschwendung! Denn jeder Schärfegrad jedes Gewürzes ist anders illustriert, die weißen Kartenrahmen wirken unterschiedlich abgenutzt, die ungewöhnlich humorvolle Wirkung trotz der ja normalerweise ernsten chinesischen Bildsprache und – sozusagen als Krönung – der Golddruck. Das ausgefallene Druckerverfahren und die Wahl hochwertigen Kartons ergänzen das grafische Gesamtkonzept perfekt."
  • Tang Garden (Verlag: Skellig Games; Grafik: Matthew Mizak; Autoren: Francesco Testini, Pierluca Zizzi) Die Begründung der Jury: "Die Grafik zu diesem aufwändigen und opulenten Entwicklungsspiel pflegt eine Reihe an Tugenden, die leider zu oft in Vergessenheit geraten. Beispielsweise die Lesbarkeit der Spielanleitung durch klare, große Schriften, durch sauberen Satz und eindeutiger, ausschließlich der Funktionalität geschuldeter Farbgebung. Oder: Schon das Schachtelcover ist gestalterisch bis ins kleinste Detail stimmig, das Verlagslogo und die Angaben zu Autoren und Grafik perfekt eingebunden. Der viele Weißraum ist nicht einfach nur ein optisches Stilmittel – er nimmt Bezug auf das noch leere, ebenfalls weiße Spielbrett und setzt den Rahmen, damit die Illustration des Spielthemas ihre Sogwirkung erst richtig entfalten kann."

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Der Spielgrafikpreis Graf Ludo wird von der Leipziger Messe unter Spieleneuheiten der zwei aktuellen Jahrgänge verliehen. Die Messe "modell-hobby-spiel" dauert noch  bis Sonntag, 3. Oktober. 

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