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Preisvergleich: Hauptproblem ist Lieferfähigkeit

PREISVERGLEICH.  spielwiese.at will nach einem Jahr Pause wieder sparen helfen. Den vorweihnachtlichen Preisvergleich für Spiele im Onlinehandel haben wir gestern begonnen und werden ihn bis kurz vor Weihnachten fortsetzen. Wie zu erwarten, ist noch immer nicht alles im Gleichgewicht, wie wir es vor Corona gewohnt waren. 

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Noch bleibt die spannende Frage unbeantwortet, ob auch 2022 Spiele umso teurer werden, je näher Weihnachten rückt. Gestern legte spielwiese.at jedenfalls die Basis, um das später analysieren zu können. Die erste Runde der Preiserhebung zu 15 Spielen bei rund 20 Online-Anbietern in Österreich und Deutschland wurde durchgeführt (Details am Ende).

Völlig neue Situation

Dass das aktuelle Spiel des Jahres da und dort gerade vergriffen ist, das kannten wir aus auch früheren Jahren. Dass der Preisträger über Wochen hinweg allerdings praktisch nirgendwo erhältlich ist, das ist eine völlig neue Situation. Sie ist den aktuellen Krisen geschuldet – Corona und Ukraine – und den damit verbundenen Störungen der Lieferketten. Cascadia, das Spiel des Jahres 2022, wird (wie viele andere Spiele auch) in China hergestellt. Die nächste Lieferung wird bei Kosmos Anfang Oktober erwartet.

Auch das Kinderspiel des Jahres 2022 Zauberberg ist nahezu bei allen Onlineshops derzeit nicht erhältlich, weil auch dafür die nächste Lieferung ausständig ist. Besser schaut es für Pegasus aus, dem Verlag, der mit Living Forest das Kennerspiel des Jahres herausgegeben hat. Dieses Spiel ist derzeit relativ breit in den Läden vorhanden.

spielwiese.at führt den Online-Preisvergleich schon seit vielen Jahren jeweils für die „Hauptspielzeit“ von Sommerende bis kurz vor Weihnachten durch. Und in der Regel war es so: Nicht alle, aber zwei, drei Shops hatten alle Spiele lieferbar, die wir für unsere Liste ausgesucht hatten*). Bei den übrigen Händlern fehlte das eine und andere Spiel. 2022 sind es gerade einmal zwei Onlineshop, die wenigstens zwei Drittel der Titel in seinem aktuellen Lieferumfang hat! (siehe unten). Daran sieht man sehr gut, wie durcheinandergewürfelt die Lieferketten auch im globalen Spielwarenbereich sind.

Sicherheitshalber: Gleich kaufen!

Daraus folgt unsere erste Empfehlung in der aktuellen ungewöhnlichen Lage: Wer für Weihnachten schon ein bestimmtes Spiel im Kopf hat, sollte zuschlagen, wenn er es bekommt. Eine gravierende Verbesserung der Lieferfähigkeit ist nämlich nicht in Sicht. Zweite Empfehlung: Dabei aber keineswegs auf einen Preisvergleich vergessen! Drei Beispiele dazu untermauern das stellvertretend: Collexion konnte man gestern online um 37,99 Euro kaufen, aber auch schon um 13,29 Euro erstehen! Der Preis für das Huch-Spiel Witchstone lag zwischen 33,99 und 64,99 Euro und selbst beim Kartenspiel Spicy lassen sich zehn Prozent sparen, wenn man es um 13,49 Euro anstatt woanders um 14,89 Euro kauft.

Die Onlineshops und ihr aktueller Bestand

Normalerweise war es in der Vergangenheit Amazon, wo jedes Spiel zu finden war. In der ersten Runde der Preiserhebung im Herbst 2022 ist der Online-Riese nur Mittelfeld. 8 von 15 ausgewählten Spielen waren gestern dort direkt zu haben (für einige weitere wurde auf bestimmte Shops oder Händler verwiesen, die allesamt exorbitante Preise verlangten). Die Nase vorne hatte die BuchhandelsketteThalia, die vom Sortiment her auch die einschlägigen Spieleversender abhängte – mit einer Ausnahme.

Bei diesen Onlineshops erhebt spielwiese.at dieses Jahr die Preise für 15 ausgewählte Brett- und Kartenspiele (alphabetisch gereiht):

  • aloiswild.com – 1 von 10: Der Tiroler Onlineshop mit bunter Mischung (Mode, Sport, Haushalt, Büro, Schule, Basteln) bietet im Spielbereich ein an sich recht breites Spektrum an. Von unserer Auswahl war gestern jedoch nur ein Spiel, nämlich Smart 10 lieferbar. Das wird sich voraussichtlich nicht nur bei diesem Anbieter ändern, sobald Nachbestellungen flächendeckend eintreffen.
  • amazon.at – 8 von 15: Bei den acht lieferbaren Titeln bot Amazon fünf Mal auch den besten Preis. Das konnte der Onlineriese jedoch schon besser.
  • brettspielversand.de – 9 von 15: Dieser Fachversand, den wir 2022 neu in unsere Auswahl aufgenommen haben, hatte immerhin neun Spiele lieferbar, davon zwei Mal auch den günstigsten Preis (Spicy und Calavera).
  • di-life.at – 3 von 15: Nur drei Titel waren gestern lagernd und versandbereit. Das Familienunternehmen aus Niederösterreich kann das in gewöhnlichen Zeiten besser. 2020 waren es beispielsweise 10 von 15 Spielen, die lieferbar waren. Di-Life hat ebenfalls eine eigentümliche Angebotsmischung. Neben Spielern sind es Foto, Computer, Telekom, TV, Haushalt und Werkzeug.
  • dreamland.at – 4 von 15: Beim Linzer Händler, der sowohl stationär wie auch online anbietet, ist weniger die Sortimentsbreite das Problem, als noch immer die Technik. Die Sucheingabe ist für die Katz, weil sie praktisch nicht funktioniert. Nur über den Umweg des Reiters „Alle Hersteller“ kommt man nach unzumutbaren Wartezeiten zu brauchbaren Ergebnissen.
  • interspar.at – 0 von 15: Als Supermarktkette konzentriert sich der Handelsmulti auf Massenware. Wir gehen davon aus, dass – wenn wieder gut lieferbar – auch die Spiel des Jahres-Preisträger und andere Spiele fürs Weihnachtsgeschäft ins Sortiment aufgenommen werden. Wie in den Vorjahren.
  • kastner-oehler.at – 5 von 15: Das steirische Traditionsunternehmen ist normalerweise auch bei seinem Spieleangebot ganz gut unterwegs. Das aktuelle Kennerspiel des Jahres Living Forest war beispielsweise gestern im Sortiment. Aber auch das Partyspiel Top Ten zum Höchstpreis, den neben K&Ö auch Thalia und Vedes verlangten.
  • meeplebox.de – 10 von 15: Der junge Anbieter kann mit neben seinem Sortiment auch mit einer modern und praktisch gemachten Website punkten. Bei zwei Spielen (Scout und Spicy) hatten die Sachsen auch den besten Preis, bei Furnace jedoch auch einen um 8 Prozent höheren Höchstpreis.
  • mueller.at – 3 von 15: Der Gottseibeiuns des stationären Fachhandels hat auf seiner Online-Angebotsseite zumindest bis dato noch nicht zu seiner Form gefunden.
  • mylemon.at – 0 von 15: Top bei Games und Technik, ist das Angebot bei Brett- und Kartenspielen unauffällig bis beliebig. Für 2022 ist auf alle Fälle noch viel Luft nach oben.
  • shöpping.at – 8 von 15: Der Onlineshop der Österreichischen Post überrascht zum Start der Preiserhebungen in diesem Jahr damit, dass bei keinem einzigen Spiel der höchste Preis verlangt wird. In der Kategorie Höchstpreise war Shöpping zusammen mit Weltbild Österreich in den vergangene Jahren immer Spitzenreiter.
  • smythtoys.com/at – 1 von 15: Verwunderlich, dass der Nachfolger der Toys’R’Us-Märkte nicht mehr Spiele der Auswahlliste zusammenbringt. Aber auch hier heißt es vermutlich: Lieferungen aus Fernost, bitte warten.
  • spielzeugmarkt-gungl.at – 5 von 15: Das aktuelle Kinderspiel des Jahres war gestern hier erhältlich und sogar am billigsten. Die Spielzeugmarkt Gungl GmbH aus dem steirischen Gleisdorf ist Vedes-Mitglied, unterbietet aber den einen und anderen Preis der Genossenschaft.
  • spiel-und-modellbau.com – 3 von 15: Der Wiener Onlinehändler konnte in den vergangenen Jahren durchaus überzeugen. Für diesen Herbst heißt es zunächst einmal: abwarten.
  • spiele-offensive.de – 8 von 15: Die Firmengruppe Happyshops um Frank Noack und Robert Letsch betreibt unser anderem diesen Fachversender, bringt unter verschiedenen Verlagsnamen auch eigene Spiele heraus. Unter anderem Furnace, das hier zum Bestpreis zu haben war. Aber auch für GlowKrake beim Schneider und das neue Catan Starter Set gab es aktuell das beste Angebot.
  • thalia.at – 10 von 15: Wie schon eingangs erwähnt, bot die Kette gestern mit 10 Titeln das breiteste Angebot. Nicht immer am billigsten und einmal (Top Ten) bei den Teuersten dabei.
  • universal.at – 1 von 15: Eine seit Jahren schwer nachvollziehbare Zusammenstellung des Spielwarenangebots … warum schauen wir uns auf dieser Website trotzdem noch immer um? Die Tochter des deutschen Otto-Konzerns ist nach Amazon der größte Onlinehändler Österreichs. Punkt.
  • vedes.at – 7 von 15: Der Glanz des Webauftritts und des Angebotes der Einkaufsgenossenschaft ist nicht immer blendend. Auch beim Preis ist die Vedes nicht immer erste Wahl (gestern Höchstbieter bei Zauberberg und Top Ten). Ein absolutes Plus ist allerdings der automatische Hinweis, dass das gesuchte Spiel beim Vedes-Händler XY in der Nähe lagernd ist. Man sieht daran: Die berüchtigten Cookies können manchmal tatsächlich nützlich sein.
  • weltbild.at – 9 von 15: Wie schon in den Vorjahren zeigt sich auch aktuell, diese Handelskette hat ein umfassendes Sortiment. Es bestätigt sich aber auch das: Hier wird unverhältnismäßig oft der höchste Preis verlangt. Von den acht Spielen, die gestern lieferbar waren, waren sieben teurer als überall sonst. Und nicht nur das: Die Preise lagen in allen Fällen – teilweise deutlich – über dem vom Hersteller unverbindlich empfohlenen Preis.

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Siehe auch: Online-Shops: 16 Tipps für Suche und Spielekauf

*) DIESE Auswahl wurde für 2022 getroffen

Für den Preisvergleich hat spielwiese.at neben den drei aktuellen Preisträgern der Jury Spiel des Jahres und den Preisträgern des Graf Ludo eine Mischung aus weiteren aktuellen Spielen, aus Kinder- und Familienspielen, aus Karten-und Brettspielen, aus relativ günstigen und relativ teuren Spielen ausgewählt. Geachtet wurde aber auch darauf, dass nicht nur Spiele enthalten sind, die "überall" zu haben sind, sondern auch welche etwas abseits des Mainstreams. Alphabetisch: Calavera, Cascadia, Catan Starter Set, CollexionFurnace, Glow, Honey, Krake beim Schneider, Living ForestScoutSmart 10, SpicyTop Ten, Witchstone, Zauberberg  • Erhoben werden der reine Verkaufspreis eines Spiels im Internet. Versandkosten bleiben unberücksichtigt, da sie von zu vielen individuellen Faktoren abhängen. • Die Preiserhebung wird jeweils am selben Tag innerhalb einer Stunde über denselben Rechner und Browser durchgeführt: Am 2.9.2022 • Die ausgewählten Shops (alphabetisch): aloiswild.com, amazon.at, brettspielversand.de, di-life.at, dreamland.at, interspar.at, kastner-oehler.at, meepelebox.de, mueller.at, mylemon.at, shöpping.at, smythtoys.com/at, spielzeugmarkt-gungl.at, spiel-und-modellbau.com, spiele-offensive.de, thalia.at, universal.at, vedes.at, weltbild.at. • Alle Angaben ohne Gewähr

Bild: Pixabay


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