Pegasus-Chef: Pandemie beschäftigt uns noch Jahre (Upd.)

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CORONA-FOLGEN.  Unterm Strich weniger Neuheiten und Verteuerungen in Sicht: Pegasus-Geschäftsführer Karsten Esser rechnet nicht damit, dass sich in den kommenden zwölf Monaten die Produktions- und Logistiksituation grundlegend wieder beruhigt.

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Update 14.6.2021:
Pegasus steht eine harte Nagelprobe bevor: Heute wurde sein Dragomino zum Kinderspiel des Jahres gekürt. Das bedeutet, dass bis Weihnachten ein Vielfaches einer normalen Auflage organisiert werden muss.


Derzeit ist es so: Die Veröffentlichungstermine für Spiele werden wieder und wieder nach hinten verschoben. Für die eine und andere Neuheit, die für dieses Frühjahr angekündigt war, laufen die Druckmaschinen erst im 3. Quartal 2022 an … ja, richtig gelesen: 2022.

Die globale Verknappung von Produktions- und Transportkapazitäten herrscht nicht erst seit Corona, die Pandemie hat sie jedoch dramatisch verschärft und wird von manchen Akteuren künstlich gesteuert, um ein Vielfaches des normalen Preises herauszuschlagen. Mit dem Containerschiff „Ever Given“ bekam das Drama einen Namen – die ein paar Tage dauernde Blockade des Suezkanals machte einer staunenden Öffentlichkeit jedoch lediglich die Spitze des Eisbergs bewusst (siehe PS.)

„Für das laufende Jahr sehe ich keine Erholung mehr …“, sagt Karsten Esser im Rahmen des jüngsten Pressetags von Pegasus dieses Wochenende. Er ist einer der beiden geschäftsführenden Gesellschafter und unter anderem für den Einkauf zuständig. Er kennt wie kaum ein anderer die Spielregeln im Hintergrund, die zwischen Auftragsvergabe und Auslieferung an den Handel gelten – Pegasus ist nicht nur als Verlag von eigenen Spiele betroffen, Pegasus ist auch Produktions- und Vertriebspartner für eine lange Liste an deutschen und internationalen Verlagen. Fehlende Druckkapazitäten – sowohl in Asien wie auch in Europa – bezeichnet Esser als „echten Knock-out-Schlag“ für die gesamte Branche. Und die Logistik-Problematik betrifft keineswegs nur den Frachtverkehr über die Weltmeere. Esser: „Durch den (steigenden, Anm.) Online-Handel ist der Lkw-Markt schon seit Jahren ausgereizt“ – schaffe eine Spedition 50 zusätzliche Laster an, merke man praktisch nichts davon. Durch die Pandemie wurden weltweit Hunderte Flugzeuge ausgemustert, andere stehen am Boden und warten auf das Anziehen des Passagierverkehrs, denn Linienverkehr ist immer auch Frachtverkehr. In den vergangenen Jahre wurden praktisch keine neuen Containerschiffe mehr gebaut, „das dauert im Minimum ein bis zwei Jahr, um hier den Hebel umzulegen“, sagt Esser.

Große und etablierte Spieleverlage bzw. Spielehersteller sind noch einigermaßen besser gestellt. Neue Spiele verzögern sich um ein, zwei Quartale. Gibt es allerdings keine langfristige Geschäftsbeziehung, wird man auf den Sankt-Nimmerleinstag vertröstet: „Für Kleinverlage ist das ein Albtraum!“ Das betrifft nicht nur neue Spiele. Worst Case: Ein (kleiner) Verlag ist von einem einzigen Spiel abhängig, das nicht nachgedruckt werden kann.

Und wenn, wie seit gut einem Jahr, mehr gespielt wird, trifft die erfreuliche höhere Nachfrage mit der ganzen Logisitiksituation zusammen. Unter diesen Rahmenbedingungen kommt es „zur ganz natürlichen Marktreaktion: die Preise steigen, wenn Ware knapp wird“, hält der Pegasus-Geschäftsführer nüchtern fest.

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PS.: Um den Vorfall im Suezkanal greifbarer zu machen: Allein für Asmodee waren Zombicide 2nd Edition und Cthulhu – Death May Die an Bord der „Ever Given“, auf den wartenden Schiffen dahinter steckten die Erweiterungen von A Song of Ice & Fire, Star Wars: X-Wing – Skystrike Academy, Star Wars: X-Wing – Gesuchte und Kollaborateure, Star Wars: X-Wing – TIE/In - Abfangjäger sowie Masters of the Night im Stau …

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