Lockdown setzt Online-Preise unter Druck

Veröffentlicht in Archiv 2020

PREISVERGLEICH. Neun von 15 Spielen wurden in der zweiten Woche des Lockdowns im Durchschnitt günstiger. Für vier Spiele hat sich der Durchschnittspreis erhöht, nur einer blieb unverändert. Das ist das erste Zwischenergebnis der jährlichen Preiserhebung des Serviceportals spielwiese.at.

 .

Die Preisfestsetzung im Onlinehandel ist für Spiele auch in diesem Jahr äußerst sprunghaft. Es wird den Konsumenten nicht leicht gemacht, resümiert spielwiese.at-Herausgeber Arno Miller: „In zahlreichen Webshops wechseln die Preise von heute auf morgen. Handelt es sich um Plattformen für unterschiedliche Händler, ist nicht immer davon auszugehen, dass der als erster angezeigte Preis auch der günstigste ist. Unter ,Weitere Angebote’ und ähnlichen Formulierungen sind mitunter bessere Angebote zu finden. Dazu kommen immer öfter falsche Beschlagwortungen, die die Eingabe im Suchfeld zum Glücksspiel machen. Das betrifft den Hersteller und noch öfter den Importeur oder Vertrieb, ohne deren Angabe das gesuchte Spiel oft gar nicht zu finden ist.“

Ersparnis: 47 Euro!

Im extremsten Fall lassen sich für ein und dasselbe Spiel bis zu 47 Euro sparen. Das ist die sowohl diese als auch in der Vorwoche festgestellte Preisdifferenz für das Trendprodukt Escape Room – Das Spiel, für das der Hersteller einen unverbindlichen Verkaufspreis (UVP) von 49,90 Euro empfiehlt.

Der Detailvergleich von Anbietern und Preisen lohnt sich in fast jedem Fall, betont spielwiese.at-Herausgeber Arno Miller. „Es sind selten die gleichen Anbieter, die mit dem besten Preis punkten. Fast jeder zweite der 19 berücksichtigten Onlineshops hatte in dieser oder in der Vorwoche zumindest einmal einen günstigsten Preis … und es war nicht immer Amazon!“ Bei 30 Möglichkeiten bot der US-Handelsriese nur acht Mal das jeweilige Produkt zum billigsten Preis an. Auffallend ist jedoch: Die jeweils teuersten Preise waren lediglich bei zwei Onlineanbieter zu finden: Shöpping und Weltbild.

Exorbitante Unterschiede

Dabei waren die Preisunterschiede teilweise exorbitant. Das Kinderspiel des Jahres 2018 Funkelschatz, zum Beispiel, kostet im günstigsten Fall 9,99 Euro, bei Weltbild müssen dafür 23,99 Euro bezahlten werden – ein Plus von 140 Prozent. Ähnliches gilt auch für das Spiel des Jahres 2019, Just one – hier reicht die Bandbreite von 13,44 bis 30,99 Euro (wiederum bei Weltbild). Insgesamt ein Dutzend Mal war Weltbild der teuerste Anbieter. Den Vogel schießt allerdings Shöpping beim Kartenspiel Spicy mit 44,08 Euro ab. Das ist fast das Dreifache des UVP des Verlages. Dieser beträgt lediglich 14,95 Euro. An einen Irrtum ist schwer zu glauben, denn schon in der Vorwoche wurden dafür 39,98 Euro verlangt.

Zur Preiserhebung

Das österreichische Serviceportal für Brett- und Kartenspiele spielwiese.at erhebt zum sechsten Mal in der Vorweihnachtszeit Preise für ausgewählte Gesellschaftsspiele. Ausgewählt wurden exemplarisch 15 Spiele, darunter die aktuellen Preisträger von Spiel des Jahres, Kinder-, Familien- und Erwachsenenspiele verschiedener Genres, Spiele von großen und kleinen Herstellern.*)

Wurde in den Vorjahren das Angebot sowohl bei österreichischen und deutschen Onlinehändlern und -plattformen verglichen, liegt der Fokus 2020 wegen des zweiten Lockdowns auf den Preisen bei 19 in Österreich tätigen Anbietern. Dazu zählen neben „Special interest“-Anbietern auch Webshops von Filialketten wie beispielspielsweise Thalia oder Smyth’s oder dem Einkaufsverband Vedes, auch wenn diese ihre Wurzeln im Ausland haben. An Amazon als Benchmark ist auch in diesem Fall nicht vorbeizukommen. Bei den Angaben handelt es sich ausschließlich um den Produktpreis, da Liefer- und Versandbedingungen und -kosten zu stark variieren.

Ratgeber zum Onlinekauf

Dass sich Preise täglich, manchmal sogar stündlich ändern können, wissen erfahrene Online-Shopper. Die Preiserhebung ist also immer eine Momentaufnahme, zeigt im Vergleich aber eindeutige Trends über die Preisgestaltung der jeweiligen Online-Anbieter auf. spielwiese.at hat die wichtigsten Punkte für dich zusammengefasst, wie man als Kunde mit diesen „Phänomenen“ umgeht und am besten davon profitiert. Hier zum Nachlesen: Online-Shops: 16 Tipps für Suche und Spielekauf

.

Leser interessierte auch

.

*) DIESE Auswahl wurde für 2020 getroffen

Für den Preisvergleich hat spielwiese.at neben den drei aktuellen Preisträgern der Jury Spiel des Jahres sowie den letztjährigen Preisträgern eine Mischung aus weiteren aktuellen Spielen sowie Longsellern, aus Kinder- und Familienspielen, aus Karten-und Brettspielen, aus relativ günstigen und relativ teuren Spielen ausgewählt. Geachtet wurde aber auch darauf, dass nicht nur Spiele enthalten sind, die "überall" zu haben sind, sondern auch welche etwas abseits des Mainstreams. Alphabetisch: Blöde KuhColor BrainDer KartographDie Crew, Escape Room – Das SpielFairy Trails, Flügelschlag, Funkelschatz, Just one, Pictures, Slimy JoeSmart 10Speedy RollSpicyWizard • Erhoben werden der reine Verkaufspreis eines Spiels im Internet. Versandkosten bleiben unberücksichtigt, da sie von zu vielen individuellen Faktoren abhängen. • Die Preiserhebung wird jeweils am selben Tag innerhalb einer Stunde über denselben Rechner und Browser durchgeführt: Am 16.11.2020, 23.11.2020, • Die ausgewählten Shops (alphabetisch): aloiswild.com, amazon.at, di-life.at, dreamland.at, gameware.at, interspar.at, kastner-oehler.at, mueller.at, muki-toys.com, mylemon.at, shöpping.at, smythtoys.com/at, spielbrett.biz, spielzeugmarkt-gungl.at, spiel-und-modellbau.com, Thalia.at, universal.at, vedes.at, weltbild.at. • Alle Angaben ohne Gewähr

Bild: Pixabay

Drucken

Selbstverständlich erfüllt diese Website die Pflicht zum Hinweis auf den Einsatz von Cookies. Durch Cookies können Internetseiten nutzerfreundlicher, effektiv und sicherer gemacht werden. Durch die Nutzung dieser Website erklärst du dich damit einverstanden, dass sie Cookies verwendet. .