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Für Stefan Breuer ist Spielen …

… eine Sucht, hinter der ich voll stehe!  

Stefan Breuer, Spieleautor
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Meinung

Die Dankbarkeit der Provinz

Ein Spielefest da, eine Spielemesse dort. Was die Veranstalter anschließend dazu berichten, muss immer zuerst einmal richtig einsortiert werden.

5. JUNI 2023

Es gibt ganz unterschiedliche Konzepte für Spieleveranstaltungen. Die Spiel doch! am Bodensee, die am Wochenende in Friedrichshafen Premiere hatte, war so eine Mischung aus Messe und Spielefest. Und die erste, sagen wir einmal: größere und überregional beachtete Veranstaltung der warmen Jahreszeit. Auch die erste an der schönen, aber recht abgeschnittenen Südflanke Deutschlands.

Ein gleich mehrfaches Experiment.

Ist es gelungen? Ich hab's mir angeschaut und ich denke schon.

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7000 Besucher in der Provinz haben ein anderes Gewicht als 14.000 in der Großstadtregion.

 

Der Nostheide-Verlag vermeldete 7000 Besuchern. 7000 Besucher an einem wunderschönen frühsommerlichen Wochenende in einer Messehalle abseits zivilisatorischer Infrastruktur. In Konkurrenz zum Bodensee. Und das, obwohl die in Richtung gegenüber liegende Schweiz geplanten Köder nicht wie beabsichtigt ausgelegt werden konnten und auf der österreichischen Seite des Bodensees praktisch niemand etwas von der Spielemesse ums Eck mitbekam.

Was ganz augenscheinlich funktionierte, war die Propaganda über die Ferienanbieter der Region. Die wurden, wie’s aussieht, gekonnt ins Boot geholt. Zahlreiche Familien, die hier gerade Ferien machen, wollten sich die Spiel doch! zumindest einmal anschauen. Auch unter den Einheimischen traf das Angebot auf Neugier. Auffallend viele Menschen verließen die Messehalle mit gepacktem Einkaufsbeutel.

Es ist das Phänomen der Provinz. Kinder der Großstadt, an ein Überangebot gewöhnt, können das nur schwer einschätzen: Bei aller landschaftlicher Schönheit, man ist froh und dankbar, wenn am Wochenende etwas „Anderes“ oder gar „Nützliches“ geboten wird. Und wenn man die 7000 Besucher in einer vergleichsweise dünnst besiedelten Gegend den 14.000 Besuchern eines großen Spielefests in Wien (oder einer anderen Metropolregion) gegenüberstellt, dann bekommt das Experiment Friedrichshafen noch einmal umso mehr Gewicht. Ähnlich positive Resonanz kennen wir von den Spieletouren an der Nord- und Ostsee oder Hotelkooperationen in Sachsen.

Eine Spielemesse ist freilich kein Selbstzweck. Denn die Teilnahme an einer Messe bedeutet einen beträchtlichen finanziellen, personellen und organisatorischen Aufwand. Man muss es aber dennoch nicht so hausbacken mit Bierbänken angehen wie der nur 20 Kilometer weit entfernte Branchenriese Ravensburger oder so lieblos und nichtssagend wie Kosmos.

Es ist für alle Beteiligten noch Luft nach oben. Doch der Anfang ist gemacht, und das ist gut so. Ein weißer Fleck weniger.

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Dazu die Meldung:

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