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Zum Tod von Herbert Feuerstein

 TODESFALL. Der Kabarettist und Entertainer Herbert Feuerstein ist tot. Was viele nicht wissen: Er hat direkt und indirekt auch im Spielebereich seine Spuren hinterlassen.

 

Wer googelt, stößt schnell einmal darauf, dass Herbert Feuerstein eine Spieleauszeichnung erhalten hat: Die "Essener Feder" 1987 für die beste Spielanleitung, die Zugänglichkeit und Verständlichkeit fördert. Das Spiel hieß Spion & Spion und war bei MB erschienen. Alex Randolph †, der Grand Signeur unter den Spieleautoren, hatte es gemeinsam mit Feuerstein entwickelt. Es war eine Persiflage aufs Agentenleben und die Umsetzung der gleichnamigen Comic-Reihe aus dem Satiremagazin "MAD". Heute würde man Merchandising dazu sagen.

Feuerstein war damals, lange vor seiner Fernsehkarriere, Chefredakteur der deutschen Ausgabe von "MAD". Und von 1957 an ein lebenslanger Freund von Alex Randolph. Kennengelernt hatten sie sich im berühmten Wiener Kaffeehaus Hawelka – einem Treffpunkt der Intellektuellen. Randolph probierte dort gerne seine Spielideen mit Freunden und Bekannten aus.

Der als Kabarettist und Fernseh-Komiker bekannt gewordene Herbert Feuerstein zeigt 1998 der Spielwiese den Block, auf dem in einem Wiener Kaffeehaus mit Alex Randolph der Strategieklassiker Twixt entstanden ist.

Foto: spielwiese.at

Heute würde man dazu Merchandising sagen: 1986 entwickeln Alex Randolph und Herbert Feuerstein – damals Chefredakteur des Satire-Magazins "MAD" mit Charakteren daraus das Brettspiel Spion & Spion. Inhalt: Anarchie pur!

So wurde Feuerstein im Hawelka als junger Musikstudent der erste Spielpartner von Randolphs späterem Welterfolg Twixt. Von Prototypen, wie sie heute üblich sind, hielt man damals noch nicht allzu viel. Ein abstraktes Spiel wie Twixt konnte auch mit Papier und Bleistift ausprobiert werden. Herbert Feuerstein hatte den Notziblock der ersten Twixt-Partien zwischen ihm und Randolph über die Jahrzehnte gerettet. Bei einer Ehrung Randolphs zeigt er ihn stolz Spielwiese-Herausgeber Arno Miller (Bild rechts). Man plaudert vergnügt übers Spielen, Gott und die Welt und über das gemeinsame Heimatland. Auch wenn es nicht zu hören war, Feuerstein war Österreicher, 1937 geboren in der Dienstwohnung seines Vaters im Bahnhof von Zell am See. Der Vater stammte aus dem malerischen Bregenzerwald, gleich um die Ecke von spielwiese.at.

Herbert Feuerstein und Alex Randolph trafen einander immer wieder, in Amerika, wo Feuerstein als Journalist arbeitete, später in Randolphs Wahlheimat Venedig. Und immer wurde gespielt. Auch wenn es offiziell mit Spion & Spion bei einem einzigen Spiel mit direkter Beteiligung Feuersteins blieb – als kritischer Testpartner hatte Feuerstein bei zahlreichen Randolph-Spielen seine Finger im Spiel.

Herbert Feuerstein ist am 6. Oktober verstorben. R.I.P.!

 

 

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