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Gute Ideen aus vielen Herren Länder

 AUSZEICHNUNG.  Der Autor ist aus Litauen, der Verlag aus Österreich, der das Spiel wiederum von einem Verlag in Russland übernommen hat – die Auszeichnung Kinderspiel des Jahres 2020 zeigt exemplarisch auf, wie international verflochten heute die Spielebranche ist. Dazu interessante und überraschende Details. 

  

Bereits 20 Mal wurde die Auszeichnung Kinderspiel des Jahres schon vergeben. Der neueste Preisträger ist Speedy Roll, bei uns erschienen bei Piatnik. Betonung auf: bei uns. Denn die Zeiten, als Spiele entweder aus Deutschland, Österreich und einige aus Amerika kommen, sind längst vorbei. So hat auch Speedy Roll eigentlich litauisch-russische Wurzeln.

Die internationale Vielfalt spiegelt sich in den Verkaufsregalen der Spielwarenhändler, ganz zu schweigen vom weit darüber hinausgehenden Angebot an Gesellschaftsspielen, die (ausschließlich) übers Internet vertrieben werden. Die "deutsche" Erfolgsgeschichte des Spiels der vergangenen 25 Jahre war und ist ansteckend: Die gemeinsame Spieleproduktion  mehrerer Verlage aus unterschiedlichen Ländern ist heute gang und gäbe. Einerseits. Andererseits gibt es heute in beinahe allen Ecken der Welt erfolgreiche Spieleautoren.

Der Blick auf die folgende Grafik macht das für das Genre der Kinderspiele deutlich.

Spielideen aus 13 verschiedenen Ländern

Die Autoren, die für die bisher 20 Mal verliehene Auszeichnung Kinderspiel des Jahres nominiert waren und zum Teil auch gewonnen haben, stammen aus 13 verschiedenen Ländern. Der Bogen spannt sich von Lettland bis Australien.

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Allein schon dieser Mix sorgt für Spannung. Denn auf der einen Seite gibt es die traditionelle "Handschrift", die vornehmlich im deutschsprachigen Raum verortet wird. Auf der anderen Seite sind es immer mehr frankophone, slawische und skandinavische Autoren, um drei besonders präsente Gruppen zu nennen, die mit frischen Einfällen aus anderen (Spiel-)Kulturen den Spielmarkt bereichern. Mit Garantie: Es wird nicht langweilig. Denn die Herkunft der Autoren zeigt ein Spektrum, das noch größer ist als jenes der Hersteller.

18 Deutsche, ein Amerikaner und ein Russe …

Mehr noch als beim "erwachsenen" Pendant Spiel des Jahres war das Reservoir an Kinderspielen in den ersten Jahren noch eine sehr deutsche Angelegenheit. Alle zehn Gewinner der ersten Dekade von 2001 bis 2010 stammten von deutschen Verlagen (siehe folgende Grafik). In den zweiten zehn Jahren waren es "nur" noch acht, wobei die beiden "Ausreißer" einen genaueren Blick wert sind.

Das Kinderspiel des Jahres 2014 Geister, Geister, Schatzsuchmeister! von Mattel muss, obwohl zuerst in Deutschland erschienen, den USA zugeschrieben werden. Entwickelt wurde es dort vom Amerikaner Brian Yu. Konzernintern entschied man, es zwar zuerst von der deutschen Mattel-Tochter auf den Markt zu bringen, hergestellt wurde es allerdings vollständig in den USA. Das führte zu Engpässen im Handel, denn die Auszeichnung kam für Mattel völlig überraschend.

Und wie schon ganz am Anfang erwähnt, ist der aktuelle Preisträger Speedy Roll zwar vom österreichischen Spieleverlag Piatnik veröffentlicht, stammt ursprünglich jedoch vom russischen Verlag Lifestyle Boardgames. Er hatte sich als erster entschlossen, das Spiel des litauischen Autors Urtis Šulinskas herauszugeben. Urtis Šulinskas war übrigens schon einmal nominiert, nämlich 2018 für Emojito!, 2017 bei Huch erschienen, die Erstveröffentlichung erfolgte jedoch 2016 in einem Land, das bei uns für Spiele überhaupt nicht bekannt ist: Griechenland!

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Immer breiter aufgefächertes Feld

Der Blick auf die Grafik zu den Verlagen oben zeigt noch einmal sehr deutlich, wie sich das Feld in den jüngeren Jahren international aufgefächert hat. In den ersten zehn Jahren war die Auszeichnung Kinderspiel des Jahres fest in deutscher Verlagshand, sowohl bei den Preisträgern wie auch den Nominierten. Statt lediglich drei unterschiedlichen Ländern, aus denen die Spiele ursprünglich stammen, waren es in der zweiten Dekade schon acht.

Haba bleibt unangefochten an der Spitze

Piatnik ist in 20 Jahren der elfte Verlag, der mit einem Kinderspiel des Jahres mit überdurchschnittlichem Umsatz kalkulieren kann. Am erfolgreichsten in der Geschichte der Auszeichnung Kinderspiel des Jahres ist Haba. Fünf Mal – für Klondike, Der schwarze Pirat, Diego Drachenzahn, Funkelschatz und im Vorjahr Tal der Wikinger – hat der Verlag gewonnen. Dahinter folgt mit drei Preisträgern Drei Magier, für Geistertreppe, Das magische Labyrinth und Der verzauberte Turm. Den dritten Platz mit je zwei Preisträgern teilen sich Selecta (Maskenball der Käfer und Viva Topo!), Ravensburger (Wer war's? und Schnappt Hubi!) und Zoch (Da ist der Wurm drin und Spinderella).

Auch die meisten Nominierungen zum Kinderspiel des Jahres hatte bisher Haba (12), gefolgt von Selecta (10) und Zoch (8).

Zuvor wurden Sonderpreise verliehen

Die Auszeichnung Kinderspiel des Jahres gibt es seit 2001 als eigenen Preis, den sogenannten "blauen Pöppel". Schon zuvor zeichnete die Jury Spiel des Jahres ab 1989 allerdings auch bereits Kinderspiele aus – als Sonderpreis. Hier die Preisträger (sie sind in den obigen Grafiken nicht berücksichtigt):

  • 1989: Gute Freunde (AAlex Randolph †/Selecta, später bei Drei Magier Spiele)
  • 1990: Das Geisterschloss (Virginia Charves/F.X. Schmid)
  • 1991: Corsaro (Wolfgang Kramer/Herder, Neuauflage als Piraten-Abenteuer bei Amigo)
  • 1992: Schweinsgalopp (Heinz Meister/Ravensburger, Neuauflage bei Abacus)
  • 1993: Ringel Rangel (Geni Wyss/Haba)
  • 1994: Looping Louie (Masaru Aoki und Carol Wisely/MB, später bei Hasbro)
  • 1995: Karambolage (Heinz Meister/Haba)
  • 1996: Vier zu mir! (Heike Baum/ASS, Neuauflage bei Schmidt)
  • 1997: Leinen los! (Alex Randolph †/Haba, später Neuauflage bei Zoch)
  • 1998: Zicke Zacke Hühnerkacke (Klaus Zoch/Zoch)
  • 1999: Kayanak (Peter-Paul Joopen/Haba)
  • 2000: Arbos (Martin Arnold und Armin Müller/M+A)

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