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Spielekauf-Ranking 2019: Es muss nicht immer Amazon sein

ONLINESHOPS. spielwiese.at hat schon zum vierten Mal in Folge die Preise, die online für Spiele verlangt werden, in der Vorweihnachtszeit genau unter die Lupe genommen. Die jüngste und für dieses Jahr abschließende Preiserhebung fand am Montag statt. Abschließend findest du hier das Ranking der besten Online-Anbieter für Brett- und Kartenspiele samt Überraschungssieger.

 

 

Sieg geht an Alternate

Die Überraschung zeichnete sich bereits früh ab: Nicht mehr Amazon ist das Maß der Dinge, sondern Alternate. Im September war Alternate erstmals derjenige Online-Anbieter mit den meisten besten Preisen, gepaart mit einer großen Auswahl. Der eigentlich auf elektronische Ware spezialisierte Online-Händler stellt damit auch die meisten Spiele- und Spielwarenhändler im Internet deutlich in den Schatten. Nur im Oktober gab Alternate diese Rolle ab, und zwar nicht an Amazon, wie erwartet, sondern an Rakuten.

Aber der Reihe nach. Vorab hier alle Anbieter unserer Auswahl (siehe Kasten) in tabellarischer Ansicht. Die spannenden Details dazu weiter unten.

 

Die Online-Anbieter im Ranking 2019

 

Nur wenige haben alles

Man würde annehmen, Spiele seien leicht erhältlich. Die Realität deckt sich da nicht immer mit der Vorstellung und schon gar nicht überall. Selbst bei Amazon gibt es Lücken. So war beim weltweit führenden Online-Händler das Spiel Reef zu keinem Zeitpunkt zu finden. Dabei handelt es sich beim Verlag keineswegs um einen Exoten – er stellte 2018 das Spiel des Jahres (der bei Amazon, nebenbei bemerkt, stets um 1 Euro teurer war und ist, als beim Billigstbieter). Unter den Online-Händlern waren lediglich vier, bei denen alle Spiele unserer Auswahl (siehe Kasten) zumindest an einem von fünf Stichtagen erhältlich waren: Weltbild (Deutschland und Österreich), Kuppitsch (Sonderfall, siehe unten), Rakuten, Thalia (Deutschland und Thalia Österreich). Interessant dabei: Es handelt es sich allesamt entweder um „General Stores“ oder um Händler, die aus der Buchbranche kommen.

Im Umkehrschluss: Kein einziger, ausgesprochener Spieleanbieter offeriert die komplette Auswahl!

Wer online kauft, hat in der Regel bereits eine klare Absicht, welchen Artikel er sich nach Hause liefern lassen will. Welche Spiele bei einem Händler überhaupt bestellbar sind, spielte deshalb für die Gesamtwertung eine der beiden entscheidenden Rollen. Der Schlüssel, welcher Händler wie viele Spiele unserer Auswahl gelistet hat, bestimmte deshalb zu 40 Prozent das Endergebnis.

Der Preis als Gretchenfrage

Freilich, im Internet ist schlussendlich alles zu finden. Die zweite Frage lautet dann – zu welchem Preis. Wie preissensibel wir Kunden sind, hat mit Sicherheit jeder schon an sich selbst einmal beobachtet. Die mehr oder weniger ausgeprägte „Geiz ist geil“-Mentalität macht auch vor Brett- und Kartenspielen nicht halt. Deshalb floss auch der Faktor Preis zu 40 Prozent in die Endwertung ein. Nach einem ausgeklügelten Punktesystem vergaben wir z.B. Pluspunkte für einen Tiefstpreis, während Höchstpreise negativ zu Buche schlugen.

Das bekam vor allem Weltbild Österreich zu spüren: 62 Mal (!) einen Preis zu verlangen, der oft deutlich über dem Zweitteuersten liegt, überdeckte alles. Unterm Strich kam als Punktezahl sogar ein Minus heraus.

Zu zehn Prozent ins Gesamtergebnis berücksichtigten wir den Punkt „Preisstabilität“. Man sollte als Kunde 1. generell einem im Internet vorhandenen Anbieter vertrauen können (die hier berücksichtigten sind durch die Bank keine Unbekannten aus irgendwelchen dubiosen Regionen dieser Welt). Dazu zählt in der Folge auch 2.: dass man sich als Kunde ein bestimmtes Bild vom Anbieter machen darf. Wir sind der Meinung: Eine seriöse Preispolitik gehört unabdingbar zu einem positiven Eindruck. Allzu sprunghaftes „Heute so und morgen so“ schürt Zweifel. Denn irgend jemand ist benachteiligt, und wer will das schon sein. Man sollte sich darauf verlassen können, dass der Preis für ein heute gekauftes Spiel beim selben Händler einigermaßen eine gewisse Zeit hält.

Neben diese objektivierbaren Zahlen wurden die restlichen zehn Prozent, die auf 100 fehlen, nach subjektiven Erfahrungen vergeben. Dabei geht es um die Performance der Websites: funktioniert alles, wie komfortabel ist die Suche, wie aussagekräftig ist das Ergebnis?

One more thing …

Ach ja, „one more thing …“ hätte es bei Steve Jobs geheißen. Verschiedene Online-Anbieter gehören teilweise oder ganz zusammen. Sind Anbieter sowohl in Deutschland als auch in Österreich aktiv, interessiert uns natürlich brennend, ob beide Kundengruppen gleich behandelt werden. Da gibt es erfahrungsgemäß zahlreiche Unterschiede bis weit über die Schmerzgrenze. spielwiese.at hat dazu in den Vorwochen und Vormonaten aktuell berichtet.

Die Mär von der Mehrwertsteuer

Weil in diesem Zusammenhang immer mit dem unterschiedlichen Mehrwertsteuersatz in den zwei Ländern argumentiert wird. Ja, er beträgt in Österreich 20 % und in Deutschland „nur“ 19 %. Lassen wir doch die Kirche im Dorf! So oder so, da oder dort – nach Adam Riese entspricht der Unterschied, um den es geht, etwa einem Hundertzwanzigstel des Endpreises. Dennoch hält diese Marginalität, vor allem Weltbild, aber auch Thalia nicht davon ab, von österreichischen Kunden (so ist’s in der Regel, die ganz wenige Ausnahmen kennt) bei einem Rund-20-Euro-Artikel ein bis fünf Euro mehr zu verlangen. Wir haben solche nicht nachvollziehbare Praktiken ganz zum Schluss mit Strafpunkten belegt.

Fazit

Selbstverständlich kann man Spiele auch im stationären Handel kaufen, auch wenn das in vielen Städten und Regionen zusehends schwieriger wird. Dem Onlinehandel kommt deshalb steigende Bedeutung zu. Wie schon im Titel angeführt: Es muss nicht immer Amazon sein. Bei der Suche nach einem Spiel eingetretene Pfade zu verlassen, zahlt sich oft in barer Münze aus. Auch ein umfassendes Angebot und die Verfügbarkeit sind wichtige Kriterien. Zur besseren Orientierung sind in der Tabelle oben deshalb in den jeweiligen Kategorien die Besten und Schwächsten farblich gesondert hervorgehoben.

 

 

Die besten Tipps zum Online-Kauf

Dass sich Preise täglich, manchmal sogar stündlich ändern können, wissen erfahrene Online-Shopper. Die Preiserhebung ist also immer eine Momentaufnahme, zeigt im Vergleich aber eindeutige Trends über die Preisgestaltung der jeweiligen Online-Anbieter auf. spielwiese.at hat die wichtigsten Punkte für dich zusammengefasst, wie man als Kunde mit diesen „Phänomenen“ umgeht und am besten davon profitiert. Hier zum Nachlesen: Online-Shops: 16 Tipps für Suche und Spielekauf

 

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*) DIESE Auswahl wurde für 2019 getroffen

Für den Preisvergleich hat spielwiese.at neben den drei aktuellen Preisträgern der Jury Spiel des Jahres sowie den letztjährigen Preisträgern eine Mischung aus weiteren aktuellen Spielen sowie Longsellern, aus Kinder- und Familienspielen, aus Karten-und Brettspielen, aus relativ günstigen und relativ teuren Spielen ausgewählt. Geachtet wurde aber auch darauf, dass nicht nur Spiele enthalten sind, die "überall" zu haben sind, sondern auch welche etwas abseits des Mainstreams. Alphabetisch: Azul, Carcassonne, Claim, Die Quacksalber von Quedlinburg, Disney Villainous, Fauna, Flügelschlag, Funkelschatz, Go Gecko GoJust oneKensington, Kroko DocL.A.M.A., Overbooked, Overload, Reef, Tal der Wikinger, The Mind, Tokyo Highway, Tribes • Erhoben werden der reine Verkaufspreis eines Spiels im Internet. Versandkosten bleiben unberücksichtigt, da sie von zu vielen individuellen Faktoren abhängen. • Die Preiserhebung wird jeweils am selben Tag innerhalb einer Stunde über denselben Rechner und Browser durchgeführt: Am 19.9.2019, 17.10.2019, 12.11.2019, 4.12.2019, 16.12.2019 • Die ausgewählten Shops (alphabetisch): alternate.de, amazon.de, dreamland.at, interspar.at, kastner-oehler.at, kuppitsch.at (ab 15.10. Thalia Österreich), muki-Toys.com, mueller.de, mueller-drogerie.at, mytoys.de, otto.de, rakuten.de, shöpping.at, smythtoys.com/at, smythtoys.com/de, spiele-Max.de, spiele-Offensive.de, thalia.at, thalia.de, universal.at, vedes.de, weltbild.at, weltbild.de.

Bild: Pixabay

 

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